Kurze Freude im Impfzentrum Hausham

Corona: Impfen wird zum Problem

Von Nina Häußinger

Endlich können die ersten Impfungen im Haushamer Impfzentrum durchgeführt werden. Viel Impfstoff ist jedoch nicht vorhanden – dann heißt es erneut warten. Vor allem ältere Menschen sind nun auf unsere Hilfe angewiesen.

Die erste Corona-Impfung im Landkreis: Dr. Thomas Straßmüller impft Renate Zehetmeier, Bewohnervertreterin im Seniorenzentrum Der Schwaighof in Tegernsee im Dezember . © Pressestelle Landratsamt Miesbach

Die Freude ist zumindest beim Impfteam groß: Diese Woche werden am Donnerstag und Freitag die ersten über-80-Jährigen im Impfzentrum des Landkreises in Hausham geimpft, die sich über das Bayerische Impfportal registriert haben. Grund dafür ist, dass einige Impfdosen, die eigentlich für Zweitimpfungen vorgesehen war, nicht vollständig abgerufen wurden. “Zudem erhielt der Landkreis eine zusätzliche Lieferung einer äußerst überschaubaren Anzahl an Dosen. Alle verfügbaren Dosen wurden nun unverzüglich an die besonders priorisierte Gruppe der Über-80-Jährigen vergeben. Alle Termine sind bereits vergeben. Die Termine finden im Impfzentrum statt. Hausbesuche sind noch nicht möglich”, erklärt die Pressesprecherin des Landratsamts Sophie Stadler.

Die Anzahl an Dosen sei jedoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Terminvergabe kann ausschließlich über das Impfportal des Freistaats www.impfzentren.bayern geschehen. Knapp 9.000 Impfwillige aus dem Landkreis Miesbach haben sich dort bereits für eine Impfung registriert. Registrieren kann sich jeder, auch wenn man keine Benachrichtigung per Post erhalten hat oder diese verloren hat. Es ist den Landkreisen nicht möglich, andere oder parallele Systeme zu verwenden.

Senioren bei der Anmeldung unterstützen

“Zur Anmeldung ist eine Mailadresse notwendig, was die Registrierung für viele Senioren erschwert oder unmöglich macht”, sagt Stadler. Der Freistaat habe versprochen, die Software noch einmal nachzubessern, sodass es in absehbarer Zeit zumindest den Mitarbeitern im Impfzentrum möglich sein soll, Termine für Anrufer zu vereinbaren. “Leider ist die Software aber noch nicht so weit entwickelt. Daher können bis auf weiteres nur online Termine vereinbart werden”, so die Pressesprecherin. Das Impfteam bittet noch einmal Kinder, Enkel, Nachbarn und Freunde, impfwillige Senioren bei der Anmeldung zu unterstützen.

Nach erfolgreicher Registrierung wird man benachrichtigt, sobald Impfstoff und damit Termine zur Verfügung stehen. Die Terminvergabe erfolgt durch einen Algorithmus, d.h., die Mitarbeiter im Impfzentrum haben keinen Einfluss auf die Terminvergabe im Einzelfall. Um zu vermeiden, dass Dosen weggeworfen werden müssen, werden Anmelder gebeten, wahrheitsgemäße Angaben zu machen. So wird beispielsweise das Alter beim Zutritt zum Impfzentrum kontrolliert. Stadler betont:

Wer nicht nachweislich zur priorisierten Impfgruppe gehört, wird nicht geimpft.

Leider sei der Impfstoff weiterhin Mangelware: Bis mindestens 19.02. ist nur Impfstoff für die Zweitimpfungen zugesichert. Das Impfzentrum bekomme von Ministerium und Regierung weder Impfstoff, noch Informationen über mögliche weitere Lieferungen. Das Team bittet daher alle Impfwilligen, sich auf www.impfzentren.bayern anzumelden und von Nachfragen abzusehen.

Inzidenzwert weiterhin stabil / Quelle: Landratsamt Miesbach

Im Zentrum bereitet man sich derweil darauf vor, dass bald große Mengen an Impfstoff geliefert werden. Das Problem werde dann wohl sein, so viele Dosen wie möglich am Tag verimpfen zu können. Es laufen schon Vorbereitungen für einen Ausbau der Impfkapazitäten vor Ort, aber “realistischerweise muss man schon jetzt betonen, dass auch dieser Kapazität Grenzen gesetzt sind und die bundesweiten Versäumnisse durch den ausbleibenden Impfstoff trotz aller Bemühungen nicht innerhalb weniger Tage nachgeholt werden können”, so die Pressesprecherin weiter.

Weitere Impfzentren seien von Seiten der Regierung nicht vorgesehen, aber es werde über Außenstellen und mobile Teams im Landkreis nachgedacht. Stadler bittet abschließed um Geduld:

Die Situation ist unbefriedigend für alle, die sich gerne impfen lassen würden. Das Impfteam des Landkreises gibt sein Möglichstes, um in den kommenden Wochen jede verfügbare Dosis an priorisierte Senioren zu verimpfen. Leider ist aber auf allen Seiten noch Geduld notwendig, bis jeder Impfwillige an einen Termin kommt.

Die aktuellen Zahlen findet ihr hier.


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