“Das kann eine teure Sache werden”

von Rose Beyer

„Des is wos Gschmackiges“, leitete der Gmunder Bürgermeister Georg von Preysing den letzten Tagesordnungspunkt bei der Bauausschusssitzung ein. Es ging um die Untersuchungen an der ehemaligen Mülldeponie Berg.

Erste Bohrungen machen weitere Schritte notwendig. Allein für die Untersuchungen rechnet man in der Gemeinde mit Kosten von 34.000 Euro. Die Sanierung könnte dann aber richtig teuer werden: fast 100.000 Euro müsste Gmund schultern.

Schlummern unter unscheinbarem Grün Altlasten? Ehemalige Mülldeponien wie hier in Gmund sollen genauer untersucht werden.

Laut Andreas Holderer vom Rosenheimer Wasserwirtschaftsamt ist die Untersuchung der ehemaligen Hausmülldeponien Routine. Früher hatten sich die Gemeinden eigene Deponien geleistet. Erst nach der Gebietsreform 1978 war damit endgültig Schluss. Die alten Mülldeponien – in Gmund waren das Antenloh, Berg, Festenbach, Gasse, Louisenthal, Niemandsbichl und Riedl – wurden aufgelöst, der Landkreis übernahm die zentrale Lagerung.

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In Berg wurde man fündig

Doch mancherorts schlummern offenbar Altlasten wie Leicht-, Halb- und Schwermetalle noch in der Erde vor sich hin. Untersuchungen sollen vor allem verhindern, dass das Grundwasser beeinträchtigt wird. Aufgrund der Flächengröße und Bachnähe hatte man im Gemeindegebiet Gmund vorrangig die alten Stellen in Festenbach und Berg untersucht.

Und in einem Fall tatsächlich erhöhte Werte festgestellt, wie der Rathauschef den Ausschussmitgliedern erklärte. Auch ein altes Fahrrad war offenbar gefunden worden.

Da ist eine Stelle drin, da sieht man schon das Metall herausschaun.

Nachdem in Berg erhöhte Werte für Arsen (statt erlaubter 10 Milligramm pro Kilogramm Boden wurden 29 Milligramm gemessen), Barium, Chrom, Quecksilber, Blei, Kupfer und anderen Schwermetalle ermittelt wurden, muss die Gemeinde Gmund nun eine Detailuntersuchung in Auftrag geben. Man will endgültig wissen, ob die erhöhten Werte Auswirkungen auf Boden und Grundwasser haben.

Entnommen werden die Proben durch eigens dafür geschaffene Bohrlöcher, die zu Beginn der Arbeiten mithilfe großer Maschinen entstanden sind. Die Untersuchungen in Berg könnten dabei teuer werden. Preysing rechnet damit, dass sie die Gemeinde 34.000 Euro zahlen muss.

Vor allem Metall-Altlasten stellen ein Problem dar/Quelle: Jörg N / pixelio.de

Welche Schritte darüber hinaus notwendig sind, werden dann die Detailuntersuchungen zeigen, die jetzt ausgeschrieben werden. Erst dann ist es möglich, die Deponie abschließend zu beurteilen und zusammen mit den übergeordneten Behörden die nötigen Sanierungsmaßnahmen festzulegen. Zeitliche Fristen gibt es hierbei keine.

Die Kosten könnten jedoch beträchtlich werden. Im schlimmsten Fall – also wenn der Müll ausgehoben und die Deponie saniert werden muss – müsste die Gemeinde bis zu 99.000 Euro schultern. Den Rest bezahlt die Regierung.

Festenbach ist sauber

Einziges Trostpflaster: für die Deponie in Festenbach sieht es gut aus. Die Probebohrungen haben bisher keine erhöhten Werte zutage befördert. Wahrscheinlich werden keine weiteren Tätigkeiten notwendig sein.

Mit den 14.000 Euro für die Untersuchungen scheint der Fall an dieser Stelle erledigt zu sein. Einen ganz pragmatischen Lösungsvorschlag hatte der Rathauschef indessen seinen Ausschussmitgliedern für die Deponie Berg zu bieten: „Am besten, jeder von euch nimmt sei Glump seiba wieda mit hoam.“

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