Extremläuferin mit künstlicher Hüfte: Erst Tegernseelauf, dann Iron Man
“Die Emotionen sind genial”

von Rose Beyer

Am kommenden Sonntag will Claudia Weber beim Tegernseelauf das erste Mal seit fast drei Jahren wieder einen Halbmarathon laufen. Erstaunlich, denn die ehemalige Extremsportlerin hat seit Anfang des Jahres eine neue Hüfte aus Titan.

Als die 51-Jährige das letzte Mal am Tegernsee war, lief sie noch auf Krücken. Doch jetzt hat sie schon wieder größere Ziele: „2014 geht es zum Iron Man.“

Claudia Weber hat seit Januar eine künstliche Hüfte / Foto: Thomas Wenning
Claudia Weber hat seit Januar eine künstliche Hüfte / Foto: Thomas Wenning

Anzeige

Es ist eine eindrucksvolle Geschichte, die Claudia Weber zu erzählen hat. Im Alter von 41 Jahren entdeckte sie für sich das Laufen. Seitdem hat Weber in sieben Jahren 82 Podiumsplätze bei ihren mehr als 300 Starts bei Marathons und Ultramarathons erreichen können.

Im Jahr 2008 führte ihr Weg dann zum ersten Mal an den Tegernsee. Damals war er ein Etappenziel ihrer Lauftour von München nach Klagenfurt zur Fußball-Europameisterschaft, wo sie über 454 Kilometer in neun Tagen zurücklegte. Drei Jahre später folgte dann das plötzliche Ende ihrer Karriere. Unerträgliche Schmerzen, bei denen an Laufen gar nicht mehr zu denken war.

Das war für mich ein Schock. Auf einmal konnte ich ganz alltägliche Dinge wie Schuhebinden nicht mehr bewerkstelligen.

Entsprechend fatal fiel die Diagnose aus. Es wurde eine bis daher nicht erkannte Hüftdysplasie – eine Fehlstellung des Hüftgelenks – festgestellt, die Weber schon seit ihrer Geburt hatte. Die darauffolgende Zeit war für die Läuferin nicht einfach. Sie habe zwei Jahr lang ständig Schmerzen gehabt, erinnert sie sich.

Meilenstein am Tegernsee

Nach einigen gescheiterten Versuchen, die Hüfte zu retten, entschied sich die Extremsportlerin dann im vergangenen Jahr für ein künstliches Gelenk. Keine leichter Entschluss, wie sie zugibt: „Man muss sich selber sagen: Jetzt ist es so weit. Anders funktioniert es nicht.“

Nach der Operation in München kam die aus Waltrop in NRW stammende Läuferin zu Reha-Maßnahmen wieder an den Tegernsee. Grund genug für sie, hier jetzt wieder einen kleinen Meilenstein zu erleben.

Das ist von den Emotionen her schon genial. Als ich das letzte Mal hier durchgelaufen bin, hatte ich noch Krücken.

Seit Juni habe sie wieder langsam anfangen können zu trainieren. Am Sonntag ist es nun das erste Mal nach ihrer OP, dass sie die 21,1 Kilometer in Angriff nehmen wird. Es sei schon ein anderes Gefühl mit der neuen Hüfte, gibt Weber zu. Aber das soll am Wochenende keine Rolle mehr spielen. „Mein Ziel ist es, am Sonntag erst einmal zu finishen“, so Weber.

Für die Zukunft habe sie sich aber schon wieder einiges mehr vorgenommen. „Im nächsten Jahr bin ich für den Iron Man in Wiesbaden angemeldet. Da bereite ich mich jetzt schon darauf vor“, so die 51-Jährige zuversichtlich.

SOCIAL MEDIA SEITEN

Aktuelles Allgemein

Diskutieren Sie mit uns
Melden Sie sich an und teilen Sie
Ihre Meinung.
Wählen Sie dazu unten den Button
„Kommentare anzeigen“ aus