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Buchhandlungen im Tal sehen keine große Nachfrage

Das eBook ist tot – es lebe das eBook?

Von Rose Beyer

Bald ist Urlaubszeit. Da gehört der packende Bestseller oder die romantische Liebesgeschichte für viele mit in den Koffer. Heute hat man die Alternative zwischen „echten Büchern“ aus Papier und eBooks, die man auf seinem Computer, via Handy oder mit einem eBook-Reader lesen kann.

Doch welche Alternative ist beliebter? Stirbt Print “wieder mal” aus? Oder bleibt es auch zukünftig bei den beiden Wahlmöglichkeiten?

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„Echtes Buch“ oder digitale Alternative

Hubertus von Scheven, Inhaber der alteingesessenen Rottacher Buchhandlung „Kolmansberger“, gibt dem digitalen Buch nicht allzu viele Chancen. Für ihn hat das gedruckte Buch eindeutige Vorteile. Darin blättern, daran riechen, das Anfassen des Papiers – das ist es, was viele an einem papiernen Buch lieben.

Einen schweren, duftenden Schinken mit geheinmisvollem, stylischem oder antikem Umschlag, den man hütet wie einen Augapfel. Mancher markiert die gelesenen Seiten vorsichtig mit einem Lesezeichen. Der andere biegt es hin und her, bis es sich der Lesestellung anpasst, kleckert Kaffee oder Weißbier hinein und „zerliest“ es gemütlich in seine Einzelteile.

Nach der letzten Seite wartet das Bücherregal geduldig auf sein neues Mitglied, das sich optimal in die Reihen einfügt. „Kaum jemand fragt nach einem eBook im Laden“, erzählt von Scheven. Auch in der Tegernseer Ludwig-Thoma-Buchhandlung hat man ähnliche Erfahrungen gemacht: Die Nachfrage nach eBooks hält sich scheinbar noch in Grenzen – das hören wir reihum in den meisten Tal-Gemeinden.

Leichte Lesegeräte

Vielleicht liegt das aber auch daran, dass eBooks fast ausschließlich online gekauft werden?! Auch die Rottacher Buchhandlung hat unter www.kolmansberger.de umfangreiche Informationen über digitale Bücher ins Netz gestellt. Hier erfährt man, wie man eBooks einfach und drahtlos in der eBook-Reader-App kaufen und lesen kann. Auch auf die unterschiedlichste Hard- und Software, die zum Lesen angeboten wird, wird eingegangen: Smartphones und Tablet-PCs mit Android-Betriebssystem beziehungsweise iPad, iPod touch, iPhone oder handliche eBook-Reader.

Wie ein großer Bücherschrank in einem kleinen Gerät kommen dabei die Reader daher. Bereits vor über zehn Jahren gab es Bemühungen, die Geräte auf den Markt zu bringen. Allerdings waren diese damals offenbar technisch nicht ausgereift, und es gab zu wenige Bücher im digitalen Format. Heute gibt es eine größere Auswahl an Readern sowie jede Menge geeignete Literatur.

Welcher Reader der richtige ist

Welches Modell der kleinen Geräte – das schwerste ist der eLyricon von Pearl mit 283 Gramm – den größten Lesespaß bereitet, erfährt man unter Computerbild: Hier eine Auswahl. Amazon Kindle, Sony PRS, Sony Kobo eReader Touch, Odys Boox, txtr- oder der Weltbild-Reader. Testsieger wurde übrigens der PocketBook Touch für ungefähr 100 Euro.

Bild: Amazon kindle

Fast alle Reader haben ein sogenanntes eInk-Display, das zwar nicht so bunt ist wie ein Tablet-Monitor, aber die Schrift erscheint dafür auch bei hellem Sonnenlicht scharf. Da eInk-Modelle nur beim Umblättern Strom verbrauchen, hält eine Akkuladung relativ lange: Der Kobo-eReader schaffte laut Computerbild im Test über 8.000 Seitenwechsel.

Zusatzvorteil: Die nicht selbst leuchtenden Reader sind angenehm für die Augen. Der Nachteil: Das „elektronische Papier“, auf dem die schwarze Schrift erscheint, ist nicht reinweiß, sondern eher hellgrau. Der Kontrast ist unveränderbar. Wie bei einem richtigen Buch benötigt man also ausreichend Beleuchtung zum Lesen. Im Freien sind die Reader also im Vorteil.

Lesestoff für eBooks

Verschiedene Onlineshops bieten eine Vielzahl von Titeln in Formaten, die sich für die meisten Reader eignen. Nur der Kindle kommt mit dem Format “EPUB“ nicht zurecht. Nutzern bleibt nur der Buchkauf bei Amazon. Dort gibt es zwar eine große Auswahl deutscher Titel; aber wer im Kindle-Shop nicht das passende Buch findet, dem nützt der Kauf bei einem anderen Anbieter nichts.

Alle eBooks sind mit dem DRM-Kopierschutz Adobe Digital Editions versehen. Außer dem Kindle kamen damit alle anderen eBook-Reader im Computerbild-Test zurecht. Die Preise von eBooks sind bei den Shops genauso unterschiedlich wie die von gedruckten Büchern.

Laut Computerbild bietet das Buchprojekt Gutenberg eine Vielzahl deutscher und fremdsprachiger Klassiker an, die man kostenlos auf seinen eBook-Reader überspielen kann. Mit der Freeware “Calibre“ wandelt man die Gratis-Books in ein Format um, das der Reader versteht. Außerdem bieten auch manche Bibliotheken inzwischen an, digitale Bücher auszuleihen.

Fazit der Redakteurin

Ich persönlich brauche etwas in der Hand. Dabei schätze ich bereits die Vorfreude aufs Lesen: Das Aussuchen im Buchladen oder das Schmökern in der Bücherei. Ich will nachts gegen den Schlaf kämpfen, um nur noch eine, noch diese eine und dann doch noch eine weitere Seite zu lesen.

Ich plage mich gerne damit ab, meinen Lieblingsschinken überall mit hin zu schleppen, egal, wie schwer er ist. Gerne leihe ich es nach meinem Lesegenuss meiner besten Freundin. Obwohl ich die Vorteile eines eBooks erkennen kann, verbergen sich diese für mich noch weit hinter denen des papiernen Konkurrenten.

Lediglich im Urlaub würde ich selber die digitale Variante für mich akzeptieren. Der große Vorteil der eBooks ist es nun mal, dass sie das Koffergewicht nicht in die Höhe treiben.

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