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Wie der Urwald einer Frau das Leben rettete

Der Regenwald zu Besuch am Tegernsee

Von Redaktion

Die 16. Wissenschaftstage in Tegernsee drehen sich in diesem Jahr um das Thema „Wasser“. Mit an Bord: ein neues Konzept und eine Frau, die erzählt, wie sie einen Flugzeugabsturz überlebte und was der Urwald damit zu tun hat.

Unter anderem Maximilian Dietz (TU München) stellte im Herbst 2016 auf einem Science Slam seine Forschung über Bierschaum vor. (Foto: Janina Amendt / Bayerische Akademie der Wissenschaften)

Das Tegernseer Tal – ein Naturerlebnis, das es zu erfahren gilt. Seit 2002 finden die Tegernseer Wissenschaftstage statt, die von der Initiative „Wissenschaftstage Tegernsee“ zusammen mit der Stadt veranstaltet werden. Einheimische, Ausflügler und Touristen will man damit die Themen Natur, Wissenschaft und Technik näher bringen.

Geboten werden Exkursionen, Führungen, Besichtigungen, Vorträge und Diskussionen, Filme und eigene Experimente. In diesem Jahr gibt es Wissenswertes und Amüsantes rund ums Wasser. Bisher fanden die Tegernseer Wissenschaftstage nur im November statt. In diesem Jahr verteilen sie sich auf das Frühjahr und den Spätherbst. Schon im Mai startet das neue Programm. Am Samstag, 6. Mai, sticht „Das WissenschaftsBoot“ zu einer Exkursion mit zahlreichen Experten in den Tegernsee.

Science Slam – unterhaltsam und informativ

Mitten auf dem Wasser erfahren die Teilnehmer alles über die Welt der Pflanzen, die Wassergüte, die Vögel, das Binnengewässer als Ökosystem und den Hochwasserschutz. Danach geht es in die ehemalige Klosterkirche Tegernsee, wo vom „Weihwasser bis zum Putzwasser“ alle kulturhistorischen Aspekte des feuchten Elements berücksichtigt werden. Treffpunkt ist um 15:30 Uhr am Rathaus-Steg.

Weiter geht es am 20. Mai. In der Winner´s Lounge der Spielbank Bad Wiessee halten Studenten und Wissenschaftler aus dem Raum München um 19 Uhr im Rahmen eines „Science Slam“ informative und unterhaltsame Kurzvorträge zum Thema Wasser. Über die beste Darbietung entscheidet das Publikum. Moderiert wird der Abend vom Münchner Naturwissenschaftler Dr. Jaromir Konecny, der unter underem Poetry Slammer und Buchautor ist.

Für beide Veranstaltungen sollte man sich bei Interesse anmelden. Entweder bei der Tegernseer Tourist-Information unter der Telefonnummer 08022-9273861 oder online unter www.wissenschaftstage-tegernsee.de .

Zweiter Veranstaltungsblock im November

Fortgesetzt wird die Wissenvermittlung zum Thema „Wasser“ durch die Einbindung lokaler Einrichtungen, wie beispielsweise am Samstag, 11. November, im Museum Tegernseer Tal. Einlass ist um 15 Uhr. Hier ist die Teilnahme kostenlos. Der Wiesseer Thomas Mattner zeigt den Tegernsee aus der Taucherperspektive.

Im Anschluss beantwortet der Ökologie-Professor Dr. Herwig Stibor von der LMU München die Frage „Zerkarien als lästige Parasiten: Was sagt die Biologie dazu?“. Zerkarien sind ungefähr einen Millimiter lange Gabelschwanzlarven von Saugwürmern. Sie leben in über 20 Grad Celsius warmen Gewässern und können bei Badenden Juckreiz und allergische Hautentzündungen hervorrufen.

Einen Tag später sind die Wissenschaftstage dann wieder zu Gast in der Tagungsstätte der Max-Planck-Gesellschaft auf Schloss Ringberg. Mit ihrem Vortrag „Das Panguana-Projekt in Peru“ bringt Dr. Juliane Diller ein Stück Regenwald zum Tegernsee. Mit faszinierenden Bildern und Videosequenzen gibt sie Einblick in das verzweigte Ökosystem von Panguana und die aktuelle Forschungsarbeit vor Ort, zeigt das spannende Zusammenwirken von Forschung, Regenwaldschutz und sozialen Projekten und beleuchtet die immer größer werdende Bedrohung für die grüne Lunge unserer Erde.

Als 17-Jährige überlebte sie Flugzeugabsturz

Diller selbst wuchs teils in Lima im peruanischen Urwald auf, wo ihre Eltern in den 1960er Jahren die Forschungsstation Panguana gründeten. Nach einem tragischen Flugzeugabsturz 1971 schlug sich das damals 17-jährige Mädchen als einzige Überlebende elf Tage durch den peruanischen Dschungel- und überlebte. Sie erzählt ihre dramatische Überlebensgeschichte, die dazu führte, dass sie heute den Wald bewahrt, der ihr damals das Leben rettete.

Auch hier ist die Teilnahme kostenlos, aber eine Anmeldung wird benötigt. Da man nicht mit dem Auto bis vor die Tür der Tagungsstätte fahren darf, wird ein Bustransfer ab der Bushaltestelle Gymnasium Tegernsee angeboten. Die Abfahrt ist um 13:30 Uhr geplant.

Mangfall-Gebietsbetreuer Marco Müller bietet im Rahmen dieser Veranstaltungen Exkursionen an. Diese finden in den Monaten Mai (Freitag, 19.5.) und Juli (Samstag, 15.7.; Sonntag, 16.7.; Samstag, 22.7.) statt. Beim ersten Termin am 19. Mai berichtet Marco Müller zwischen 14:30 und 17:30 Uhr über die Artenvielfalt der Hofbauernweißach und die örtlichen Gegebenheiten. Genaue Informationen gibt es über die Internetadresse www.mb-info.de/vgbm


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