Wiessee: CSU kritisiert Informationspolitik im Gemeinderat
“Demokratie sieht anders aus”

von Nina Häußinger

Ein Museum für Bad Wiessee. Erst im Februar kam die Meldung und die Begeisterung war groß. Einen Monat später sieht das ganz anders aus. Die CSU beschwert sich über mangelnde Information und fordert den sofortigen Umbaustopp.

In diesem Haus soll das Holzgällermuseum entstehen - die CSU findet das nicht so gut
In diesem Haus soll das Holzfällermuseum entstehen – die CSU findet das nicht gut

Wiessee soll ein Museum kriegen – und das obwohl die übrigen Orte am See um das Überleben ihrer Museen kämpfen müssen. In der ehemaligen Zeiselbach-Winterstube soll ein Holzfäller-Museum entstehen. So hatten es sich jedenfalls die Verantwortlichen in der Gemeinde ausgedacht.

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Da haben sie die Rechnung allerdings ohne die CSU gemacht. „Demokratie sieht anders aus“, meinte Ingrid Versen auf der gestrigen Gemeinderatssitzung aufgebracht. Die Entscheidung über die Einrichtung eines Museums sei am Gemeinderat vollkommen vorbeigegangen.

Alle anderen klagen, und da müssen wir mitten im Wald ein Museum eröffnen, nur um zwei Frauen zu beschäftigen.

Damit spielte Versen auf Petra Wagner und Maria Huber, Ehefrau des zweiten Bürgermeisters Robert Huber (SPD), an. Die haben zuvor die Mittagsbetreuung in der Schule geleitet. Die hat jetzt jedoch die evangelische Kirche in Form eines Horts übernommen.

Fraktionskollege Kurt Sareiter blies ins gleiche Horn. Auch er halte die Investition für unnötig. Die Partei fordert damit den Stopp des Umbaus in ein Museum. Huber übernahm gestern kurzfristig die Leitung der Sitzung, da Peter Höß krankheitsbedingt ausfiel.

Er bemühte sich um Sachlichkeit und beteuerte, auch erst kurz vorher in das Projekt eingeweiht worden zu sein. Klaudia Martini (SPD), die sich kurzerhand einbringen wollte, kam gar nicht zu Wort. Versen konterte:

Frau Martini, jetzt rede ich. Sie reden oft und zu viel.

Versen schlug vor, die beiden Damen mit der Pflege der örtlichen Blumenbeete zu betrauen. So könne man die Personalkosten von rund 20.000 Euro sinnvoll nutzen. Am Ende bestand jedenfalls insofern Konsens, dass hier noch Diskussionsbedarf besteht.

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