„More than honey“ jetzt auch im Kino am Tegernsee
Wenn die Bienen sterben….

von Rose Beyer

Seit Mitte November läuft der Dokumentarfilm „More than honey“ in den deutschen Kinos. Ein Streifen, der sich mit dem rätselhaften Sterben der Honigbienen beschäftigt.

Auch das “Kino am Tegernsee” in Kreuth-Weissach zeigt den Film, der laut Ankündigung “faszinierende, aber auch erschütternde Einblicke in die Welt der Bienen gewährt und gleichzeitig zeigt, was heute falsch läuft bei der Bienenhaltung.” Diese Zusammenfassung unseres Kinobesuchs soll den Lesern der Tegernseer Stimme einen kurzen Eindruck geben.

Bild aus dem Film / Quelle: www.morethanhoney.senator.de

„Ich liebte meinen Großvater wegen seiner vielen Tiere. Die Bienen hatten es ihm am meisten angetan. 150 Bienenvölker besaß er“, so startet Markus Imhoof seinen Film. Der Großvater war Imker und ein unabhäniger Mann. Er baute selbst Früchte an, stellte Honig her und verarbeitete alles in seiner eigenen Konservenfabrik. Der Kreislauf war geschlossen. Doch irgendwann ging das offenbar nicht mehr. Die Konservenfabrik musste schließen.

Als dann auch die Bienen krank wurden beziehungsweise starben, machte sich der Filmemacher auf den Weg, um Erklärungen zu suchen. Auf vier Kontinenten war er unterwegs, um Informationen für seinen Film zu sammeln. Drehte unvergessliche Bilder, von der Familienimkerei bis hin zu industrialisierten Honigfarmen und Bienenzüchtern.

Von der Schweiz in die USA

Offenbar, um seinem Großvater ein Denkmal zu setzen, lässt er zu Beginn einen älteren Imker durch eine unberührte Schweizer Berglandschaft stapfen. Von einem Baum schlägt dieser Wildbienen herunter, fängt sie ein und setzt sie in seinen heimischen Bienenstock, um sich dort um sie zu kümmern. Er schirmt sie von der Außenwelt ab. Retten kann er seine Tiere trotzdem nicht. Warum nur?

Weiter geht Imhoofs Reise in die USA, wo Tausende von Bienen nur eine einzige Aufgabe haben: Tausende von Mandelbäumen zu bestäuben, damit diese Früchte tragen. Doch bevor die Tierchen von sogenannten Wander-Imkern wieder eingefangen und zur nächsten Monokultur transportiert werden , werden die Arbeiterinnen noch mit Antibiotika behandelt, um die Leistungsfähigkeit zu gewährleisten.

Spätestens an dieser Stelle wird klar: Massentierhaltung findet heute nicht nur bei Rindern und Schweinen statt, sondern auch beim drittwichtigsten Wirtschaftstier Deutschlands: der Honigbiene.

Ein Drittel von allem, was wir essen, gäbe es nicht ohne Bienen. Auch wer sich vegetarisch ernährt, ist von industrieller Tierhaltung abhängig. Jetzt geht es den Bienen schlecht. Seit ein paar Jahren sterben sie. Nicht nur bei uns. Sie sterben auf der ganzen Welt.

2006 fing es an. Erst in den USA, dann in Asien und Europa. Die Bienen sterben, massenweise. Niemand weiß genau warum. Und das bereitet den Menschen Sorgen. Denn die niedlichen, fleißigen Tierchen bestäuben die Pflanzen. Und sorgen damit für unser Essen.

Gibt es einen Ausweg?

Bereits Einstein soll gesagt haben: „Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen aus.“ Zwischen Pestiziden, Antibiotika, Monokulturen, dem Kampf mit der Varroamilbe oder brutalen bakteriellen Krankheiten wie der „Faulbrut“ und dem Verladen auf Lastwagen – von Plantage zu Plantage – scheinen die Königinnen und ihre Arbeiterinnen ihre Kräfte zu verlieren. Das System Bienenstock funktioniert nicht mehr. Der Orientierungssinn der Tiere wird gestört. Ihr Immunsystem geschwächt.

In China hat das Bienensterben so drastische Ausmaße angenommen, dass Menschen in Handarbeit Pollenpulver auf Blüten auftragen, weil es in einigen Teilen des Landes keine Bienen mehr gibt. Quelle: www.morethanhoney.senator.de

Der Dokumentarfilmer zeigt atemberaubende Bilder der Insekten, die man so schnell nicht vergessen wird. Detailaufnahmen von Bienen, in denen jede Flügelader, jedes Härchen zu sehen ist. Leben und Sterben werden schonungslos dokumentiert. Man kann es förmlich fühlen, wie schwer die Erfüllung des weltweiten Bedarf an Naturprodukten auf den zierlichen Flügeln wiegt. Einen möglichen Ausweg aus dieser üblen Lage zeigt Imhoof erst ganz zum Schluss des Films.

Weitere Informationen:
In Weissach läuft der Film am kommenden Montag um 20 Uhr.

Hier kann man den Filmtrailer ansehen:

Auf der Website zum Film gibt es ein interessantes Interview mit Markus Imhoof zum nachlesen.


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