Bürgermeisterkandidat will "Rottacher Dorfgespräch" dauerhaft anbieten
Bogners Idee für mehr Bürgernähe

von Nina Häußinger

Gestern fand im Rottacher Seeforum das erste Dorfgespräch des Bürgermeisterkandidaten Josef Bogner statt. Ein Treffen der Bürger, um über wichtige Themen zu sprechen und sich auszutauschen. Zum Auftakt stand die Verkehrsberuhigung im Mittelpunkt.

Bogners Ziel ist es, das Dorfgespräch, sollte er zum Bürgermeister gewählt werden, einige Male im Jahr durchzuführen. Und wie es scheint, stößt das auf viele Befürworter: der Saal war voll.

Bogner stößt mit seinem ersten Dorfgespräch auf großes Interesse
Josef Bogner stößt mit seinem ersten Dorfgespräch auf großes Interesse

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Josef Bogner hat sich als parteifreier Kandidaten für die Kommunalwahlen im März zum Bürgermeisterkandidaten aufstellen lassen. Eines seiner großen Ziele ist es, die Bürger näher an die Entscheidungen des Gemeinderates heranzuholen. Dass er es damit ernst meint, hat er gestern mit dem ersten „Dorfgespräch“ bewiesen.

Thema der Versammlung: „Verkehrslärm und Verkehrsberuhigung in Rottach-Egern“. Ein Auftakt, der, wie es scheint, viele Rottacher betrifft und interessiert hat. Um die 150 Besucher fanden sich im Rottacher Seeforum ein, um ihre Meinung zu äußern.

30er-Zonen für Rottach?

„Fingiertes Spiel“, nannte Bogner die Veranstaltung, da es eine Art Probelauf war, um den Bürgern zu zeigen, wie das in Zukunft ablaufen könnte. Wichtig war ihm dabei, möglichst viele Meinungen zu hören und sinnvoll zu diskutieren. „Es sollte sachlich ablaufen, aber man muss zwischendurch auch mal lachen. Streiten ist es nicht wert“, erklärte er.

Dass die Verkehrssituation in den Gemeinden rund um den See vor allem an den Wochenenden nicht entspannt abläuft, ist allen bekannt. Die Frage, die sich Bogner gestern stellte, lautet, wie man das zukünftig verbessern kann. „In Teilen von Wiessee wurden die 30er-Zonen jetzt durchgesetzt“, so Bogner. Dafür plädierte er auch in Rottach. 30er-Zonen seien seiner Ansicht nach in vielen Teilen der Gemeinde die beste Möglichkeit, für mehr Sicherheit, Wohnqualität und weniger Lärm zu sorgen.

Strengere Kontrollen müssen her

Bei einer Abstimmung am gestrigen Abend zeigte sich, dass die meisten der anwesenden Rottacher ebenfalls für mehr 30er-Zonen stimmen würden. Allen, die der Meinung sind, dass man dann noch langsamer an das gewünschte Ziel kommt, wurde mit einer Messung des Arbeitskreises Verkehr der Wind aus den Segeln genommen: laut Berechnungen braucht ein Fahrzeug bei Tempo 30 beispielsweise in der Ludwig-Thoma-Straße nur 18 Sekunden länger.

Ebenfalls einig waren sich die Rottacher, dass strengere Kontrollen hermüssen. Mehr Radarkontrollen und höhere Strafen würden die Raser eher davon abhalten, noch mal aufs Gas zu gehen. Mehr Sicherheit durch verkehrsberuhigte Zonen ist die eine Sache. Vielen ging es gestern aber auch um ein gesamtes Verkehrskonzept, da 30er-Zonen die Anzahl der Autos nicht verringern.

Rund 150 Rottacher beteiligten sich an der Diskussion zur Verkehrsberuhigung
Rund 150 Rottacher beteiligten sich an der Diskussion zur Verkehrsberuhigung.

Die Messdaten, die Bogner präsentierte, waren teilweise erschreckend. 3.000 Fahrzeuge sollen laut Messungen am Tag durch die Seestraße fahren. Und auch der Verkehr in Nebenstraßen, wie der Ludwig-Thoma-Straße, der Aribostraße oder der Valepperstraße, habe in den letzten Jahren stark zugenommen.

Bogner ist sich sicher: „Es gibt mittlerweile EU-Programme, mit denen Regionen gefördert werden, die als besonders schützenswert gelten. Da würde der Tegernsee sicher drunter fallen.“ Auch Möglichkeiten wie eine Einbahnstraße in der Seestraße oder eine komplette Fußgängerzone wurden angedacht. Die Schifffahrt wurde ebenfalls erneut auf den Tisch gebracht. Ironische Vorschläge, wie eine Mautstelle am Gmunder Berg, sorgten zwischenzeitlich für Gelächter unter den Anwesenden.

Bogner in seinem Vorhaben bestärkt

Da die Hauptstraßen derzeit vor allem an den Wochenenden kaum ohne Stau befahrbar sind, wünschen sich die Rottacher eine sichere Verkehrssituation in den Nebenstraßen, die man dann als einzige Ausweichmöglichkeit zur Verfügung hat. „Die Verkehrsinseln nehmen einem die Konzentration für den übrigen Verkehr“, meinte ein besorgter Rottacher dazu.

Zu echten Lösungen kamen die Besucher gestern natürlich nicht. Bogner zeigte sich über die rege Diskussion und die vielen Anwesenden erfreut. „Dass so viele Leute da sind, bestärkt mich in meinem Vorhaben“, meint er abschließend. Ob er damit seine anstehende Wahl oder die Fortführung der Dorfgespräche meinte, ließ er offen.

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