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Radsportgeschäft von Franz Zehendmaier ist umgezogen

Der Letzte macht das Licht aus

Von Rose Beyer

Die „Rosi“ ist Franz Zehendmaiers größte Erfindung. Der Radlmacher hatte den Roller entwickelt, um auch Leuten, die nicht mehr so in die Pedale treten können, das Vorankommen zu ermöglichen.

Daneben standen noch Hunderte weitere Zweiräder in seinem Rottacher Geschäft. Doch letzten Dienstag ist es dunkel geworden. Franz hat seine „Rosis“ eingepackt. Ihn zieht es ein Stück weiter gen Süden.

Erfolgreich auf zwei Rädern: Franz Zehendmaier mit seiner "Rosi"
Erfolgreich auf zwei Rädern: Franz Zehendmaier mit seiner „Rosi“ vor dem Rottacher Geschäft / Archivbild

„Meisterbetrieb seit über 30 Jahren“ – so steht es an Franz Zehendmaiers Radsportgeschäft. 22 Jahre davon hat er in der Rottacher Hauptstraße verbracht. Jetzt zieht es ihn zurück in sein Elternhaus. Etwa drei Kilometer gen Süden wird er seine Zweiräder – darunter auch die Rosi – verfrachten. Vergagene Woche hat er seinen Laden geräumt. Künftig verkauft und verleiht er seine Produkte im Kreuther Ortsteil Scharling.

Radlgefahren ist der Franz schon als kleiner Bub. Wer in Scharling aufwächst, der ist es gewohnt, öfter weite Strecken zurückzulegen, um rauszukommen aus dem Dorf. Doch dem Franz hat das nichts ausgemacht, in die Pedale zu treten. Bis heute sind Zweiräder seine Leidenschaft geblieben. Und so hat der Franz aus seinem Hobby einfach seinen Beruf gemacht.

Eine Kreuther Erfolgsgeschichte

Sein selbstständiges Geschäft eröffnete er 1977 im Kreuther Ortsteil Reitrain. Erst war es noch klein. Doch Franz hatte einen riesigen Spaß „am Schrauben“. Er machte das Meiste selbst und konnte so seine Fixkosten gering halten. So florierte das Geschäft. Weil er die ganze Arbeit bald allein nicht mehr schaffen konnte, nahm er Aushilfskräfte dazu, die ihm in seinem Geschäft halfen, Räder zu richten. Auch Fahrradverkauf und -verleih gingen gut. Doch weil die Bleibe bald zu klein wurde, stand vor 22 Jahren der Umzug in die Südliche Hauptstraße nach Rottach-Egern an.

In dem belebten Ort fühlte sich Franz wohl. Gerne kamen die Kunden – wegen der Zweiräder und auch auf einen Ratsch. Hier hatte der Radlmacher mehr Platz, um seine zahlreichen Fahrräder zu lagern. Und weil der Kreuther immer schon ein umtriebiger Typ war, konnte er auch jetzt nicht rasten, sondern begann, sein Sortiment zu erweitern. Also fand man in dem Radsportgeschäft bald auch Roller, die sich dank der Erfindung des „Rosi-Rollers“ zur Erfolgsgeschichte entwickelten.

Im Winter wird umgesattelt

Im Jahr 2010 entwickelte er die Elektro-Version der „Rosi-Roller“, speziell für Leute, die nicht mehr so gut in die Pedale treten können. Doch Franz kann auch jetzt nicht aufhören, zu experimentieren. Jede Rosi ist ein Unikat und wird individuell zusammengestellt.

Für so viele Rosis braucht man natürlich Platz. Und den gibt es nicht mehr im Rottacher Geschäft. Deshalb hieß es noch einmal „umziehen“. Was lag näher, als die Rosis einfach in das elterliche Anwesen nach Scharling – gegenüber vom Gasthof Hirschberg – zu bringen. Dort ist genug Platz für ganz viele der Vehikel.

Praktische Nebenerscheinung: Der Franz braucht keine Miete zu zahlen. Ein regnerischer Sommer mit wenigen Feriengästen, die bei ihm Fahrräder leihen, macht ihm also nichts mehr aus. Doch jetzt im Oktober werden Rosi und ihre Schwestern erst einmal Platz machen müssen in Scharling, zugunsten des Verkaufs von Schneefräsen. Im Rottacher Geschäft sind derweil die Lichter ausgegangen.

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