Bürgermeisterwahl in Kreuth: Interview mit Josef Bierschneider

Von Redaktion

Josef Bierschneider stellt sich am Sonntag zur Wahl. Es wäre sein dritte Amtszeit.

Zweite Anmerkung vom 06. Juli / 08:48 Uhr
Wir hatten zwar schon gestern in dem Gesamtwahlbeitrag die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl veröffentlicht. Aber der vollständigkeithalber ergänzen wir diesen Artikel auch nochmal, falls es in dem anderen Beitrag etwas untergegangen sein sollte:
Bei der zweiten Wahl, der Bürgermeisterwahl in Kreuth, ging es eher normal zu, wenn man bei einem DDR-Ergebnis von 97,4% für Josef Bierschneider als alter und neuer Bürgermeister noch von Normalität sprechen kann. Sicherlich nicht unwichtig für das eindeutige Ergebnis war der Umstand dass Bierschneider der einzige Kandidat war. Und der zweite Grund war vielleicht noch die niedrige Wahlbeteiligung von 47%. So oder so, wir gratulieren ehrfürchtig und wünschen für die nächsten 3,5 Jahre viel Erfolg und gutes gelingen.

Warum Bierschneiders Amtsperiode nur 3,5 anstatt 6 Jahre dauert. Und wieso Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing eine Stimme bei der Kreuther Bürgermeisterwahl erhalten hat lesen Sie hier.

Anmerkung vom 02. Juli / 12:48 Uhr
Wir haben das Interview noch um eine interessante Frage / Antwort ergänzt. Zum organisatorischen ist folgendes zu sagen: Die Bürgermeisterwahl findet ja bereits in zwei Tagen statt. Die Wahlbenachrichtigungskarten mit der Angabe des Wahlbezirks müssten Anfang Juni jedem Bürger zugegangen sein. In Kreuth fällt die Bürgermeisterwahl übrigens zusammen mit der Volksabstimmung über den Nichtraucherschutz. Laut Auskunft der Gemeinde gibt es zwei Wahllokale. Stimmbezirk I wählt in der Tourist-Information. Stimmbezirk II im Hotel Parkresidenz. Die Auszählung der Briefwahl findet im Sitzungssaal des Rathauses statt.

Ursprünglicher Artikel vom 30. Juni:
Am nächsten Sonntag (04. Juli) sind die Kreuther aufgerufen ihren Bürgermeister zu wählen. Aufgestellt ist Josef Bierschneider (CSU). Einen Gegenkandidaten gibt es nicht. Und ohne zu tief in die Kristallkugel schauen zu müssen, wird den meisten das Ergebnis der Wahl schon jetzt ziemlich klar sein. Wir haben Herrn Bierschneider im Vorfeld zur Wahl einige Fragen per Email geschickt und er hat sie uns freundlicherweise auch direkt beantwortet. Das Ergebnis steht hier:

(Ergänzte Frage:) Sie sind seit nunmehr 12 Jahren erster Bürgermeister in Kreuth und bei der anstehenden Wahl werden die beiden anderen Parteien auf einen Gegenkandidaten verzichten. Man könnte bei diesen Vorzeichen darauf schließen, dass die Bürger und Ihre Kollegen im Gemeinderat mit Ihrer Arbeit zufrieden sind. Wie erklären Sie sich diesen Vertrauensbeweis gegenüber Ihrer Person?

Ich habe die vergangenen 12 Jahre stets versucht, durch einen offenen und ehrlichen Umgang im Gemeinderat ein sachorientiertes und freundschaftliches Klima zu schaffen. Auch habe ich mich immer bemüht, Kritik und Anregungen aufzugreifen bzw. umzusetzen. Dies mag wohl ein Grund dafür sein, dass die anderen Gemeinderatsfraktionen auf einen Gegenkandidaten verzichtet haben. Für mich ist dies natürlich ein Ansporn, auch in der kommenden Amtszeit dieses gute Verhältnis weiter zu pflegen und zu fördern.

