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Holzkirchen rätselt - Was steckt dahinter?

Die Dosen sind los

Von Cornelia Schramm

Ratlose Gesichter in Holzkirchen. Eine Blechlawine aus Dosen überflutet förmlich den Ort. Da wurde den Bewohnern wohl heute Nacht übel mitgespielt… oder hat doch jemand Grund zur Freude?

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Die Dosen sind los – und stiften Verwirrung.

So mancher Holzkirchner hat heute Morgen wohl die Stirn gerunzelt. Ein Übeltäter, so scheint es, hat sich über Nacht ans Werk gemacht und weite Teile des Ortes mit Müll verunstaltet: leere Blechdosen wohin man sieht. Von der Roggersdorfer – in die Haidstraße, vom Fußballplatz an der evangelischen Kirche vorbei bis zum Marktplatz stehen sie – und zwar in Reih und Glied.

Da steckt anscheinend System dahinter. „Eine Schande!“, „Ein Skandal!“, „Umweltverschmutzung!“ – „Wer macht denn sowas?“, dachten daher nicht wenige Bürger, als sie heute aus dem Haus traten. Ein übler Scherz von Jugendlichen wird es sein.

„Bixn“ für den „Bixnmacher“

Viele gingen dann aber doch eher schmunzelnd an der Blechdosenflut vorüber. Denn Einheimischen ist der Streich wohl bekannt. Tatsächlich handelt es sich dabei um einen alten bayerischen Brauch. Irgendwo muss ein Mädchen geboren worden sein – so hat der Vater heute doppelten Grund zur Freude: an seiner „Bixn“ (so wird gemeinhin das neugeborene Mädchen bezeichnet) und am Aufsammeln der Dosen, die ihm seine Freunde zum freudigen Anlass „geschenkt“ haben.

Was heute so mancher Bürger als „frauenfeindlich“ interpretieren würde, hat eine lange Tradition in Bayern. Früher waren Mädchen für ihre Väter recht teuer, da sie ja „nur“ im Haushalt helfen konnten und zudem ihre Hochzeitsfeier vom Vater ausgerichtet werden musste. Auch die Aussteuer kam dem Brautvater damals nicht billig.

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Als „Bixnmacher“ wurde dann ein Mann bezeichnet, der nur mit Mädchen vom Herrgott gesegnet wurde. Die Nachbarn spendeten zu dieser Zeit sogar oft Geld für den „armen Kerl“, wenn sein Erstgeborenes weiblich war.

Heute, im Zeitalter der Kleinfamilie, hat sich das natürlich geändert und es genügt bereits eine Tochter, um als „Bixnmacher“ zu gelten – und um den Spaß mit den Dosen mitmachen zu müssen. Den aktuellen „Bixnmacher“ von Holzkirchen wird man sicher noch heute dabei beobachten können, wie er das ungewöhlich große Ausmaß des Dosenstreichs beseitigt.

Die Holzkirchner Stimme wünscht der kleinen Franziska und ihrer Familie alles Gute.

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