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Ein Kommentar zur Entwicklung der Holzkirchner Jugend

Denn sie wissen nicht immer, was sie tun

Von Daniela Otto

In Holzkirchen gibt es viele Jugendliche mit Problemen. Manche verhalten sich auffällig, hängen auf der Straße ab, in seltenen Fällen sind auch Drogen im Spiel. Die Augen vor dieser unbequemen Wahrheit zu verschließen ist einfacher als hinzusehen. Doch gerade das ist wichtig. Um zu erkennen, zuzuhören – und zu verstehen.

Viele Jugendliche hängen gerne einfach mal ab. Doch nicht jeder sieht das gerne.
Viele Jugendliche hängen gerne einfach mal ab. Doch nicht jeder sieht das gerne.

Ein Kommentar von Daniela Otto:
Was ist aus Holzkirchen geworden? Eine kleine Stadt. Im Gegensatz zum Land, das mit dem Stereotyp des Idylls und der heilen Welt behaftet ist, schwebt über dem Begriff Stadt, wenn auch subtil, doch stets etwas Unheilvolles. Wird jemand in New York erschossen, passt das ins Schema. Ein versuchter Mord nach dem Waldfest in Ostin hingegen bringt ein ganzes Weltbild ins Wanken.

Holzkirchen war, im Gegensatz zum Tegernseer Tal, schon immer städtischer. Und die Marktgemeinde wächst. Neue Schulen, neue Straßen, neue Bauten – fast scheint der Ort zu wuchern. Mit dem Wachstum gehen aber neue Probleme einher. Eines davon: Die Entwicklung der Jugend.

Im Neusprech würde man sagen: Holzkirchen hat bei all den neuen Bebauungsplänen und Gewerbegebieten vergessen, seine Kinder abzuholen und mitzunehmen. Bei genauerem Hinsehen klafft der Gegensatz gewaltig: Holzkirchen zehrt vom Nimbus des Voralpenidylls, dabei floriert die illegale Drogenszene, die gerade auch Minderjährige involviert.

Die Berührungsängste sind groß

Trotz permanenter Expansion scheint es zu wenig Raum für Jugendliche und ihre Bedürfnisse, Sorgen und Nöte zu geben. Junge Menschen hängen auf der Straße ab, tummeln sich an Plätzen, die sie sich selbst suchen (zum Beispiel am Tengelmann-Parkplatz) und werden für viele Erwachsene zum Störfaktor. Die Berührungsängste zwischen den Generationen sind groß, man versteht die Sprache des anderen nicht.

Dabei ist nicht Verurteilen, sondern Zuhören die Lösung. Wer mit den sogenannten ‚Problem-Jugendlichen’ spricht, der spürt, dass hinter der coolen und harten Fassade, dem Rauchen und Trinken, Verletzlichkeit und eine höchst fragile Identität stehen. Sie wollen den Erwachsenen nichts Böses. Im Gegenteil. Zugespitzt formuliert ließe sich sagen: Sie wollen deren Liebe. Und sie bräuchten Tonnen davon.

Was also tun? Die Augen vor der Wahrheit nicht verschließen: Holzkirchen ist ein Idyll mit Schattenseiten. Wer die jungen Menschen nicht verlieren möchte, sollte die innere Bereitschaft zum Dialog fördern. Die Jugend hat mehr zu sagen, als mancher denken mag. Wir dürfen uns nicht abwenden, sondern müssen Vorbild, Leitbild, Partner sein. Jugendliche wissen nicht immer, was sie tun. Doch gerade dann sollten wir da sein und ihnen den Weg zeigen.

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