Gnadenfrist für das “Rosso”

von Rose Beyer

Aktualisierung vom 31. Juli / 10:48 Uhr
Die Pächter Salvatore Rizzo und Daniele Miglietta sowie Eigentümer Klaus Aurich des Restaurant “Rosso” können erstmal aufatmen.

Christine Lang vom Gmunder Bauamt berichtete auf Nachfrage unserer Redaktion, dass den Betreibern erstmal Aufschub gewährt wurde. Bis Ende des Jahres seien die geforderten Stellplätze jedoch endgültig nachzuweisen. “Wir freuen uns riesig mit unseren Gästen,” so Klaus Aurichs` Kommentar, als er von dem Aufschub erfuhr. “Da sieht man den guten Willen der Gemeinde.”

Konkret bedeutet der Aufschub, dass die Terrasse noch in der bestehenden Form den Sommer über betrieben werden darf. Für Aurich und das Team vom Rosso heißt es nun: erstmal den Sommer genießen und sich gleichzeitig um die geforderten Stellplätze kümmern.

Ursprünglicher Artikel vom 18. Juli:
Salvatore Rizzo und Daniele Miglietta sehen einen Lichtstreif am Horizont, wenn es um die Lösung des seit über einem Jahr bestehenden Parkplatzproblems für ihr Restaurant geht. Das „Rosso“ befindet sich direkt im Gmunder Ortskern und hat rundherum keinen Platz für parkende Autos.

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Doch nicht nur die Betreiber sind zuversichtlich. Auch Eigentümer Klaus Aurich sucht immer wieder das Gespräch mit der Gemeinde. Und auch rund 280 Bürger haben sich mittlerweile in eine Unterschriftenliste eingetragen. Das Ziel: die Terrasse vor dem Rosso erhalten.

Die beiden Pächter des Rosso: Daniele Miglietta und Salvatore Rizzo
Die beiden Pächter des Rosso: Daniele und Salvatore Rizzo

Eigentlich muss Aurich als Besitzer des kleinen Gebäudes drei Stellplätze nachweisen. „Wir würden uns mit zwei zufriedengeben“, berichtet Lang. Den dritten Stellplatz könnte der Eigentümer ablösen, müsste ihn also nicht nachweisen. 7.500 Euro soll er dafür an die Gemeinde bezahlen. Aurich wäre das auch das Geld wert. Die Kommune würde es dann für Verkehrsmaßnahmen verwenden.

„Ohne Terrasse ist der Laden tot“

In dem Fall würden allerdings immer noch zwei Stellplätze fehlen. In der näheren Umgebung konnte Aurich bisher keinen einzigen auftreiben. Immerhin ‒ die Terrasse, die das Hauptproblem zu sein scheint, steht noch. Hier könnten nämlich die beiden geforderten Stellplätze errichtet werden. Ansonsten müsste der Eigentümer die Plätze anderweitig nachweisen.

„Doch ohne Terrasse ist der Laden tot“, behauptet Aurich, will die Fläche also nicht verlieren. Denn die Gäste wollten vor allem im Sommer alle draußen sitzen, und sei die Open-Air-Fläche noch so klein. Ob die Terrasse bleiben darf, steht dagegen derzeit noch in den Sternen.

Ideen für zwei Plätze

Bereits vor einem Jahr musste die verglaste Überdachung abgebaut werden. Aus einem Wintergarten wurde eine Speiseterrasse. Seither kann die Fläche zwar nur noch im Sommer genutzt werden. „Aber das ist besser als nichts.“ Und Aurich ist zuversichtlich, obwohl sein Glück an einem seidenen Faden hängt. Die Entscheidung treffen die Gemeinde Gmund und das Landratsamt.

Der Eigentümer hat bereits Ideen präsentiert, wie er einen beziehungsweise zwei Stellplätze nachweisen könnte. Beispielsweise durch eine Gehsteigverlegung. Was aber laut Christine Lang eine größere Maßnahme wäre. Auch weitere Behörden ‒ etwa das Straßenbauamt ‒ müssten in dem Fall involviert werden.

Das Rosso an der Bundesstraße in Gmund ‒ Streitpunkt ist die Terrasse links von dem Gebäude.
Das Rosso an der Bundesstraße in Gmund ‒ Streitpunkt ist die Terrasse links von dem Gebäude.

An einen möglichen Abriss der Terrasse will Aurich derzeit nicht denken. Er hofft auf eine Einigung mit den Behörden und ist dabei, ein Schreiben an das Landratsamt zu verfassen.

Einen Teil der Gmunder wissen er und die beiden Pächter hinter sich. Daniele Miglietta und Salvatore Rizzo haben allein in der letzten Woche rund 280 Unterschriften gesammelt. Unterschrieben haben Bürger, die sich für den Erhalt der Terrasse aussprechen ‒ als einen der wenigen Orte im Gmunder Zentrum, an dem man draußen speisen kann.

Die Liste wollen die Betreiber kommende Woche an Bürgermeister Georg von Preysing übergeben. Auf dass es doch noch zu einer einvernehmlichen Lösung kommt.

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