Die neue staade Zeit – vom viel zu bescheidenen November

von Rose Beyer

“Was für ein trister Monat der November doch ist,“ hörte ich gestern eine Spaziergängerin nahe der Popperwiese zur anderen sagen. “Er hat meine gute Laune verdrängt. Ich sehe nicht nur grau, nein, grau fühle ich mich auch.” “Wie Recht Sie haben”, warf die andere ein. “Ich mag den November auch nicht.”

Man muss den beiden fast Recht geben: der November gehört nicht zu den beliebtesten Monaten. Trotzdem – oder auch weil es draußen langsam anfängt, wieder ungemütlich zu werden, weil wir in der Dunkelheit zur Arbeit gehen und erst wieder im Dunkeln zurückkommen. Hätten wir nicht in wärmeren Gefilden aufwachsen können? Aber was hilft es – freuen wir uns lieber darauf, was der Herbst und kommende Winter an Überraschungen für uns bereit hält.

In Gmund Ostin freut man sich nicht nur über den Schnee, sondern auch auf heiße Feste.
In Ostin freut man sich nicht nur über den Schnee, sondern auch auf heiße Feste.

Die Saison der Open-Air-Veranstaltungen ist nun, genau wie der Sommer mit seinen vielen See- und Waldfesten, vorbei und alle dürfen sich wieder in engeren Räumen drängeln, um ein paar Stunden Spaß zu haben. Doch was ist in den kommenden Wochen im Tal geboten?

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Leonhardifahrt und “Sex & Macht”

Los geht’s in Kreuth mit der alljährlichen Leonhardifahrt am 6. November mit abendlichem Tanz. Nach dem Gottesdienst ziehen prächtig geschmückte Pferdegespanne und verzierte Truhenwägen dreimal zur Segnung durchs Dorf. Am Abend treffen sich viele wieder, um den Festtag fröhlich mit Musik und Tanz ausklingen zu lassen. Wer möchte, kann weiterziehen nach Bad Wiessee, wo Paul Holzmann & Die Begleitkapelle in der Winner’s Lounge spielen. “In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine – die 20er Jahre Revue mit Musik von Franz Grothe” so das Motto des Abends.

Alles andere als trüb wird der November am Abend des 8. Denn dann präsentiert Lizzy Aumeier ihre Ansichten zu „Sex & Macht“ im Tegernseer Ludwig-Thoma-Saal. Sie zeigt, wie immer verrückter ihr die Welt erscheint und wie sie sich immer schneller dreht. Aber wenn es nach ihr geht, gibt es ihn, den einen Typ Herrscher, die nie auszusterben drohen und die Frauen, die mit ihrer Erotik diese Männer zu beeinflussen wussten. Von Alexander den Großen, über Berlusconi bis hin zu Zappa. Skandal, Sex, Geheimnisse – alles, was man bisher nicht wusste, dort erfährt man es.

Tegernseer Musikherbst am Oedberg

Thomas Patzner wird am Oedberg aufspielen

Ein Musikantentreffen erster Güte gibt es am 11. November um 11 Uhr mit dem „Tegernseer Musikherbst“ am Oedberg in Ostin.

Miroslav Vido, der Inhaber der Alm, Christian Wieser, der Geschäftsführer sowie Musiker Tomay, wollen zu diesem Anlass möglichst viele Musikkollegen und Partygänger zusammenbringen.

An die 300 Musikbegeisterte haben locker Platz. Und weil an diesem Tag „Martini“ gefeiert wird, darf man sich auf kulinarische Schmankerl rund ums „Martini-Ganserl“ freuen. Aufspielen werden die Reiwa-Buam, Bayernsound Tegernsee, die Leitzach-Krainer und Isar-Rider Roland Hefter.

Super-Sound und die Chance auf eine handsignierte E-Gitarre von der Verlosung inklusive. Die Gastronomie bietet österreichisch-bayerische Küche vom Feinsten.

Bis zum Kathreintanz

Eine Kombination aus Poesie und Musik präsentiert Michael Fitz unter dem Motto „Wenn I schaug …“ am 16. November in der Winners Lounge. Darin thematisiert der Schauspieler und Musiker Männer und deren Emotionen. Fitz nähert sich dem Gemeinsamen, dem, was Männer und Frauen verbindet (oder trennt). Den Fallstricken, den Untiefen, den Widerständen, aber auch den Vorzügen von zwischenmenschlicher Beziehung.

„Kathrein stellt den Tanz ein.“ Ob sich dies auch bei uns im Tal bewahrheitet, wird sich herausstellen. Nach dem alten Merkspruch blieben noch weit bis ins 20. Jahrhundert von 25. November bis einschließlich zum Dreikönigstag “Bass und Geigen eingesperrt”. Der Name „Kathrein“ geht auf die Heilige Katharina zurück, deren Namenstag am 25. November ist.

Der Kathreintanz bildete am letzten Sonntag den Abschluss der im Sinne der Volkskultur „traditionellen“ Tanzsaison. Danach beginnt der Advent mit einer Fastenzeit als so genannte tanzfreie Zeit. Bestimmte Tage oder Zeitabschnitte mit Tanzverboten gab es in vielen Kulturen. Tanzen galt dabei oft als unsittlich, schädlich oder gar als Ausdruck des Teufels.

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