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Biber „hacken“ sich durch Wiessee

Von Nina Häußinger

Es ist Biber-Zeit. Vor allem im Frühjahr hinterlassen die kleinen Nager gerne Spuren. Heuer scheint es den Bibern am Tegernsee ganz besonders zu gefallen. Rund um den See sind ihre „Kunstwerke“ zu bestaunen. Jetzt auch mitten zwischen denen von Markus Trinkl in Wiessee.

Jetzt hat der Biber auch in Wiessee zugeschlagen – inmitten von Holzschnitzereien

Der Biber ist wieder da. Schon im März wurden an verschiedenen Stellen in Gmund Spuren des Nagers gefunden. Dort wurde er sogar zum Thema in der Bürgerversammlung. Ein besorgter Gmunder war der Meinung, die Biber stören das Ökosystem enorm und befürchtete, dass es bald keinen Baum mehr am See gebe.

Doch Bürgermeister Georg von Preysing nahm dem Mann den Wind aus den Segeln. Über eine Umsiedlung entscheide das Landratsamt und das sehe keine Notwendigkeit in einer Umsiedlung. Erstens sei der Biber geschützt und zweitens würde eine solche Maßnahme keinen Sinn ergeben, weil der Nachwuchs dennoch vor Ort sei. „Das müssen wir hinnehmen“, so der Bürgermeister.

Biber jetzt auch in Wiessee unterwegs

Anwohner am Mühlbachweg an der Weißach versuchten dagegen sich selbst zu helfen. An der Böschung wurden Zäune befestigt, um die aktiven Tiere fernzuhalten. Biber fressen den zarten Bast der Weiden, Erlen oder Pappeln am See. Bast, das ist die vitaminreiche Schicht unterhalb der Rinde. An die will der Biber unbedingt heran. Weil er aber kein guter Kletterer ist und der beste Bast in den jungen Ästen ganz oben versteckt ist, fällt der kleine Nager kurzerhand den kompletten Baum. Damit macht er sich nicht nur Freunde.

Inmitten anderer Schnitzereien an der Wiesseer Seepromenade hat sich der Biber verewigt

Auch in Bad Wiessee und an einer weiteren Stelle in Rottach sind Bürger jetzt auf den Biber aufmerksam geworden. Direkt an der Seepromenade zwischen den Schnitzereien von Markus Trinkl ist ein Baum sehr deutlich vom Biber angefressen worden. Die Arbeiten Trinkl hat das Tier verschont.

Biber in Bayern streng geschützt

Zuletzt wurde der kleine Nager vor zwei Jahren an der Weißach ausfindig gemacht. Damals war die zum See ablaufende Buchenhecke am ehemaligen Überfahrersteg zur Fährhütte über Nacht verschwunden. Lediglich die spitzen Stümpfe erinnerten noch deren Verlauf. Da der Biber nachtaktiv ist, bekommt man ihn selten beim Abholzen zu Gesicht.

Abgenagte Bäume am Gmunder Seeufer – die Biss-Spuren deuten auf einen Biber hin. / Foto: Ludwig Kohler

Seine Bäume fällt er nach der „Sanduhrtechnik“. Bedeutet, das Holz wird in Form einer Sanduhr benagt bis die Stelle schließlich so dünn ist, dass der Baum fällt. Im Frühjahr ist Brutzeit. Vermutlich sammelt er sich gerade seinen Nahrungsvorrat an.

Wer den Biber entdeckt, sollte bedenken, dass er in Bayern streng geschützt ist. Er gehört zu den insgesamt über 16.000 Arten, die laut UN-Umweltprogramm weltweit vom Aussterben bedroht sind. Sollte er wieder abtauchen, sollten die, die ihm auf den Fersen sind, eines bedenken: Er kann bis zu 20 Minuten unter Wasser bleiben.

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