Warum die kleinen Blutsauger im Sommer unterwegs sind
Der Zeck muss weg!

von Katharina Fitz

Im Sommer hält man sich am liebsten draußen auf – sofern das Wetter mitspielt. Wenn da nicht diese kleinen Biester im Gebüsch lauern würden: Zecken. Der Landkreis Miesbach gehört auch in diesem Jahr erneut zum FSME-Risikogebiet. Mediziner empfehlen daher eine frühzeitige Impfung gegen Gehirnhautentzündung. Doch ist sie überhaupt sinnvoll?

Die Tiere stechen bevorzugt an feucht-warmen Stellen mit dünner Haut - z.B. in den Kniekehlen, der Achselhöhle oder dem Schambereich. Bild: Zecken.de
Die Tiere stechen bevorzugt an feucht-warmen Stellen mit dünner Haut – z.B. in den Kniekehlen, der Achselhöhle oder dem Schambereich / Bild: Zecken.de

„Besonders Personen, die sich viel in der Natur aufhalten, sollten eine FSME-Impfung in Erwägung ziehen“, sagt der Tegernseer Internist Dr. Josef Hampel. Forstarbeiter oder Landwirte gehören beispielsweise zu den gefährdeten Berufsgruppen. Leichte bis schwere Nebenwirkungen kämen zwar vereinzelt vor, doch: „Dasselbe Risiko besteht bei jeder anderen Impfung auch.“

Grundsätzlich sei die Wahrscheinlichkeit jedoch höher, an einer FSME-Infektion zu erkranken, als einen schweren Impfschaden davonzutragen. Die Impfung wird in drei Dosen verabreicht. Nach der ersten Immunisierung folgt nach ein bis drei Monaten die zweite und nach rund einem Jahr die dritte Impfung. Einen gewissen Schutz hat man zwar schon nach zwei Spritzen, „der baut sich jedoch dann relativ schnell wieder ab“, so Hampel.

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Zecken fallen nicht von Bäumen

„Ixodes ricinius“ lautet der lateinisch korrekte Name des Gemeinen Holzbocks. Zecken sind von Frühjahr bis Herbst aktiv, bevorzugte Monate sind jedoch April und Oktober. Um sich wohlzufühlen, braucht die Zecke eine Umgebung, in der die Luftfeuchtigkeit über mehrere Wochen über 80 Prozent liegt. Das ist vor allem in Laub- und Mischwäldern mit dichtem Unterholz oder bodendeckenden Laubschichten der Fall. Bedenklich sind auch Waldränder oder Wiesen, die dauerhaft beschattet sind.

Als Wirt sucht sich der Holzbock gern Wirbeltiere aus. Besonders Mäuse und Rotwild sind beliebte Träger von Zeckenlarven. Dass Zecken von Bäumen fallen, stimmt dagegen nicht. Die Tierchen klettern vielmehr auf Grashalme, Zweige oder Baumstümpfe. Auf einer Höhe von maximal einem Meter warten sie dann in aller Ruhe auf einen geeigneten Wirt.

Kommt dann ein Mensch vorbei und streift eine Zecke ab, beginnt erstmal die Suche nach der geeignetsten Stelle für ihr Festmahl. Diese sollte aus Zeckensicht möglichst geschützt sein. Deshalb ist es nach einem Aufenthalt im Freien ratsam, insbesondere Kniekehlen, den Kopfbereich, Bauchnabel und Genitalien nach einem ungebetenen Blutsauger abzusuchen.

Bei „Wanderröte“ zum Arzt

Zecken lassen sich am besten mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange- oder karte entfernen. Wichtig ist, dass der gesamte Körper inklusive Beißwerkzeuge aus der Einstichstelle heraus gezogen wird. Auf keinen Fall darf man versuchen, die Zecke zu drehen oder gar mit Öl zu beträufeln. Damit wird das Tier gereizt, so fließen unter Umständen erst recht mögliche Infektionserreger in das menschliche Blut.

Nach einem Biss heißt es Warten und Beobachten. Bildet sich nach ein paar Tagen oder Wochen eine so genannte „Wanderröte“, eine deutlich ringförmige Hautrötung um die Wunde, sollte ein Arzt konsultiert werden. „Im Stadium eins der Borreliose, kann man noch gut mit Antibiotika behandeln“, erklärt Dr. Hampel. Anders ist es bei der Gehirnhautentzündung: Grippeähnliche Symptome, wie Fieber, Gliederschmerzen und vor allem Kopfweh sind ernstzunehmende Zeichen einer eventuellen FSME.

Diese treten meist 7 bis 14 Tage nach einem Zeckenstich auf. Wird FSME frühzeitig erkannt und behandelt, nimmt sie oft einen normalen Krankheitsverlauf und es kommt selbst bei schweren Fällen zur vollständigen Heilung. Nichtsdestotrotz sollte man vor allem bei Kindern, die viel in Wald und Wiese spielen, den Körper routinemäßig nach Zecken absuchen und sie nach Möglichkeit sofort entfernen.

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