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Gut für den Winterdienst, schlecht für den Wintertourismus

„Der mildeste Winter seit langem“

Von Lydia Dartsch

Seit Samstag ist es vorbei mit dem Winter. Denn der 1. März ist aus Sicht der Meteorologen Frühlingsanfang. Und auch wenn der eine oder andere Liftbetreiber den langerwarteten Kälteeinbruch herbeisehnt, sieht es derzeit nicht danach aus.

Dabei haben Wärme und Schneemangel nicht nur Nachteile. Für die Bauhöfe der Talgemeinden war es einer der arbeitsärmsten Winter der vergangenen Jahre. Dabei freut das nicht nur den Kämmerer.

Im Tegernseer Bauhof stehen die kleinen und großen Fahrzeuge bereit. In diesem Jahr oft umsonst.

Was er im vergangenen Jahr zu lang war, war er heuer zu kurz: Dieser Winter war mild wie kaum ein zweiter. Nur selten lag überhaupt Schnee im Tal und sorgte für rutschige Straßen und für Betrieb in den Bauhöfen der Gemeinden. Temperaturen unter 10 Grad Minus wurden nur ein einziges Mal erreicht: Am 27. und 28. November. Die Höchsttemperaturen lagen bei -2,3 und -1,5 Grad. Nur noch am 30. Januar lag die Höchsttemperatur mit -2,3 Grad unter dem Gefrierpunkt.

Ansonsten hatte der Winter, der keiner war, eher den Charakter eines langen Herbstes mit viel Sonnenschein. Der Schnee hatte bei solchen Bedingungen keine Chance. Erfreulicherweise gab es damit auch keine glättebedingten Verkehrsunfälle, so der Wiesseer Geschäftsleiter Michael Herrmann.

Allerdings hatten Wintersportfans unter der Wetterlage zu leiden. „Wir sind eine Region, in der Einheimische und Gäste eigentlich einen ‚Bilderbuch-Winter‘ erwarten“, sagt Herrmann. Erfreulicherweise sei das Tal über Weihnachten „richtig voll mit Gästen“ gewesen. Doch Langlauf sei nicht einmal in Enterrottach möglich gewesen – einem der kältesten Orte im Tal. Und auch der Winter-Rosstag in Wildbad-Kreuth am 25. Januar wurde zuerst wegen Schneemangels um vier Wochen nach hinten verschoben und dann komplett abgesagt.

Weniger Streugut und mehr Instandhaltung

Positiv dagegen das Fazit der Bauhöfe: In durchschnittlichen Wintern verbraucht der Bauhof Tegernsee 210 Tonnen Salz und 70 Tonnen Splitt. Heuer wurden dagegen nur 60 Tonnen Salz und 30 Tonnen Splitt gestreut. Werden in Rottach-Egern in einem normalen Winter gut 500 Tonnen Streugut verbraucht, war es heuer nur die Hälfte. In Bad Wiessee waren es nur 120 Tonnen statt sonst 200 Tonnen. Und sogar die Kreuther, die mit 122 Quadratkilometern wohl den größten Räumaufwand haben, ziehen eine ähnliche Bilanz. Rund die Hälfte des normalen Bedarfs an Streugut habe man gebraucht. Das Resümee: Gut für die Gemeinde, schlecht für den Wintertourismus.

Statt zu streuen und Schnee zu räumen, waren die Bauhofmitarbeiter dagegen mit Reinigungs- und Sanierungsarbeiten an gemeindlichen Straßen und Gebäuden beschäftigt. „Der Vorteil ist, dass wir erheblich mehr Arbeiten an Treppen, Parkbänken, Gehölzpflege, und Gebäudeunterhalt durchführen konnten, für die wir im laufenden Sommerbetrieb nicht die erforderliche Zeit gehabt hätten“, erklärt Tegernsees Bauhofleiter Michael Haller.

Kommt noch ein Wintereinbruch?

Bei den Bauhofmitarbeitern fielen die sonst üblichen Überstunden des Winterdienstes nicht an, sondern konnten sogar abgebaut werden. In Tegernsee wurden nur rund ein Drittel der üblicherweise anfallenden Arbeitsstunden benötigt, was – so Haller – „die Verfügbarkeit der Mitarbeiter im Sommer verbessert, da fast keine Überstunden abgebaut werden müssen“.

Nachteile fürchten die Bauhofleiter der Gemeinden nur für die Natur. Die Vegetation sei viel zu früh dran, betont Haller. Tulpen und Weidenkätzchen könnten bald blühen. Tiere wie Igel aus ihrem Winterschlaf erwachen. Sollte es im März noch einmal Frost und Schnee geben, wie Michael Herrman erwartet, könnten die Pflanzen geschädigt werden.

Laut Wettervorhersage kann man in der kommenden Woche lediglich leichten Nachtfrost erwarten. Tagsüber liegen die Temperaturen durchweg über dem Gefrierpunkt und am kommenden Wochenende sollen sie sogar auf über 10 Grad steigen.

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