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Geothermie-Projekt: Gase aus großer Tiefe werden verbrannt

Die Fackel des Durchbruchs?

Von Marius Mestermann

Hoch schießen die Flammen in der Alten Au. Am Holzkirchner Geothermie-Standort steigt Feuer aus einem dünnen Rohr, es ist besonders in den Abendstunden weithin zu sehen. Was steckt hinter dem Spektakel – und wie gehen die Bohrungen voran?

Nächtliche Fackelshow: Am Holzkirchner Geothermie-Standort lodern die Flammen auch heute Abend wieder meterhoch.
Nächtliche Fackelshow: Am Holzkirchner Geothermie-Standort lodern die Flammen auch heute Abend wieder.

Der Bohrer dringt immer tiefer in die Erde vor, der größte Teil des Wegs ist schon geschafft. Albert Götz, Leiter der Gemeindewerke Holzkirchen, zieht ein positives Zwischenfazit: „Wir sind voll im Zeitplan und haben bereits 4.180 Meter an Tiefe erreicht.“ Das Ziel liegt bei knapp 5.000 Metern. Doch so spektakulär wie zuletzt war das Geothermie-Projekt bislang nicht.

Zwar ist der Bohrplatz samt Turm noch nicht so elegant wie die Freiheitsstatue – aber an Holzkirchens neuem Wahrzeichen leuchtet derzeit immerhin eine mitunter imposante Fackel. Denn aktuell werden gashaltige Schichten durchbohrt: „Wir wussten, dass sich in diesen Schichten Sandsteinlinsen befinden, die auch mit Gas gefüllt sein können. Dieses Gas wird nun an der Bohrplatzfackel kontrolliert abgefackelt“, erklärt der Geologe Dr. Klaus Dorsch vom Münchner Planungsbüro Erdwerk. Der Fackelschein sei vor allem nachts weithin zu sehen.

Kontrolliertes Abfackeln könnte noch öfter vorkommen

Albert Götz hat noch einen Vergleich parat: Einige Holzkirchner dürften sich an die 70er und 80er erinnern, so der Leiter der Gemeindewerke, als in Holzkirchen nach Erdöl gebohrt wurde: „Auch bei den damaligen Tiefbohrungen wurde immer wieder kontrolliert das Gas abgefackelt.“

Bei dem freigesetzten Gas handelt es sich um Methan, wie die HS auf Nachfrage erfuhr. Das kontrollierte Abfackeln findet seit Donnerstagmorgen statt und wird mindestens noch bis zum Ende des aktuellen Bohrabschnitts durchgeführt. Eventuell könne es auch zu Beginn des nächsten Abschnitts sowie bei der folgenden Bohrung erneut auftreten, heißt es vom zuständigen Medienbüro.

Bildquelle: Erdwerk
Bildquelle: Erdwerk

Auffallen dürften die Flammen vor allem den Autofahrern am östlichen Ortsrand. Verlässt man das alte Industriegebiet in Richtung B318, passiert man das Spektakel auf dem Weg über die Brücke. Denn die sogenannte Bohrplatzfackel ist am südlichen Ende des Geothermieplatzes platziert worden – zu viel Ablenkung für den Straßenverkehr?

Von offizieller Seite heißt es dazu knapp: „Der Aufstellungsort ist mit Behörden abgestimmt. Die Gase müssen direkt am Platz abgefackelt werden.“ Das kontrollierte Verbrennen ist demnach ein völlig normaler Vorgang bei Bohrungen zur Gewinnung von Erdwärme – spektakulär anzusehen ist es trotzdem.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt: Was halten Sie von den hohen Flammen in Straßennähe?

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