Satt und glücklich ins Tal - Teil 3
Der ultimative Almentest: Die Kühzaglalm

von Rose Beyer

kuehzahgl alm

Die letzten Male haben wir die Kreuzbergalm und die Königsalm auf Familienfreundlichkeit, Preis-Leistungs-Verhältnis und Wegbeschaffenheit getestet. Und auch bei der aktuellen Tour haben wir uns vom Buch „Unsere Almen im Landkreis Miesbach“ inspirieren lassen und uns eine weitere schöne Alm erwandert. Also, auf zum dritten Test: der Kühzaglalm.

Die Tour beginnt in Rottach-Egern hinter dem Weiler „Haslau“. Nahe der Mautstelle befindet sich ein Wanderparkplatz (773 Meter), der als Ausgangspunkt unserer Wanderung dient. Vom Parkplatz geht man die Valepper Straße wieder zurück in den Weiler und passiert eine kleine Brücke über die friedlich vor sich hin sprudelnde Rottach.

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Küh’ – der Name ist Programm

Auf der nördlichen Seite gehen wir weiter Richtung Westen bis zur Einmündung in die Kühzaglstraße. Wir halten uns rechts und kommen alsbald durch Erlach und Kühzagl. Dort angekommen, endet die geteerte Strecke und ein Kiesweg führt uns linkerhand die ersten Meter hinauf in den Wald hinein.

Etwa einen Kilometer weiter beginnt der anspruchsvollste Teil der Tour – ein Steilstück hinauf zur Alm (1070m) führt mit etwa zwanzig Prozent Steigung einen knappen Kilometer durch den dichten Bergwald. Kurz vor der Hütte lichtet sich das Dunkel des Waldes, die Bäume werden weniger und die Steigung geht zurück. Ein kleines Gefälle und ein kurzer Anstieg trennen uns nun noch von der Hütte, die zur Rast einlädt.

kuehzahgl alm blick
Die Kühzaglalm liegt auf 1070 Metern

Auf der Almlichtung finden wir die bewirtschaftete Hütte der Bauersleute Berghammer vom Hans-Anderl-Hof in Rottach-Egern, die 2002 fertiggestellt wurde. Der Name „Kühzagl“ geht übrigens auf die Kuhhaltung zurück. Die Namensgeber findet man oben rund um die Hütte auch in stattlicher Anzahl. Ein besonderes Erlebnis soll laut Erzählungen der jährliche Auftrieb der Kühe sein. Dieser findet Anfang Juni statt und ist nicht nur für Zuschauer, sondern auch für die Tiere spannend.

Das Gebiet, auf dem die Kühe weiden, hat historische Bedeutung. Im Jahr 1529 wurde die Alm laut Oelkers Buch „Almen im Landkreis Miesbach“ erstmals erwähnt. Demnach stellt sie den einzigen Fundort einer Speerspitze im Raum Tegernsee aus der Bronzezeit dar. Im April 1914 hatte außerdem ein Student der Archäologie – F. Baumeister – in der Erosionsrinne des kleinen Baches südlich der beiden Almhäuser eine Bronzenadel gefunden.

Kurze Feierabendtour – mit Erweiterungspotenzial

Bevor wir den Rückweg antreten, lassen wir uns natürlich noch eine Brotzeit schmecken. Einen alternativen Rückweg stellt die Erweiterung dar. Dazu sollte man aber mit dem Mountainbike unterwegs sein. Entweder man fährt zur Unteren Freudenreichalm (1262 m), die zwischen Bodenschneid (1669 m) und Brecherspitz (1685 m) liegt. Von der Unteren Freudenreichalm hat man dann einen herrlichen Blick in Richtung Bodenschneid und dem Bodenschneidhaus unter der Wasserspitze (1552 m) und Rinnerspitze (1611 m), welche man – gerade mit dem Mountainbike – ebenfalls gut erreichen kann.

Wer sich als Mountainbiker dann immer noch seiner Reserven sicher ist und die Tour entsprechend erweitern möchte, kann das Bike tragend über einen Steig auf den Freudenreichsattel kommen und weiter zur Oberen Firstalm auf 1369 Meter. Von dort kann man in Richtung Spitzingsattel und dem nahegelegenen Spitzingsee abfahren. Entlang der Roten Valepp und der Mautstraße von Valepp zurück nach Enterrottach folgend gelangt man dann wieder zum Ausgangspunkt der hier beschriebenen Tour.

Unser Fazit

Die Brotzeit ist einfach, aber schmackhaft. Die Karte ist klein, aber mit ordentlichem Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Wanderziel kann – bis auf die kurze steile Steigung am Anfang – als familienfreundlich bezeichnet werden.

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Auch mit Kleinkindern oder Zwergen in der Kraxe oder im Jogger ist der Weg machbar. Für Buggys und schwere Kinderwägen ist die Tour wegen dem vielen Geröll nach dem letzten Hochwasser allerdings nicht so richtig geeignet. Die Kühzaglalm gilt für uns als beliebtes – aber nicht übermäßig bekanntes – Ziel für eine gemütliche Tour „für zwischendurch“ oder den wohlverdienten Feierabend. Gleichzeitig bietet sie spannende Erweiterungsmöglichkeiten – gerade für Biker.

Das hat die Karte zu bieten:
Getränke, Brotzeit, hausgemachter Kuchen

Öffnungszeiten:
ab Anfang Juni

Rückweg:
Entweder dieselbe Strecke zurückgehen (eine halbe Stunde) oder Tour ausdehnen in Richtung Spitzing.

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