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Die exakten Arbeitslosenzahlen für das Tegernseer Tal – Alles gut, bis auf HartzIV

Von Redaktion

Die aktuellen Arbeitslosenzahlen für die fünf Talgemeinden sehen nicht schlecht aus.

Mit Arbeitslosenzahlen ist das immer so eine Sache. Man hört sie und weiß oft nichts genaues damit anzufangen. Wir haben uns darum mal die exakten Zahlen für die fünf Talgemeinden angeschaut und dafür ziemlich lange mit Frau Stich-Thissen (Teamleiterin Beratung und Vermittlung) von der Arbeitsagentur in Miesbach telefoniert. Vielen Dank an dieser Stelle für die Engelsgeduld beim Statistiken durchwühlen und Zahlen erklären.

Rein auf das Tegernseer Tal bezogen kann man sagen, dass sich die Zahlen sogar noch besser entwickelt haben, wie im restlichen Landkreis. Uns geht’s ziemlich gut, was das Thema betrifft. In allen fünf Gemeinden haben im letzten Monat deutlich mehr Menschen Arbeit aufgenommen, als sich arbeitslos gemeldet. Insgesamt haben sich im Tal 146 Personen an- und 218 abgemeldet. Heißt, auf den einen Monat bezogen, 72 weniger Leistungsbezieher. Die größte Differenz zwischen An- und Abmeldungen gibt es in Kreuth: hier wurden mehr als doppelt so viele Menschen (44) aus der staatlichen Förderung entlassen, wie aufgenommen (19).

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Eine exakte Arbeitslosenquote ist für Gemeinden in unserer Größe leider nicht zu bekommen und auch nicht selbst zu berechnen. Die Quote für das Tegernseer Tal dürfte aber nochmals einige Zehntel Prozentpunkte unter den 4,3% des gesamten Landkreises liegen.

Für alle Gemeinden im Tal bleibt aber trotzdem festzustellen, dass die Zahl der HartzIV-Empfänger im letzten Monat weiter leicht gestiegen ist – obwohl sich alle anderen Zahlen zum positiven entwickelt haben. 33 Menschen wurden talweit in HartzIV aufgenommen. Nur 26 wurden dagegen aus HartzIV vermittelt (oder vielleicht auch nur in eine nicht üppigere Rente entlassen und so aus der Statistik entfernt).

Das heißt, dass Sieben neue HartzIV-Empfänger hinzu gekommen sind. Das klingt nicht viel – ist es im Vergleich zu anderen Gebieten in Deutschland auch nicht – aber ich stelle mir ein Leben mit HartzIV gerade in einem Umfeld wie dem Tegernseer Tal extrem schwierig vor. Einrichtungen wie die Gmunder Tafel sind also auch in Zukunft mit Sicherheit gefragt und Unterstützung wert.

Zur Begriffsklärung und damit wir auch wirklich vom Gleichen reden:

Unter Arbeitslosengeldbezieher verstehen wir alle, die nach dem SGB3 bezahlt werden. Heißt im Klartext: weniger als 12 bzw. 18 Monate (ältere Arbeitnehmer) arbeitslos. Bezahlt wird hier zwischen 60% (Alleinstehende) und 67% (mit Kind) des letzten Gehalts.

Unter HartzIV-Bezieher verstehen wir alle, die nach SGB2 bezahlt werden. Heißt also: Alle, die länger als 12 bzw. 18 Monate arbeitslos waren. Alle, die aus Selbstständigkeit heraus arbeitslos geworden sind und darum keine Ansprüche haben. Und alle, die noch nicht lange genug gearbeitet haben, um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben. (Meist Jugendliche nach dem Schulabschluss, Studenten oder z.B. verlassene Hausfrauen 😉 )

Bei den Abmeldungen ist zu beachten, dass nicht immer ganz klar ist, was aus den Menschen geworden ist. Hier im Tal hat ein Großteil davon aber wieder Arbeit gefunden. In Kreuth z.B. haben von 40 Abmeldungen 32 wieder eine bezahlte Arbeit aufgenommen. In Bad Wiessee sind von 41 Abmeldungen 29 in Arbeit und 3 in Berufsausbildung gewechselt. Die, bei denen man es nicht weiß, können in verschiedenste Richtungen verschwunden sein: Die (geplant werdende) Mutter z.B., die noch 12 Monate Arbeitslosengeld bezieht aber sich nicht mehr für HartzIV meldet, weil z.B. der Mann zu viel verdient. Andere machen sich selbstständig oder leben lieber von ihren Ersparnissen, anstatt den “HartzIV-Offenbarungseid” zu leisten. Auch Umzüge kommen in Betracht.

Das sind die exakten Zahlen für die Gemeinden

Gmund:
neu Angemeldet: 38
davon Arbeitslosengeldbezieher: 32
davon HartzIV-Bezieher: 6

Abgemeldet: 51
davon ehemals Arbeitslosengeldbezieher: 47
davon ehemals HartzIV-Bezieher: 4

Tegernsee:
neu Angemeldet: 25
davon Arbeitslosengeldbezieher: 19
davon HartzIV-Bezieher: 6

Abgemeldet: 35
davon ehemals Arbeitslosengeldbezieher: 30
davon ehemals HartzIV-Bezieher: 5

Rottach:
neu Angemeldet: 31
davon Arbeitslosengeldbezieher: 24
davon HartzIV-Bezieher: 7

Abgemeldet: 38
davon ehemals Arbeitslosengeldbezieher: 34
davon ehemals HartzIV-Bezieher: 4

Kreuth:
neu Angemeldet: 19
davon Arbeitslosengeldbezieher: 14
davon HartzIV-Bezieher: 5

Abgemeldet: 44
davon ehemals Arbeitslosengeldbezieher: 40
davon ehemals HartzIV-Bezieher: 4

Bad Wiessee:
neu Angemeldet: 33
davon Arbeitslosengeldbezieher: 24
davon HartzIV-Bezieher: 9

Abgemeldet: 50
davon ehemals Arbeitslosengeldbezieher: 41
davon ehemals HartzIV-Bezieher: 9

Zusammenfassend muss betont werden, dass es sich wirklich nur um die Zahlen eines einzelnen Monats handelt. Was aber wirklich schön zu sehen ist, ist die Frühjahrsbelebung, die im Tegernseer Tal wahrscheinlich stärker ausfällt, wie in anderen Gebieten. Grund: der Tourismus und Saisonkräfte. Und dass die Chance auf Vermittlung für Kurzzeitarbeitslose deutlich besser zu sein scheint, wie für HartzIV-Empfänger, wird auch im Tegernseer Tal offensichtlich.

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