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Machtwort aus dem Landratsamt

Der Schwan darf bleiben

Die Debatte um den angeblichen Problemschwan am Tegernsee mag dem ein oder anderen vorgekommen sein wie ein schlechter Aprilscherz. Am Ende war sogar von “Abschuss” die Rede. Jetzt wurde ein Machtwort gesprochen.

Der Schwan darf bleiben – der Mensch soll Rücksicht nehmen

Seit Wochen berichtet die Tegernseer Zeitung über den angeblichen „Problemschwan“, der immer wieder Wassersportler auf dem Tegernsee belästigen soll. Mittlerweile ist die Aufmerksamkeit so groß, dass das Landratsamt sich mit dem Fall befasst. Die Rede war sogar davon, den Schwan einfach zu erschießen.

Im Landratsamt trafen sich heute Tierschützer, eine Vertreterin der örtlichen Sicherheitsbehörde der Stadt Tegernsee, und Experten des Landratsamtes. „Allgemeiner Konsens war, dass ein Abschuss des Tieres nicht zur Debatte steht“, so Pressesprecher Birger Nemitz in einer Mitteilung. Für Höckerschwäne bestehe momentan Schonzeit. Nemitz betont erneut:

Die Schonzeit wird nicht aufgehoben, eine Schießerlaubnis nicht erteilt.

In der Vergangenheit habe es zwar einige gefährliche Situationen mit dem Ganter gegeben. So habe er Schwimmer oder Wassersportler wie StandUp-Paddler, Kajakfahrer oder Ruderer angegriffen. Allerdings handele es sich dabei zum Teil auch um artgerechtes Verhalten.

Dabei sei es normal, wenn Schwäne ihr Revier, das Nest, den Neststandort, das Gelege oder später die Brut verteidigen. Das gelte besonders in der Brutzeit. Besagter Schwan hat nämlich aktuell mit seiner „Gatttin“ ein Nest im Schilfgürtel in der Schwaighofbucht gebaut. „Der Ganter verteidigt das brütende Weibchen“, erklärt Nemitz.

Nicht den brütenden Tieren nähern

Die Behörden appellieren nun an alle Nutzer des Tegernsees, sich in der Schwaighofbucht nicht den brütenden Tieren zu nähern. Dies gilt besonders für Schwimmer und Stand-Up-Paddler, auf die die Tiere besonders reagieren. Das Landratsamt Miesbach steht außerdem weiter in Kontakt und im Austausch mit der örtlichen Sicherheitsbehörde.

Monika Wölk arbeitet für die Wildvogelhilfe Bayern / Screenshot Facebook

„Außerdem wird dringend darum gebeten, Wasservögel nicht zu füttern. Die angebotenen Fütterungen – wie etwa altes Brot – sind nicht artgerecht. Diese Art von Fütterung kann die Tiere schädigen“, weiß der Pressesprecher. Dabei sei eine Fütterung gerade in der warmen Jahreszeit vollkommen unnötig. Die Tiere fressen dann nicht mehr ihre normale Nahrung und vermehren sich zu stark.

Auch führe überschüssiges Futter zu einer Verschmutzung und Vermüllung, sowohl im Wasser als auch an Land. Diese nicht aufgenommenen Futterreste schimmeln möglicherweise oder ziehen Schädlinge wie Mäuse und Ratten an. Diese Schädlinge müssen dann wiederum bekämpft werden. Am Ende appelliert das Landratsamt:

Alle Menschen – sowohl im Wasser als auch an Land – sollen den Tieren mit Respekt begegnen. Das bedeutet auch, den Tieren den nötigen Freiraum zu lassen und immer den nötigen Abstand zu halten.


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