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Eine Glosse zum Parken in Tegernsee

Die „One-Stop-Shopper“ vom Tegernsee

Von Florian Eiler

Vergangene Woche fand auf Einladung der Geschäftsleute in Tegernsee eine Veranstaltung statt, um die Parkplatzsituation in der Stadt auf Expertenniveau zu analysieren. Ist ein Parkhaus überhaupt rentabel?

Dabei wurden trendverdächtige Kunden-spezifizierungen entwickelt. „One-Stop-Shopper“ auf dem Vormarsch.

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Eine Glosse von Florian Simon Eiler

Was haben ein Handschuh-Schneeballer, Pizzarandliegenlasser und ein Warmduscher gemeinsam? Na? Sie alle sind ein Synonym für Schattenparker. Nicht zu verwechseln mit dem Zebrastreifenanhalter. Jemand, der sein Cabrio im Schatten parkt, beugt vorausschauend vor. Nach dem Badeausflug sind die Lederbezüge dann schön kühl, und Verbrennungen am Oberschenkel bleiben aus.

Die Abstellaktion war gut gemeint, bedeutete allerdings einen tiefen Absturz im maskulinen Jargon, der stets mit Mobilität verbunden war. Fährt dieser Tage jemand in Tegernsee schnell in der Früh zum Brezenholen zum Bäcker, ist er ein One-Stop-Shopper. Klingt kultverdächtig und außerdem wäre es mal wieder echt „Made in Bavaria“.

Ins Leben gerufen wurde die Wortneuschöpfung des One-Stop-Shoppers von einem Expertenteam in Sachen „Parken“ bei einer Veranstaltung vor ein paar Tagen in Tegernsee. Bis der „OSS“ in die Walhalla des Kultwortschatzes aufgenommen wird, sind noch einige Hürden zu nehmen. Sollte nämlich ein Parkhaus in Tegernsee entstehen, ist die Zeit des noch jungen und wilden „One-Stoppers“ schon wieder vorbei.

Ein Parkhaus wäre einfach nur langweilig

Wird er doch gezwungen, in den Betonklotz einzutauchen, sich geordnet eine Parkfläche zu suchen und mit körpereigener Kraft dem Backshop entgegen zu eilen. Also nichts mehr mit Warnblickanlage und Handbremse auf der Seestraße. Dazu noch ein schnell gestreckter Autofahrergruß. Wie langweilig… Dagegen ist der Schattenparker die Ausgeburt eines Terminators.

Ungemach droht außerdem aus Hannover. Der Verein „Aktion Deutsche Sprache“ kämpft seit Jahren gegen Anglizismen und Kakophonie in deutschen Landen. Der One-Stop-Shopper ist für die Vereinsvorsitzenden schon ein kleiner Ausflug wert. Keiner mag sich jetzt vorstellen, wie ein ganzer Autokonvoi mit protestierenden Sprachästheten aus Niedersachen sich den Gmunder Berg herunterfrisst und in Tegernsee einen Parkplatz sucht.

Glaubt man wieder unseren Parkexperten, sind das die Leute, die sogar für einen Tagesausflug bleiben. Also, die parken weit außerhalb und laufen ein paar Minuten zu Fuß, bis sie vor der Rosenstraße stehen. Das mit dem One-Stop-Shopper hätte alles so schön werden können. Vielleicht hat der „Schnelle-Brezen-Holer“ im Sprach-Duden mehr Chancen. Ob mit oder ohne Parkhaus: „Brezn werds in Tegersee immer gebm.“

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