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Das Internet und das Tegernseer Tal: Teil 1 – Google StreetView

Von Redaktion

Diese Autos sind auch im Tal unterwegs

Letzte Woche war in der Tegernseer Zeitung ein Artikel zum Thema „Wiederspruch gegen Google-Späher möglich“. Auf der Gemeinderatssitzung in Rottach wurde Gestern auf die Möglichkeit des Widerspruchs gegen Google hingewiesen. Irgendwie haben wir den Eindruck, dass wohl relativ viele im Tal das Internet als Bedrohung oder Einbruch in ihre Privatsphäre sehen.

Wir werden in nächster Zeit also immer mal wieder Artikel veröffentlichen und versuchen das Internet auf seine Bedeutung für das Tal runter zu brechen. Wir wollen damit zeigen, dass das Netz für uns alle viel mehr Chancen als Risiken bringt. Los geht’s mit dem 1. Teil:

Internet als wichtigste Informationsquelle zur Urlaubsplanung

Viele schreiben scheinbar lieber, wie man sich gegen Google wehrt, anstatt zu erklären, wie man Google und das Internet – gerade in Tourismusgebieten – für sich nutzt. Laut einer Studie von Infratest aus dem Jahr 2008, ist das Internet inzwischen für die Hälfte der Deutschen die wichtigste Informationsquelle bei der Urlaubsplanung. Bei Menschen mit Internetzugang zu Hause oder im Büro sogar für 67%. Heute, zwei Jahre später wird dieser Anteil nochmals deutlich gestiegen sein.

Was ist eigentlich Google StreetView?

Das, was da zur Zeit diskutiert wird, ist ein kostenloser Dienst von Google: „Google StreetView“. Google versucht, die komplette Welt zu fotografieren und die Bilder zusammen mit Landkarten anzubieten. Ziel ist es, dass jeder die ganze Welt sehen kann und z.B. schon am eigenen Schreibtisch weiß, wie sein Urlaubshotel aussieht und vor allem, was die Gegend in der Nähe zu bieten hat.

Die Aufnahmen, bzw. Fotos in Google StreetView stellen aber ausschließlich Momentaufnahmen dar. Das heißt, dass es natürlich nicht möglich ist „Live Bilder“ aus der Nachbarschaft zu sehen. Die Satellitenbilder der normalen Google Landkarten für das Tegernseer Tal sind z.B. inzwischen einige Jahre alt. So ist auf den Aufnahmen weder der Aldi in Kreuth, noch die Seesauna in Tegernsee zu sehen. Vor aktuellen Spionagemöglichkeiten braucht sich also niemand zu fürchten.

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Keine privaten Adressen und Informationen

In StreetView sind keine privaten Adressen, sondern Cafés, Restaurants und Tankstellen, Einzelhändler und Bushaltestellen verzeichnet. Alles direkt mit Bild, Erklärung, Telefonnummer oder Adresse. Aber nur von den Händlern, die sich kostenlos und freiwillig auf Google angemeldet haben.

Welche Vorteile kann Google StreetView bieten?

Wie schon gesagt, bietet StreetView die Möglichkeit, sich vom Schreibtisch aus, andere Gegenden, Städte oder Orte anzuschauen. Im Idealfall natürlich mit dem Gedanken, sich die Gegend auch mal persönlich anzuschauen. Genau diese Möglichkeit sollte eine Tourismus-Region wie das Tegernseer Tal für sich nutzen. Der Rottacher Bürgermeister Franz Hafner meinte auf der letzten Gemeinderatssitzung zum Thema StreetView: „und dann widersprechen die Pensionsbesitzer dem Foto auf Google StreetView und laufen danach zur Touristinformation um neue Prospekte auszulegen.“

Prospekte verteilt auch jeder

Prospekte mit Bild natürlich. Mit Fotos vom Haus von außen und Bildern von den Gästezimmern, dem Badezimmer, dem Garten, dem Frühstücksraum und natürlich noch mit Aufnahmen aus der Umgebung – schließlich will man ja zeigen, wie schön es da ist. Die Vermieter, Hund und Enkel sind natürlich auch mit Foto gezeigt. Frei ausgelegt in der Touristinformation. Sichtbar für jeden. Schließlich braucht man ja Kunden und ohne Werbung ist das nur schwer möglich.

