Gefährliche Körperverletzung in Tegernsee
“Der Alkohol war schuld”

von Melanie Süss

Anfang September 2021 kam es in Lucys Bar in Tegernsee zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Männern. Auch ein Besenstiel war beteiligt. Jetzt lief die Gerichtsverhandlung: Was ist da genau vorgefallen?

In Lucys Bar kam es im September 2021 zu einem Gerangel.

Gegen 01:50 Uhr kam es am 06.09.2021 in Lucys Bar in Tegernsee zu einem Streit und infolgedessen zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Männern. Der 42-jährige Angeklagte soll seinen 32-jährigen Bekannten in Lucys Bar eingeladen haben, vor dem Lokal etwas zu rauchen. Der Geschädigte lehnte jedoch ab. Also find der Angeklagte an, ihn zu provozieren und behauptete, er sei kein Mann.

In weiterer Folge hat sich der 42-Jährige einen Besenstiel aus Metall gegriffen und ist auf den Geschädigten losgegangen. Der 32-Jährige versuchte währenddessen, dem Angeklagten den Besenstiel zu entreißen – es kam zu einem Gerangel. Als der 32-Jährige das Stück Metall schließlich in die Finger bekam, holte sich der Angeklagte stattdessen einfach eine Holzlatte.

Daraufhin hat sich die Mutter des Geschädigten, die auch zu Gast in Lucys Bar war, eingeschaltet. Als sie versuchte, die beiden Streithähne zu trennen, bekam sie, ähnlich wie ihr Sohn, einige blaue Flecken ab. Der angeklagte 42-Jährige habe sie daraufhin noch beschimpft, beleidigt und dem 32-Jährigen später, als bereits die Polizei zugegen war, mit dem Umbringen gedroht. Im Gericht betonte der Angeklagte später:

Der Alkohol war schuld. Es war nicht so dramatisch und es tut mir leid.

Außerdem sei die Beschimpfung der Mutter als “Schlampe” gar nicht bösartig gemeint gewesen. Die beiden Herren gaben sich einen Handschlag und der 42-Jährige entschuldigte sich persönlich. Die beiden kennen sich immerhin seit drei Jahren und leben nur 300 Meter voneinander entfernt.

Eine Frage blieb allerdings offen: Ob nicht der geschädigte 32-Jährige nach den Provokationen zuerst den Angeklagten ins Gesicht geschlagen habe. Um weitere Ermittlungen und Folgeverfahren auszuschließen, entschied sich der Richter mit Zustimmung aller Beteiligten jedoch für eine vorläufige Einstellung und einer Geldauflage in Höhe von 800 Euro. Zu zahlen an die Bergwacht Rottach-Egern. “Der Angeklagte wäre in einem festen Angestelltenverhältnis und habe bislang keinen Eintrag im Strafregister”, argumentierte Richter Leitner.


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