Ihre erste Amtszeit haben Sie mit 26 Jahren als der jüngste bayerische Bürgermeister angetreten. Davor haben Sie Jura studiert. Andere streben die Karriere als Rechtsanwalt oder Richter an. Was hat Sie vor 12 Jahren dazu gebracht als Bürgermeister zu kandidieren?

Mich hat Politik schon immer interessiert und daher war es naheliegend, dass ich mich in der Kommunalpolitik engagiert habe, zuerst als Gemeinderat und dann eben als Kandidat für das Amt des Ersten Bürgermeisters. Der große Reiz am Amt des Bürgermeisters war damals und ist es aus meiner Sicht auch noch heute, dass man vor Ort in seiner Heimatgemeinde Politik und damit die Zukunft des Ortes mit und für die Bürger gestalten kann.

Inzwischen sind sie gerade einmal 38 und stehen vor Ihrer dritten Amtszeit. Mal angenommen, sie würden immer wieder gewählt werden: Könnten Sie sich vorstellen als Kreuther Bürgermeister in Rente zu gehen und was würden Sie sich bis dahin für Kreuth wünschen?

Das Amt des Ersten Bürgermeisters macht mir sehr viel Spaß und ich werde dieses Amt – wenn die Kreuther Bürgerinnen und Bürger mir das Vertrauen schenken – auch weiterhin mit viel Engagement führen. Für meinen Ort wünsche ich mir, dass das gute Miteinander, das bei uns gepflegt wird, auch in Zukunft erhalten bleibt und wir so gemeinsam die Weichen für die Zukunft richtig stellen können, sei es die Sicherung der Arbeitsplätze vor Ort, sei es die Bewältigung der Veränderungen in der demographischen Entwicklung oder den Ausbau der touristischen Infrastruktur für mehr Gäste vor Ort.

Die meisten Menschen haben wahrscheinlich keine konkrete Vorstellung, was ein Bürgermeister den ganzen Tag macht. Was sind die Punkte in Ihrem Tagesablauf am meisten Spaß machen, bzw. auf was würden Sie gerne verzichten?

Die Aufgaben des Bürgermeisters sind ziemlich breit gestreut, sie gehen von Verwaltungstätigkeiten wie der Führung von Korrespondenz oder Grundstücksverhandlungen über die Abhaltung und Teilnahme an Sitzungen bis hin zu Repräsentationsaufgaben bei Geburtstagen oder sonstigen Veranstaltungen. Insgesamt ist es eine sehr abwechslungsreiche Aufgabe, bei der es natürlich auch mal unangenehme Pflichten und unerfreuliche Gespräche gibt, aber insgesamt überwiegen die positiven Begegnungen mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Ihre Kollegen im Tal sind und waren vor allem immer deutlich älter als Sie. Wurden Sie eigentlich vom ersten Tag an ernst genommen oder gab es auch Zeiten in denen Sie sich erstmal beweisen mussten?

Als ich vor 12 Jahren mit 26 Jahren zum Bürgermeister gewählt wurde, musste ich natürlich erst einmal beweisen, dass ich dieser Aufgabe gewachsen bin und dass auch ein junger Mensch eine solche Aufgabe gut ausfüllen kann. Meine Bürgermeisterkollegen im Tegernseer Tal haben mich aber von der ersten Stunde an gut in ihre Reihen aufgenommen und das Verhältnis und die Zusammenarbeit der Bürgermeister im Tegernseer Tal ist in den vergangenen 12 Jahren immer enger und meines Erachtens auch immer fruchtbarer geworden.

Herr Bierschneider, wir danken Ihnen für die Beantwortung unserer Fragen.

Wie die Wahl am Sonntag wirklich ausgeht werden wir natürlich hier schreiben und bestimmt auch nochmal einen O-Ton vom Wahlsieger einholen. Bis dahin wünschen wir dem einzigen Kandidaten viel Erfolg und allen Wählern die richtige Wahl. Wobei viel Auswahl weder geboten – noch wahrscheinlich von den meisten gewünscht ist…


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