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Gmund winkt Plan durch

Die Sache mit dem Quergiebel

„Bausünde“ – „architektonischer Wildwuchs“ – für manche gilt er als absolutes No-Go. Die Rede ist vom sogenannten „Quergiebel“. Doch im aktuellen Gmunder Fall herrscht Gelassenheit. War der Ortsplanungsausschuss einfach nur gut drauf? Die Gründe, warum er doch geht – der Quergiebel.

Der Gmunder Bahnhof mitsamt Quergiebel / Quelle: Rolf Kaul

Auch in den Rathäusern am Tegernsee findet so manches Gemeinderatsmitglied deutliche Worte gegen den sogenannten „Quergiebel“. Der Grund dafür ist häufig die Optik. Ein Quergiebel füge sich meist nicht in die nähere Umgebung ein, heißt es. Um ein homogenes Ortsbild zu erhalten, regelt eine Gestaltungssatzung, was bei Bauprojekten erlaubt ist und was nicht. Auch die Gemeinde Gmund hat eine solche Verordnung erlassen.

Die Breite des Querbaus ist der Länge des Hauptgebäudes deutlich unterzuordnen, mindestens im Verhältnis 1:3. Dies gilt auch für Quergiebel.

So kann man es in dem im Jahr 2004 erlassenen Werk nachlesen. Befreiungen von der Regelung kann der Ortsplanungsausschuss – respektive Gemeinderat – jedoch erlassen. „In vergangenen Sitzungen haben wir auch schon Befreiungen erteilt“, berichtete Bürgermeister Alfons Besel beim Ortsplanungsausschuss (OPA) am vergangenen Dienstag.

Auf dem Plan stand ein Bauvorhaben im Ahornweg. „Das Gebäude soll abgerissen werden und ein neues errichtet werden“, klärte Bauamtsleiterin Christine Wild auf. Zwei Wohneinheiten plus Garage sind geplant und eben auch ein Quergiebel.
Dieses Gestaltungselement wird gern genommen, weil es Vorteile im Dachgeschoss ermöglicht, wissen Architekten und auch Gmunds Bauamtsleiterin: mehr Kopffreiheit, bessere Möblierungsmöglichkeiten sowie meist auch eine tolle Belichtung.

Es komm eben drauf an …

„Grundsätzlich sind Quergiebel erlaubt, nur sie dürfen eine bestimmte Größe nicht überschreiten“, so Wild in der Sitzung. Erlaubt sei eine Breite von 5,30 Meter, geplant eine von 6,60 Meter. Hier finden mehrere Generationen ein Zuhause und das finde er gut, sprach sich Georg Rabl (FWG) für die Raumvergrößerung durch den Quergiebel aus.

Sie wollen das auf einen modernen Bau umgestalten. Das ist einfach eine neuere Formensprache. So lange das auf dem Grundstück Platz hat, habe ich da überhaupt nichts dagegen.

Die anderen Ausschussmitglieder stimmten zu. Auch Bürgermeister Besel hatte keine Probleme, eine Ausnahme zu machen. „Wir haben nie leichtfertig zugestimmt, sondern es ging immer um gute Proportionen“, so der Gmunder Rathauschef. Doch das letzte Wort hat dann wie üblich der Gemeinderat.


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