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Waakirchen will Platz am Löwen umgestalten

Denkmal soll altersgerecht werden

Von Rose Beyer

Sein Blick geht nördlich Richtung Sendling. Vor ihm liegt die sogenannte „Bauernfahne“. Das Oberländerdenkmal, das an die Sendlinger Mordweihnacht erinnert und von jedem umgangssprachlich der „Löwe“ genannt wird, ist zentrales Zeichen der Ortschaft Waakirchen.

Wenn es nach Bürgermeister Sepp Hartl geht, soll es altersgerechter gestaltet werden.

Inwieweit das Löwen-Denkmal verändert werden kann, will der Gemeinderat klären.

„Ich mache mir da schon seit ein paar Jahren Gedanken drüber“, startete Bürgermeister Sepp Hartl seine Rede zum Tagesordnungspunkt „Neugestaltung zum Zugangsbereich des Löwen-Denkmals“ in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Gerade für ältere Leute ist der Zugang zum Denkmal beschwerlich. Zahlreiche Treppen führen hinauf und das abschüssige Gelände bietet wenig Platz zum Stehen. Das Denkmal steht direkt an der Kreuzung der Bundesstraße 472 von Waakirchen Richtung Bad Tölz.

Kleiner Ausflug in die Geschichte des Löwen

Weil man häufig recht unachtsam an dem Wahrzeichen von Waakirchen vorbeifährt, sei ein kleiner Ausflug in die Geschichte rund um das Denkmal erlaubt: Eigentlich heißt es „Oberländerdenkmal“. Im Jahr 1905 war es im Beisein von Prinz Ludwig von Bayern enthüllt worden. Der Name markiert dabei den Ausgangspunkt des Bauernaufstandes – das Bayerische Oberland.

Man vermutet, dass der Aufstands-Anführer, der sogenannte „Schmied von Kochel“, der in Waakirchen 1644 geborene Balthasar Mayer ist. Deshalb war es folgerichtig, den Getöteten hier ein Denkmal zu setzen. In der Nacht vom 25. Dezember wurden über tausend bayerische Aufständische von Truppen der Reichsarmee getötet.

Jährlich am 24. Dezember gedenken deshalb Gebirgsschützenkompanien nach einer Messe zu Füßen des Denkmals der Gefallenen des Aufstandes. Während der Löwe stolz auf seinem Sockel sitzt, zeigen die vier Reliefs auf dem Sockel Szenen aus der Sendlinger Mordweihnacht. Geschaffen hatte sie der Münchner Bildhauer Anton Kaindl, restauriert wurden sie zuletzt im Jahr 1985.

Gemeinderat weiß um die Wichtigkeit des Wahrzeichens

Nicht nur Bürgermeister Sepp Hartl denkt an eine altersgerechtere Gestaltung des Denkmalbereichs. In seiner jüngsten Sitzung hatte sich der Waakirchner Gemeinderat damit befasst, wie der Zugangsbereich besser angelegt werden kann.

Wie genau das Denkmal verschönert – beziehungsweise verbessert – werden könnte, zeigte Hartl anhand einer handgezeichneten Skizze via Projektor. Er kann sich vorstellen, dass der zentrierte Treppenbereich mit Granitsteinen eingefasst wird. „Dann kommt man schön sauber runter“, betonte der Bürgermeister.

Zusätzlich findet der Rathauschef eine Buchshecke angebracht. Das Plateau solle erweitert werden, „damit man anständig stehen kann“. Das habe außerdem den Vorteil, dass eine komplette Musikkapelle Platz finde. Wichtig seien ihm auch abgesetzte Stufen, damit doppelseitige Fahnen Platz hätten.

Gemeinderat Andreas Hagleitner (Freie Wähler) stieß an, dass man die stark gewachsenen Birken zurückschneiden solle. Bevor jedoch ein Kostenangebot eingeholt wird, müssen die Verantwortlichen im Waakirchner Rathaus klären, ob es denkmalschützerische Einschränkungen geben könnte. Ist das nicht der Fall, kann es bald losgehen mit den Arbeiten rund um das Denkmal.

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