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Mythen und Sagen rund um den Tegernsee - Teil 7

Der Fisch mit dem goldenen Ring

Von Rose Beyer

Neben den historisch belegbaren Fakten, die die Geschichte des Tals beschreiben, existieren zahlreiche Mythen und Sagen rund um den See. In diesen Geschichten werden Personen, Orte und die Landschaften thematisiert.

Wir haben uns auf die Suche nach solchen Erzählungen begeben und faszinierende Schilderungen gefunden. In unserer heutigen Geschichte geht es um eine geheime Wasserverbindung zwischen dem Tegernsee und seinem “kleinen Bruder” ein Tal weiter.

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Unterwasserverbindung Tegernsee-Schliersee

Der Tegernsee und der Schliersee sind durch hohe Berge voneinander getrennt. Kein See liegt im Sichtbereich des anderen. Trotz der großen Entfernung behauptet eine Sage, tief unten auf dem Grund der beiden Seen soll es eine Verbindung geben.

Geheimnisse am Grund des Tegernsees? / Foto: reel-design.de by Philippe Arlt

In der Bibel steht, dass beim Tod unseres Herrn und Heilands seltsame und wundersame Zeichen und Naturerscheinungen geschehen sind. Die Erde bebte und Felsen zersprangen, heißt es wörtlich. So soll – laut Sage – die große, unterirdische Felsenplatte, die sowohl den Tegernsee als auch den Schliersee trägt, damals einen Riss bekommen haben. Die Wasser der beiden Seen sei somit tief unter der Oberfläche durch eine geheime Verbindung eins geworden. Wer dies nicht glaubt, dem sei folgende Geschichte ans Herz gelegt.

Von goldenen Ringen und falschen Fischen

Vor hunderten von Jahren soll, so die Sage, einem Abt der silberne Schlüssel zum Tabernakel der Tegernseer Klosterkirche in den See gefallen sein. Dies ereignete sich zwar nah am Ufer, aber an einer recht tiefen Stelle. Je länger der Klosterbruder versuchte, den Schlüssel wieder herauszubekommen, desto tiefer versank er im Schlamm.

Nicht lange danach ging einem Fischer drüben am Schliersee eine gewaltige Seeforelle ins Netz. Als man den Fisch in der Küche zubereiten wollte, fand man in ihm den goldenen Schlüssel.

Ein anderes Mal verlor ein Schlierseer Fischer seinen Ehering mitten auf dem See. Drüben am Tegernsee fischte nach wenigen Tagen der alte Hoffischer mit dem Zugnetz. Vor den Mauern des Klosters löste er einen schweren Saibling aus dem Netz und wunderte sich sehr: diese seltene Art gab es doch eigentlich nur im Schliersee.

Einfach nur lecker – oder mit goldigem Inhalt? / Bild: Christiane Teuser – pixelio.de

Aber seine Überraschung wurde noch größer. Im Magen des Fisches fand er einen goldenen Ring mit eingravierten Namensbuchstaben und dem Datum der Hochzeit seines Vetters und Kollegen in Schliersee. So kam der Ring durch diese seltsame Fügung wieder zu seinem Besitzer zurück.

Laut Karte kann an der Sage nichts dran sein

Nimmt man sich jedoch eine Landkarte zur Hand, wird man schnell feststellen, dass an der Sage nicht viel dran sein kann. Für den Tegernsee ist die normale Seespiegelhöhe mit 726 Metern angegeben – die des Schliersees dagegen mit 777 Metern. Stellt man sich eine Verbindung vor, so gäbe das wegen des großen Unterschieds wohl eine große Überschwemmung für den Tegernsee.

Trotzdem scheint ein geheimer Gang in den Tiefen der beiden Gewässer ein interessanter Gedanke. Nicht alle der unheimlichen Erzählungen, die um den See herum kursieren, können so schnell widerlegt werden, wie diese. Nichts desto trotz eine weitere spannende Geschichte unserer neuen Serie “Mythen und Sagen rund um den Tegernsee”. Teil acht folgt demnächst.

Quelle der Erzählung und Zeichnungen: Tegernseer Sagen aus dem Kulturraum der ehemaligen Benediktinerabtei Tegernsee (746 – 1803), Sepp Mohr, Hausham 1985

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