Betrug beim DAV Tegernsee: Schatzmeister muss nicht ins Gefängnis

Von Redaktion

Die Tegernseer Hütte wird von der Sektion Tegernsee betreut. (Foto: www.heimat.de/tegernseer_huette)

Zweite Ergänzung vom 02. März 2011 / 10:12 Uhr
Der ehemalige Schatzmeister der Alpenvereinssektion Tegernsee muss nicht ins Gefängnis. Wie berichtet hatte der 48-jährige Mann bereits im letzten September die zweite Zahlung zur Begleichung eines Großteils der entwendeten Summe in Höhe von 105.000 Euro geleistet. Gestern nun sprach das Amtsgericht Miesbach das Urteil.

Nachweisen konnte man dem Mann 71 Fälle von Untreue im besonders schweren Fall. Begangen zwischen 2006 und 2009 . Die Strafe dafür: 22 Monate Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe in Höhe von 6.000 Euro.

Vor dem Gefägnis bewahrt hat ihn laut Richter Walter Leitner die Selbstanzeige im Dezember 2009 sowie seine offene Reue während des Gerichtsverfahrens. Aber auch die schnelle Überweisung eines Teils der betrügerisch entwendeten Summe wirkte sich Strafmildernd aus.

Und trotzdem bleibt nicht nur bei der Sektion Tegernsee ein Nachgeschmack. Denn der Mann hatte 130.000 Euro entwendet. Inkluisve der Strafzahlung an die Bergwacht aber nur 111.000 Euro zurückgezahlt. Sicherlich sind 19.000 Euro für eine Bewährungsstrafe von 1 Jahr und 10 Monaten nicht viel. Vor allem wenn man bedenkt, wie sich so ein Urteil auf die berufliche Zukunft auswirken kann. Mit dem Signal, welches von so einem Urteil ausgeht, werden aber nicht nur die Verantwortlichen in der Sektion hadern.

Ergänzung vom 03. September 2010 mit der Überschrift: „Betrug beim DAV Tegernsee: zweite und letzte Rate gezahlt“
Der ehemalige Schatzmeister der DAV Sektion Tegernsee hat inzwischen die zweite vereinbarte Rate in Höhe von 25.000 Euro bezahlt. Nach der einmaligen Zahlung von 80.000 Euro im Frühjahr wurden so bisher 105.000 Euro zurückgezahlt. Das ist die Summe, die außergerichtlich mit dem ehemaligen Kassier vereinbart wurde: „Für uns ist der Fall damit geschlossen“ sagt Robert Staudacher, 1. Vorsitzender.

Zur Betrugssumme von 130.000 Euro fehlen also theoretisch noch 25.000 Euro. „Wir hätten auf dem Prozessweg weniger Chancen gehabt“, sagt Staudacher, „die Frage war, ob wir auf alles pochen mit dem Risiko am Ende nichts zu bekommen.“

Der Vereinsvorstand hatte sich nach Bekanntwerden des Betrugs auf der Hauptversammlung darauf geeinigt einen Vergleich über 105.000 Euro zu schließen und die Sache schnell über die Bühne zu bekommen. Das ist hiermit geschehen. Das vereinbarte Geld ist komplett überwiesen und den Restbetrag von 25.000 Euro wird man wohl als „Lehrgeld“ verbuchen.

Was aus Sicht des Vereins durchaus Verständlich ist – lieber 105.000 Euro als gar nichts – ist für Nachahmer irgendwie eine Einladung für Folgetaten: Da „bescheißt“ einer den Verein um 130.000 Euro und zahlt am Ende nur 105.000 Euro zurück. Das anhängige Strafverfahren einmal außen vor gelassen, macht das einen recht ordentlichen Gewinn für den Betrüger. Auf der anderen Seite ist es aber wahrscheinlich wirklich so, dass man auf dem Klageweg nichts erreicht und am Ende als Verein einen Titel in der Hand hat, der noch lange nicht heißt, dass man auch wirklich sein Geld zurück bekommt. Und gegen Betrug mit solcher Krimineller Energie kann man sich nur schwer schützen. Das ist einfach die Kategorie: Pech gehabt!

Inzwischen ist natürlich ein neuer Schatzmeister tätig, der nach diesen Erfahrungen ganz besonders auf eine korrekte Buchführung achtet und auch von Seiten des restlichen Vorstandes sehr genau überprüft wird. „Sowas wie damals wird uns hoffentlich nie wieder passieren“ sagt der Vorsitzende.

Wie weit das Strafverfahren gegen den ehemaligen Kassenwart ist, ist uns im Moment nicht bekannt. Wir werden aber nochmal bei Gericht nachhaken und das Ergebnis hier veröffentlichen.

Ursprünglicher Artikel vom 10. Mai 2010:
Wie die Tegernseer Zeitung heute berichtet, hat der ehemalige Schatzmeister die erste der ausgemachten Raten pünktlich gezahlt. Insgesamt 80.000 Euro überwies der 47-jährige der DAV-Sektion Tegernsee. Bei einer Vereinsversammlung Anfang März hatten die anwesenden Mitglieder dafür gestimmt, dem ehemaligen Kassier eine Teilzahlungsmöglichkeit zu erlauben. Eine zweite Rate wird am Jahresende fällig: 25.000 Euro.

Insgesamt hatte das ehemalige Vereinsmitglied etwa 130.000 Euro unterschlagen.


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