Warum der Sonnenbichl jetzt anspruchsvoller ist

Die Skipiste von morgen für Wiessee

Glatte und gleichmäßige Schneepisten. Im Skizentrum Sonnenbichl war das bisher immer ein pures Schätzen für die Raupenfahrer. Jetzt ändert sich das: Eine neues System bietet eine große Erleichterung – und bringt Vorteile für Skifahrer und Umwelt mit sich.

Beim Skigebiet Sonnenbichl gibt es ein neues Schneehöhen-Messsystem. Auf dem Bild (v.l.): Toni Schwinghammer, Wolfgang Rebensburg und Dominik Rebensburg.

Schon seit Jahren wird ein satellitengesteuertes Schneehöhen-Messsystem in großen Skigebieten verwendet. Jetzt hat hier auch der erste kleinere Skibetrieb investiert: das Audi Skizentrum am Sonnenbichl in Bad Wiessee. Früher musste die Schneehöhe abgeschätzt werden. Mit Hilfe des neuen Systems kann die Schneehöhe am Skihang Zentimeter genau analysiert werden.

Grundvoraussetzung dafür sei die Topografie, erklärte Dominik Rebensburg, technischer Leiter vom Förderverein Schneesport im Tegernseer Tal e.V.. Mit einer Drohne wurde das gesamte Gelände erfasst, dann digitalisiert und im Computer gespeichert.

Auf einem Bildschirm im Inneren der Pistenraupe wird das zuvor eingescannte Gelände dem Fahrer angezeigt. Eine Karte mit verschiedenen Farben zeigt ganz genau, wie viel Schnee an welcher Stelle am Hang liegt. „Jetzt mit dem neuen System sieht man die Nester mit zu viel Schnee und kann diesen dort verteilen, wo weniger liegt“, beschreibt Rebensburg das Vorgehen. Insgesamt fünf Fahrer hat der Verein am Sonnenbichl. Es könne schon bis zu einer Saison dauern, bis jeder optimal mit dem System arbeiten kann. Ziel sei es den Schnee dann täglich so zu verteilen, dass überall gleichmäßig viel liegt. Rund 40 Zentimeter sei die ideale Schneehöhe. Dann könne man die Stangen fürs Training und die Skirennen perfekt befestigen, ohne den Boden zu beschädigen.

Schneeüberproduktion kann verhindert werden

Auch die Überproduktion durch Schneekanonen könne ab sofort umgangen werden. Mit den Schneekanonen schneit man erst nur auf einen Haufen, den Rest machen die Raupenfahrer mit Hilfe des Systems: „Wenn genug Schnee auf einem Berg liegt, wird er möglichst gleichmäßig verteilt. So kommt es zu keiner Schneeüberproduktion mehr“, erklärt Rebensburg.

Für die Schneeproduktion selbst wird das Wasser aus dem Zeiselbach verwendet. „Das ist derselbe Kreislauf wie beim Naturschnee“, versichert Wolfgang Rebensburg, Geschäftsführer der Tegernseer Tal Schneesport GmbH. Da seien keine Chemikalien beteiligt.

Dass der Schnee nun gleichmäßig verteilt ist, hat außerdem nicht nur für die Wintersportler einen Vorteil. „Der Schnee taut gleichmäßig ab und bewässert somit auch gleichmäßig“, so Rebensburg. Und auch sonst habe das neue System eine positive Auswirkung auf die Umwelt. „Der Boden wird geschont, Flora und Fauna nicht mehr beschädigt“, so der technische Leiter. Und auch der Geschäftsführer ist stolz auf den ressourcensparenden Wechsel. Man spare Strom und Wasser.

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Die Ausgaben für das moderne System liegen im unteren fünfstelligen Bereich, so Wolfgang Rebensburg. Und diese Investition habe sich gelohnt: in diesem Jahr waren es etwa ein bis zwei Wochen, die man früher aufmachen konnte.

„Die Anfragen der Vereine übersteigen im Moment die Kapazitäten. Das haben wir sicherlich unter anderem dem System zu verdanken“, erzählt Toni Schwinghammer, der erste Vorsitzende des Fördervereins. Am Sonnenbichl trainieren viele Skiclubs ihre Mannschaften. Auch Rennen werden regelmäßig ausgetragen. Der Verein vermietet den Hang und das Equipment an die verschiedenen Skiclubs. „Noch ein paar kalte Nächte, dann haben wir die Piste für den Europacup fertig“, freut sich Schwinghammer.

Im Februar wird auch heuer wieder das große Ski-Event in Bad Wiessee stattfinden. Auch für die Profis bringt das neue System Vorteile. Der Hang hat nun wieder seine natürlichen Hügel, weil der Schnee nichts ausgleicht. “Das ist auch so gewünscht”, betont Schwinghammer.” Das steigere die Schwierigkeit.”

Anhand von verschiedenen Farbabstufungen kann auf einem Bildschirm in den Pistenraupen die Schneehöhe erkannt werden.
Wolfgang und Dominik Rebensburg vor einer der Pistenraupen.

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