Bruder Barnabas derbleckt Corona

von Sabiene Hemkes

So enttäuschend es ist, dass heuer zum zweiten Mal der Starkbieranstich und die berühmte Fastenpredigt im Bräu ausfallen – ganz auf Bruder Barnabas müssen wir nicht verzichten. Wir haben ein besonderes Projekt begleitet und präsentieren euch nun das “Derblecken von Corona”.

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Corona lässt uns viel versäumen. Auch in diesem Jahr muss der traditionelle Starkbieranstich im Bräu und die berühmte Fastenpredigt von Bruder Barnabas alias Nico Schieferer ausfallen. Wie wir aber bereits vergangene Woche exklusiv berichteten, wird es in diesem Jahr dafür ein anderes Schmankerl geben und nun ist er da: Der Corona-Song. Satirisch-humorvoll, gleichzeitig nachdenklich und doch auch hoffnungsvoll: Reinhören lohnt sich!

Ursprünglicher Artikel vom 26. März 2021 mit der Überschrift: „Bruder Barnabas lässt sich vom Virus nicht stoppen“

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Die gute alte Tradition des Starkbieranstichs mit dem obligatorischen Derblecken fällt auch 2021, wie schon im letzten Jahr, der Pandemie zum Opfer. War es Ende März 2020 noch die beginnende erste Welle, surfen wir jetzt in Deutschland geradewegs in die dritte hinein.

Und unter ihr begraben: ein weiteres Mal der Starkbieranstich im Bräu. Selbst den Salvatoranstich auf dem Nockherberg gab es nur in stark abgespeckter Version – ohne Singspiel und nur mit virtuellen Gästen im Fernsehen zu sehen.

Nico Schifferer lässt sich nicht unterkriegen

Aber auch unter den gänzlich anderen Vorzeichen des Jahres 2021 ist Bruder Barnabas alias Nico Schifferer nicht unterzukriegen. Als sich abzeichnet, dass auch 2021 keine Veranstaltung stattfinden wird, organisiert er kurzerhand mit Unterstützung seines Gastgebers, Bräustüberl-Wirt Peter Hubert und zusammen mit den Musikern, die von Anfang an dabei waren (Max Klein, Larisa Klintzsch und Klaus Bacher, der das Playback produzierte) den „Corona-Song“.

Besprechung in einer Drehpause am Set in Tegernsee.

Eine Gage bekommt hier keiner der mitwirkenden Künstler. Es geht ihnen um die Sache. Sie wollen nicht leise bleiben, sondern mit ihren Mitteln zeigen, wie sehr die Menschen unter den Folgen der Pandemie und den Lockdowns leiden. Künstler, Wirte, aber auch alle anderen Menschen im Tal.

Hochgestellete Stühle und Bauarbeibeiten

Am Mittwoch war es dann so weit. Die Musiker mit ihren Instrumenten sitzen im großen Bräustüberl zwischen leeren Tischen und aufgestellten Stühlen. Im benachbarten Wirtsraum sind Umbauarbeiten im Gange. So ein verlassenes Bräustüberl ist schon eine bedrückende Kulisse für ein Video. Aber 2020/21 sind leere Wirtshäuser ohne Live-Musik bittere Realität. Ein extrem stimmiges Umfeld für die aktuelle Lage.

Das Herzogliche Bräustüberl tief im Corona-Schlaf.

Auf die Laune der am Dreh Beteiligten scheint das aber offensichtlich keinen Einfluss zu haben. Im Gegenteil. Allein die Tatsache, mal wieder an alter Spielstätte zu sein, hebt die Stimmung deutlich an. Der gespielte Song und ein wenig vom guten Tegernseer Bier tun ihr Übriges. Ein Textauszug vom „Starkbiersong 2021“ gefällig?

Koana woas genau – wias weida geht
Bled is scho – wemma alloa dosteht
Was zünftig war, is zua – de Musi hod da Rua
Kultur gibt’s nix zum Schaun – mia hamma an Lockdown
Koa Wirtschaft is mehr offen – koa Puff und koa Bar
Ois hod se verändert – in dem faden Jahr!

Hier spielt die Musi – von links Max Klein, Larisa Klintzsch, Nico Schifferer und Klaus Bacher

Und zum von Schifferer geschriebenen Text kommt eine lockere, leichte Musik, die im Refrain mal direkt in die Beine geht. Man will Positives transportieren und die Auswahl der Musik (Always look on the bright side of life) ist kein Zufall.

Das technische Equipment ist vom Feinsten und ein Produzent, der genau weiß, was er ins Bild bringen will, gibt im Hintergrund die Anweisungen. „Das ist zwar nicht mein eigentlicher Beruf, aber das muss man schon professionell machen, damit es später im Video richtig gut rüberkommt“, erklärt Alexander von Khuon aus Oberhaching.

Bitte alle noch einmal auf die Ausgangsposition

Zum Beispiel müsse man mit einem Playback arbeiten, aber keineswegs, weil die Musiker nicht live spielen könnten. Das seien alle Profis. Die Akustik sei einfach nicht gut genug im leeren Innenraum und draußen holpern die Laster über die Straße. “Es ist für die Zuschauer auch absolut langweilig, die Musiker bei dieser Musik nur stillsitzend zu sehen. Da muss einfach Bewegung rein”, erklärt Khuon das Konzept seines Drehs.

So müssen die Musiker, Sängerin und Geigerin Larisa und der grantelnde Barnabas drinnen im leeren Bräu wie auch im Außenbereich mehrfach ihr Bestes geben. Auf immer anderen Positionen zu der Musik performen. Das wichtigste dabei? Der Spaß bleibt.

Zu einem kleinen Menschenauflauf kommt es, als die vier vor den Türen des Bräustüberls beginnen, spontan für die Passanten aufzuspielen. Völlig im Rahmen der Corona Auflagen bilden sich im strahlenden Sonnenschein kleine Grüppchen, die der Session mit wippenden Füßen und einem Lächeln folgen.

Wirt Peter Hubert filmt für die private Sammlung fleißig mit.

Bis ihr das Endergebnis sehen könnt, dürft ihr euch die Zeit mit unserem Mitschnitt der Fastenpredigt auf Youtube aus dem Jahr 2018 oder 2019 vertreiben. Sobald das “Corona-Musikvideo” fertig geschnitten ist, werden wir den Link natürlich an dieser Stelle veröffentlichen. Seid gespannt!

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