Waakirchner Craft-Beer bleibt sauber

von Michael Dalock

Ein junger Unternehmer und Braumeister hat in Waakirchen Großes vor: Schon im Frühsommer soll der Spatenstich für sein Gastronomie- und Brauereiprojekt erfolgen. Markus Hoppe will investieren. Doch was schlummert unter dem Gelände?

Deutlich neben der alten Hausmülldeponie: Die neue Brauerei mit Biergarten und Gastronomie wird zirka 100 Meter östlich der 1965 geschlossenen “Altlastenverdachtsfläche” gebaut.

Anfang Januar war es soweit: Im Waakirchner Gemeinderat fiel die Entscheidung zu Gunsten des Neubaus einer Brauerei mit Gastronomie. Die Begeisterung auf der Facebook-Fanpage des Hoppebräu war riesig: „Gratuliere Markus! Sauguad!!“, „Gratulation Markus, jetzt konst Gas gem“, „Saustark! Gfreid mi riesig das klappt hod!“ heißt es unter dem Link zum Artikel der TS.

Bierkunst bereichert Waakirchen

Zu Recht, denn Markus Hoppe hat Großes vor: Saisonale Biervielfalt aus dem Zapfhahn, schlichtes Interieur, zwanglose Atmosphäre und einheimische Küche in strategisch perfekter Lage will er in Waakirchen bieten. Um das Vorhaben des jungen Brauers umsetzen zu können, bedurfte es allerdings einer Änderung des Flächennutzungsplans. In der Sitzung war der Waakirchner Gemeinderat aufgefordert, über die Änderung abzustimmen und so die dortige Fläche als allgemeines Wohngebiet auszuweisen.

Es gab eine lebhafte Diskussion bei der auch Einsprüche von Nachbarn vorgetragen wurden. Der Gemeinderat genehmigte die Änderung des Flächennutzungsplans dann aber einstimmig und sprach sich für eine Aufstellung des Bebauungsplans aus. Einstimmigkeit herrschte wohl auch über den Wert, den eine derartige Investition für die Gemeinde bietet. So meinte Gemeinderat Robert Englmann von der CSU:

Die Brauerei ist eine Belebung für den Ort. Bei uns sind einige Wirtschaften weggebrochen. Wenn einer die Ärmel hochkrempelt und was anpackt, dann sollte man so jemanden halten.

Allerdings gab es in den Kommentaren zu den Berichten Aussagen, die einen dunklen Schatten über das Projekt hätten werfen können. Auf der Facebook-Seite des Hoppebräu hiess es: „Freut mich riesig für dich. Allerdings hoffe ich alle Beteiligten wissen was sich unter dem Grundstück verbirgt.!” In den Kommentaren auf der TS-Seite äußerte sich die Stichlhex:

Täusch ich mich da, oder ist das nicht der Grund auf dem die Müllhalde Jahrzehnte lang war? Wenn ja: Prost, Mahlzeit ! Ein Lebensmittelbetrieb auf einer Müllhalde.

Anfragen im Waakirchner Rathaus sorgten schnell für Entwarnung. Ja, es gab in der Nähe mal eine Müllhalde. Aber die war nicht auf dem selben Grundstück, sondern „die Altlastenverdachtsfläche befindet sich weiter westlich.“ Zudem ist die Grube seit mehr als 50 Jahren stillgelegt und war nur acht Jahre in Betrieb.

Gemeinde und Landratsamt bestätigen “Rekultivierung”

Ein Gemeindesprecher erklärt, die Grube sei gemäß den rechtlichen Vorgaben versiegelt worden und Landratsamt Miesbach sowie das Amt für Bodenschutz hätten die Maßnahme geprüft. Birger Nemitz, Sprecher des Landratsamtes bestätigt das:

Die Hausmülldeponie der Gemeinde Waakirchen wurde von etwa 1958 bis 1965 betrieben. Im Frühjahr/Sommer 2014 wurden im Zuge der Rekultivierung der ehemaligen gemeindlichen Hausmülldeponie „Hinterholzer Grube“ verschiedene Materialien auf die Fläche aufgebracht.

Damit sind die behördlichen Vorgaben rundum erfüllt. Eine Abschlussdokumentation über die Rekultivierungsmaßnahmen liegt dem entsprechenden Fachbereich 32 Wasser, Abfall und Bodenschutz vor. Aber auch der Investor selbst ist bereits aktiv gewesen und hat umfassende Gutachten eingefordert.

Obwohl Hoppe zuvor die Baugenehmigung für das im Außenbereich liegende Grundstück fehlte, holte er sich in weiser Voraussicht beim Landratsamt ein Boden- sowie ein Schallgutachten ein. „Das hat viel Geld gekostet“, sagt er. Und mit „viel Geld“ meint er 10.000 Euro – nur für die Gutachten. So sollte der Einhaltung des Reinheitsgebotes nichts im Wege stehen. Hoppes Bier-Kreationen bleiben sauber.


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