Google hilft bei der Werbung

Was anderes will Google mit StreetView aber eigentlich auch nicht bieten. Wer Interesse daran hat, kann sein Gästehaus oder Gewerbe dort kostenlos eintragen und für sich werben. Wenn er will direkt mit Telefonnummer, Anfahrtsskizze und Verlinkung zur eigenen Homepage.

Die Gemeinden selbst haben die Möglichkeit sich, ebenfalls kostenlos, im Internet zu präsentieren. Schön ist’s im Tal sowieso. Da brauchen wir uns auch im Internet nicht dafür schämen. Und Touristen aus der ganzen Welt haben so die Chance, das schon am eigenen Computer zu erkennen und Lust zu bekommen uns zu besuchen.

Menschen und Autos erkennt keiner

Menschen und Autokennzeichen werden in Google StreetView übrigens automatisch unkenntlich gemacht. Das sieht dann ähnlich aus, wie unkenntlich gemachte Fotos in der Zeitung. Über Kennzeichen oder Gesicht wird eine Art „Schleier“ gelegt. Zu erkennen ist danach nichts mehr.

Und wenn irgendwer zufällig gerade zum Einkaufen unterwegs war, als das Google-Auto an ihm vorbei fuhr, ist er eben auf einem der Fotos zu sehen. Unkenntlich. Wahrscheinlich weiß sogar nur er selbst, dass er es ist.

Und jetzt? Ist das schlimm? Und interessiert sich derjenige, der sich Bilder aus dem Tal anschauen möchte überhaupt für die Passanten auf dem Gehweg?

Wir glauben nicht.

Der Vollständigkeit halber, hier noch die zwei Möglichkeiten, die sich jedem aus dem Tal bieten.

1. Widerspruch gegen die Aufnahmen bei Google einlegen
Wer sich gegen die Aufnahme seines Hauses, seiner Wohnung oder seines Autos wehren möchte, hat folgende Möglichkeiten. Haus oder Wohnung kann er vorsorglich von den Aufnahmen ausschließen. Einfach eine Email an streetview-deutschland@google.com schicken. Mit Angabe der eigenen Adresse und Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Alternativ geht das Ganze auch per Post:

Google Germany GmbH
betr.: Street View
ABC-Straße 19
20354 Hamburg
(Ja, die Straße heißt wirklich ABC-Straße)

Bevor die Bilder in StreetView veröffentlicht werden, wird sich Google dann nochmals bei den Betroffenen melden und genau erklären, wie sie die exakt zu löschenden Bilder melden können. Ein generelles Ausschließen von Aufnahmen im Vorfeld ist aus technischen Gründen nicht möglich. Darum werden die Bilder erst ausgewertet und anschließend, auf Antrag, gelöscht. Mehr Informationen dazu gibt’s auch direkt bei Google.

2. Das eigene Fremdenzimmer, die eigene Firma o.ä. gezielt sichtbar machen
Wer sich jetzt dazu entscheidet, sich nicht gegen die Aufnahmen zu wehren, sondern die eigene Firma o.ä. in Google StreetView und die Google Landkarten einzutragen, kann das relativ leicht machen.

Einfach im Google Branchencenter das erforderliche Formular ausfüllen. Nachdem die Informationen abgeschickt wurden, bekommt man einen Anruf von Google. Jetzt muss man die eingetragenen Angaben per Tasentdruck bestätigen (dazu braucht man allerdings ein relativ neues Telefon, dass „Tastentöne“ unterstützt. Wer sich z.B. bei der Telekom oder der Bahn durchs Menü „tippen“ kann, hat so ein Telefon).

Falls man wirklich noch ein sehr altes Telefon hat, geht das Ganze natürlich auch wieder auf dem Postweg. Google schickt dafür eine PIN-Nummer an die Geschäftsadresse, die man anschließend wieder zurück schicken muss.

Wenn das alles erledigt ist, wird der Eintrag nach ein paar Tagen in Google Maps auftauchen. Sobald Google StreetView in Deutschland verfügbar ist, wird der Eintrag dort auch erscheinen.

Falls irgendwer Probleme mit der Anmeldung oder auch dem Widerspruch haben sollte, kann er sich gerne an uns wenden. Wir helfen gerne weiter.

Email an: info@tegernseerstimme.de
Telefon: 08022/ 85 89 302


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