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Gmund

Die Göttliche mit Gams kehrt heim

Von Sabiene Hemkes

Er war einer der bedeutendsten bildenden Künstler der Seegemeinde. Quirin Roth, der 2020 verstarb, prägt bereits mit 19 Skulpturen im öffentlichen Raum das Tegernseer Tal. Jetzt kommt mit der Nummer 20 eine berühmte Dame der Geschichte dazu.

Das alpenländische Gesicht der Gmunder „Diana Skultur“ des Künstler Quirin Roth/ @ Alexandra Korimorth

Der Bildhauer Quirin Roth ist ein in Südbayern aber auch überregional bekannter Gmunder Künstler. Besonders bei uns im Tal begleiten uns, die wundervollen und lebensnahen Skulpturen immer wieder auf unseren Spaziergängen.

Die Skulpturen erlauben es uns die liebevolle Erinnerung an die Menschen, die in vergangenen Zeiten das Leben am Tegernsee mitgeprägt haben, lebendig zu halten. Sei es Thomas Mann und Hund Bauschan, den wir am Gmunder Seeufer treffen oder das Rendezvous mit Ludwig Thoma, Ludwig Ganghofer und Leo Slezak im Rottacher Kurpark.

20 Quirin Skulpturen im Landkreis

Insgesamt waren bisher 19 Roth-Skulpturen im Landkreis zu bewundern. Nun vermeldet die Gemeinde Gmund einen weiteren Zugang. „Diana, Göttin der Jagd“ ist die Schenkung der Familie eines im letzten Jahr verstorbenen Kunstsammlers, wie Bürgermeister Alfons Besel stolz verkündet:

Wir freuen uns sehr über diese Schenkung, die unsere Kunstwerke im öffentlichen Raum ergänzen und bereichern wird. Wir werden die Skulptur wie auch die Erinnerung an unseren Quirin Roth und seine Meisterlichkeit in Ehren halten.

Diana gilt als Göttin der Jagd. Die genau vor 20 Jahren als Auftragsarbeit für einen Jagdfreund entstandene überlebensgroße Bronze-Skulptur ist 170 bis 200 Kilogramm schwer. Begleitet wird „Diana“ von einer etwa 100 Kilogramm schweren, 120 Zentimeter großen stattlichen Gämse.

Römische Göttin mit heimischer Gämse

Die auch aus der römischen Mythologie bekannte Göttin, dort trägt sie den Namen Artemis, wandet Roth ganz klassisch in einer kurzen Tunika und hochgeschnürte Sandalen. Jedoch verraten weitere Details, dass diese Diana im alpenländischen Raum über die Jagd, den Mond und die Geburt und Frauen und Mädchen wacht.

Denn neben der Frau liegt nicht etwa der aus anderen Darstellungen bekannte springende Hirsch oder Reh, sondern eine heimische Gämse. Auch das Gesicht und die Hochsteckfrisur der Roth-Skulptur entsprechen eher dem Antlitz einer Frau aus unseren Breiten.

Kein Wunder, gingen doch der Kunstsammler und Roth gemeinsam auf die Jagd. Das taten sie auch aus Anlass der Übergabe der fertigen „Diana“ auf dem Jagdgut des Jagdfreundes in Schladming, wie sich Roths Tochter, Veronika Hagnroth, lebhaft erinnert:

Dorthin hat sie mein Vater gebracht und hat sie dort auch eigenhändig aufgestellt. Verbunden war das auch mit einer Einladung zur Jagd.

Hagnroth, die, die Bildhauerwerkstatt des Vaters heute weiterführt, bestätigt auch noch einmal den offiziellen Namen der Skulptur. Ihr Vater habe die Skulptur „Diana, Göttin der Jagd“ genannt und nicht „Alpen-Diana mit Gams“.

Gmunder Unternehmen übernahm den Heimtransport

Im Dezember kam die Göttin der Jagd wieder in ihrer „Heimatstadt“. Den Rücktransport übernahm für die Gemeinde Gmund die Firma von Richard Hiergeist.

Wo genau im Gemeindegebiet die herbe Schönheit und ihre Gämse eine Heimat finden werden, ist noch nicht bekannt. Zuerst wird von der „Diana und ihr Begleiter“ die Patina der letzten zwei Jahrzehnte entfernt und eine Pfeilspitze, die bei der Demontage abgefallen ist, ersetzt.

Der Unternehmer Richard Hiergeist und Alfons Besel vor der demontierten Skulptur/ @ Alexandra Korimorth /

Danach wird Besel und sein Gemeinderat bestimmt einen würdigen Platz finden für die Beschützerinnen der Frauen und Mädels im Tal. Erste Gespräche unter anderem mit den Heimatfreunden, sollen nun zeitnah geführt werden, wie der Bürgermeister bestätigt. „Wir werden sicherlich den passenden Standort für sie finden“.

Auch eine Platzierung in der geplanten Senioren-Wohnanlage wird in Erwägung gezogen. Doch egal wo die alpenländische Göttin ihre neue Heimat findet, sie wird die Menschen im Tal beschützen.


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