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Sanierung des historischen Radolin-Hauses in Rottach-Egern

Das teure Erbe zweier Nachbarn

Von Nicole Posztos

Das Radolin-Haus war ein teures Erbe für die Stadt Tegernsee und die Gemeinde Rottach-Egern. 2,4 Millionen Euro mussten die beiden Erben in die Sanierung des Anwesens stecken. Seitdem gibt es immer wieder Gerüchte um einen Verkauf. Der Rottacher Geschäftsleiter redet gegenüber der Tegernseer Stimme nun Klartext.

Das Radolin-Haus wurde für Rottach und Tegernsee zum teuren Erbe.
Das Radolin-Haus wurde für Rottach-Egern und Tegernsee zum teuren Erbe.

Der Jubel war groß, als die Gemeinde Rottach-Egern und die Stadt Tegernsee im Jahr 2010 gemeinsam das Radolin-Haus erbten. Bei dem Gebäude in der Rottacher Fürstenstraße handelt es sich schließlich um ein sehr geschichtsträchtiges Anwesen. Im stattlichen Park vor dem Haus standen einmal zwei Linden. Dort soll König Max I. Joseph, der Überlieferung nach, im Jahr 1818 die bayerische Verfassung unterzeichnet haben.

Das Landratsamt widmete diesem feierlichen Ereignis einst sogar eine Gedenktafel, die jedoch versehentlich an der falschen Stelle angebracht wurde. Im Radolin-Haus selbst lebte bis zu ihrem Tod Elisabeth von Radolin, aus dem gleichnamigen Adelsgeschlecht. Sie vermachte das Haus samt Park schließlich Rottach-Egern und Tegernsee zu gleichen Teilen.

Mietwohnungen statt Herrschaftshaus

Auch heute ist das Haus wieder bewohnt. Es wurde auf Kosten der öffentlichen Hand saniert. Insgesamt acht Wohnungen wurden dabei errichtet. „Sie alle sind vermietet“, sagt der Rottacher Geschäftsleiter Gerhard Hofmann.

In Rottach-Egern, wie auch in Tegernsee, fragen sich derweil viele Bürger, wie die Kommunen die Sanierungskosten von 2,4 Millionen Euro wieder erwirtschaften wollen. Über einen Verkauf einzelner Wohnungen, oder gar des ganzen Anwesens, wird offen spekuliert. Diesen Spekulationen schiebt Gerhard Hofmann allerdings einen Riegel vor:

Weder einzelne Wohnungen, noch das Anwesen werden verkauft.

Das sei testamentarisch für die nächsten 30 Jahre festgelegt, so Hofmann weiter. Die angefallenen Kosten in Millionenhöhe wollen Gemeinde und Stadt über die Mieteinnahmen refinanzieren. Die Finanzierung ist demnach langfristig angelegt.

Vielleicht pflanzen beide ja in der Zwischenzeit wieder zwei Linden an der Stelle der einstigen historischen Zeitzeugen. Dann hätte auch die Gedenktafel ihren richtigen Platz.


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