Nach Stopp wegen zu vieler Radler: Leser kritisiert BOB

„Es ist eine absolute Frechheit”

Aktualisiert am 26. August 2015 / 15:06 Uhr
Gestern berichtete die TS über einen Zug der Bayerischen Oberlandbahn, der in Schaftlach angehalten und geräumt wurde. Grund dafür war laut BOB, dass die Abteile mit Radfahrern überfüllt waren. Ein Leser, der das Chaos miterlebt hat, widerspricht dieser Aussage und macht der BOB Vorwürfe.

Vergangenen Sonntagabend verzögerte sich die Weiterfahrt der BOB um eine dreiviertel Stunde. Der Grund: zu viele Radfahrer.
Vergangenen Sonntagabend verzögerte sich die Weiterfahrt der BOB um eine dreiviertel Stunde. Der Grund: zu viele Radfahrer.

Draußen strömender Regen, drinnen dichtes Gedränge. Am Dienstag suchten in Tegernsee nach einem Wolkenbruch viele Fahrgäste Schutz in der BOB nach München. Unter ihnen war auch eine große Gruppe von Radfahrern.

Da ein BOB-Abteil nur auf zwölf Fahrräder ausgelegt ist, stoppte der Zugführer den Zug in Schaftlach aus Sicherheitsgründen. Aufgrund des Unwetters weigerten sich die Fahrgäste jedoch, den überfüllten Triebzug zu verlassen. Daher entschloss sich der BOB-Mitarbeiter, die Polizei zur Hilfe zu rufen. Die Beamten rückten an und räumten den Zug. Soweit die Angaben der BOB selbst.

Doch keine 60 Radler?

Nun hat sich allerdings ein Leser gemeldet, der die Situation anders darstellt. Er berichtet: „Es waren keine 60 Räder in der BOB sondern wenn überhaupt 35. In dem Abteil von uns waren es 16.“

16 Räder sind zwar immer noch mehr als die zwölf zugelassenen, doch die Kritik geht weiter. Der Leser bemängelt die Informationspolitik der BOB. Angeblich hielt der überfüllte Zug in Schaftlach, ohne dass die Fahrgäste informiert wurden: „Es gab keinerlei Durchsagen, niemand wusste warum wir dort stehen.“ Daher hätten die Fahrgäste, so der Leser, im stickigen Zugteil ausgeharrt. „Es ist eine absolute Frechheit, wie die BOB das darstellt, denn die Passagiere können dafür nichts. “

Die Fahrradfahrer dürften über ihre Sonderbehandlung nicht besonders amüsiert gewesen sein. Immerhin kostet ein Fahrrad Ticket noch mal halb so viel wie ein Ticket für Erwachsene. Insgesamt war die Situation wohl für alle Beteiligten Fahrgäste, Radfahrer BOB und Polizei unangenehm.

Ursprünglicher Artikel vom 25. August 2015 mit der Überschrift: „BOB: 60 Radler sind zu viel“
Überrascht vom Unwetter suchten am vergangenen Sonntagabend in Tegernsee viele Fahrgäste Schutz in der BOB in Richtung München. Darunter waren auch rund 60 Fahrradfahrer. In Schaftlach verweigerte der Lokführer dann die Weiterfahrt – die Bundespolizei räumte den Zug räumen.

Nach einem sonnigen Tag kam es vergangenen Sonntagabend plötzlich zum Wolkenbruch. Neben zahlreichen Fahrgästen entschieden sich auch rund 60 Radfahrer kurzerhand dazu, das Tegernseer Tal in Richtung München mit der Bayerischen Oberlandbahn zu verlassen. Von Tegernsee bis Schaftlach fuhr er noch – dann weigerte sich der BOB-Triebwagenfahrer, die Fahrt fortzusetzen.

„Die Fahrzeugabteile sind nur auf maximal 12 Fahrräder ausgelegt“, heißt es auf Nachfrage bei der Pressestelle der BOB. Aus Sicherheitsgründen stoppte der Fahrzeugführer also gegen 20.16 Uhr den Zug. Er forderte die rund 60 Fahrradfahrer dazu auf, die BOB zu verlassen und am Schaftlacher Bahnhof auf den nächsten zu warten. Doch diese weigerten sich die BOB bei dem Unwetter zu verlassen.

Polizei bringt Fahrradfahrer zum Aussteigen

Der Triebwagenführer wusste sich offenbar nicht weiter zu helfen und alarmierte daraufhin die Polizei. Die Beamten der für die Bahn zuständigen Bundespolizei mussten anrücken und den Triebwagen räumen. Ein Teil der Fahrgäste mit Fahrrad musste daraufhin in Schaftlach bleiben und auf den nächsten Zug warten, weiß man bei der BOB.

Durch die Räumungsaktion der Polizei geriet der Turnus aus dem Takt. „Der Triebwagen stand eine dreiviertel Stunde in Schaftlach“, so die BOB-Verantwortlichen. Wegen der Verspätung fuhr der Zug nicht mehr weiter nach München. In Holzkirchen blieb der Triebwagen endgültig stehen. Die Insassen mussten zur Weiterfahrt auf die S-Bahn zurückgreifen.


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