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Tegernseer Nostalgie

Die Molkekuren von Wildbad Kreuth

Von Rose Beyer

Jetzt in der Fastenzeit wird der eine oder andere auch mal ein Gläschen Molke zu sich nehmen. Molke – das ist die wässrige, leicht grünliche Flüssigkeit mit dem leicht säuerlichen Geschmack, die sich bei der Käse- und Quarkherstellung als Nebenprodukt abscheidet.

Untrennbar verbunden mit diesem heilenden Getränk ist der Ort Kreuth.

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Genauer gesagt, das beliebte Ausflugsziel „Siebenhütten“. Dass dort anno dazumal sieben Bauern aus dem Ortsteil Pförn sieben Almhütten betrieben, wird wohl manchem bekannt sein. „Mit der Zeit verschwanden die Hütten eine nach der anderen.“

Anna Obermüller, Bäuerin im Ruhestand, weiß das aus Erzählungen. Und auch die Geschichten von den 500 Ziegen, die dort als „Molke-Produzenten“ gehalten wurden, sind ihr bekannt.

Ziegenmilch für Trinkkuren und Bäder

Die Wittelsbacher, denen das Gebiet um Wildbad Kreuth gehörte, bauten Bad Kreuth (heute Wildbad Kreuth) zu einer königlichen Heilstätte aus. Dafür benötigten sie jenen weißen Stoff, der für seine Heilkraft bekannt war: Die aus Ziegenmilch gewonnene Molke.

Die Ziegen lebten friedlich auf der Königs- und Gaißalm Siebenhütten, gaben Milch, der gekäst wurde. Die entstandene Molke wurde in Holzfässern über einen eigens dafür errichteten Weg nach Wildbad Kreuth gebracht, wo sie für Trinkkuren und Bäder verwendet wurde.

Laut Meinung der damaligen Ärzte war die naturbelassene Ziegenmolke eines der größten Heilmittel, die in der Natur vorhanden sind. “Sie wirkt vorwiegend reizmindern, entgiftend, lindert Nervenleiden, hilft bei Erkrankungen der Atmungsorgane, sowie bei Schwindsucht, nährt und entschlackt bei Fastenkuren.”

Schon 1822 wurde die Molkekur nach Schweizer Vorbild im Bad Kreuth eingeführt. Die eigens dafür verwendeten Molkenbecher kann man im Tegernseer Heimatmuseum sehen. Der Fußweg von Siebenhütten nach Wildbad Kreuth zeugt ebenfalls noch von den Kuren.

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