Kritische Themen nicht ausgespart

von Nicole Posztos

“Kreuther Wunsch nach Harmonie.” Das war noch der Tenor des Artikels zur letzten Bürgerversammlung in Kreuth vor fast genau einem Jahr. Heuer war es dagegen alles ein wenig anders. Vor allem die kritischen Wortmeldungen hatten zugenommen.

Grundsätzlich hatte Bürgermeister Josef Bierschneider eine positive Bilanz des vergangenen Jahres gezogen. Und dass trotz der, im Vergleich zu Rottach oder Tegernsee, relativ schwachen touristischen Entwicklung. Kreuth musste im vergangenen Jahr einen Rückgang der Übernachtungszahlen um 4,1 Prozent hinnehmen. Die Gästezahlen blieben mit 53.520 (-0,1%) fast konstant.

Knapp 70 Kreuther hatten den Weg ins Hotel Bachmair Weissach gefunden.

Vor knapp 70 Kreuthern ging Bierschneider im Laufe seiner Präsentation auf die meisten Themen ein, die ihn und den Gemeinderat in den letzten zwölf Monaten beschäftigt hatten: Abwasser, Grenzüberschreitender Reitweg, Fahrradweg am Ringsee, Winterdienst, Murenschutz – um nur einige zu nennen.

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Tetra-Funk Aufreger Nummer 1

Aber auch die kritschen Themen sparrte Bierschneider nicht aus: Steinbruch Glashütte, geschlossene Krankenanstalt, Windkraft oder auch der Funkmast in Stuben. Vor allem letzteres erwies sich als potentieller Aufreger.

Die Gemeinde hatte zwar vor genau einem Monat relativ geräuschlos die Erlaubnis für den geplanten 33-Meter-Mast erteilt. Doch der Kreuther Sepp Kaiser fand diese Vorgehensweise nicht gut und vertrat dies auch auf der Bürgerversammlung: “Die Masten sind sehr umstritten und die Gefahren noch nicht klar,” so Kaiser mit seiner Sicht der Dinge.

Dagegen erklärte Bierschneider, dass er und der Gemeinderat in dem Bereich keine Experten seien und sich demzufolge auf die Aussagen von Fachleuten verlassen müssten. “Mir ist klar, dass es ein sehr umstrittenes Vorhaben ist. Doch die Position der Anlage auf einem Berg, und damit weit entfernt von einem Wohngebiet, ist bewusst gewählt.”

Laut Bierschneider gehe es bei der verbesserten Funktechnik auch um Leben, das dabei gerettet werden könne. Das sah der Gemeinderat Anfang Februar ähnlich und veraschiedete den Antrag gegen zwei Stimmen.

Vor allem die Kreuther Feuerwehr zeigt sich von der Entscheidung mehr als angetan. Bisher so die einstimmige Aussage sei die Funkversorgung in den Bereichen rund um Glashütte und Stuben sehr schlecht. Dazu Thomas Wolf, der neue 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr auf der letzten Gemeinderatssitzung:

Die Funklöcher machen die Hilfe vor Ort teilweise ziemlich kompliziert. Zum Teil können wir nicht mal mit den Hubschraubern, die die Schwerstverletzten in Krankenhäuser transportieren sollen, Kontakt aufnehmen.

Dabei stellt Wolf klar, dass es eine Verbesserung bei den vorhandenen Funklöchern erst dann eintreten wird, wenn auch alle Anlagen in Betrieb sind. “Ein Mast alleine kann die Probleme der Rettungskräfte noch nicht lösen.”

Doch genau solche Aussagen dürften Sepp Kaiser und die anderen Tetra-Funk-Gegner aus Kreuth eher nicht beruhigen.

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