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Aus der TS-Reihe "Der Kunde und ich"

Die Therapeutin des Alltags

Von Redaktion

Menschen mit Kundenkontakt stellen schnell fest, dass sie es mit unterschiedlichen Typen, Launen und Vorstellungen zu tun haben. Aber wie geht man am besten mit ihnen um? Wir haben uns bei der Wiesseer Friseurmeisterin Isabella Häußinger umgehört.

Wer schön sein will… Friseurmeisterin Isabella Häußinger mit einer Kundin.

Menschen mit Kundenkontakt stellen schnell fest, dass sie es mit unterschiedlichen Typen, Launen und Vorstellungen zu tun haben. Aber wie geht man am besten damit um? Und welche Erfahrungen macht man mit ihnen? Wir haben uns im Tegernseer Tal umgehört. Heute bei: Friseurmeisterin Isabella Häußinger.

Zur TS-Serie “Der Kunde und ich”:
Da gibt es die Besserwisser, die Genervten, die Ungeduldigen, die Fordernden, die Kritischen, die Komplizierten. Welche Erfahrungen machen Menschen mit permanentem Kundenkontakt? Wir wollen es wissen.

Stimmengewirr zwischen brausenden Föhnen und klackernden Scheren. Es riecht nach frischem Shampoo, nach Haarspray und Farbe. Im Laden von Isabella Häußinger ist freitags die Hölle los. Fast jeder Platz scheint besetzt, die Angestellten sausen durch den Laden, schneiden, föhnen und quatschen was das Zeug hält.

So kurz vor dem Wochenende wollen alle nochmal schön sein. „Der Freitag ist der härteste Tag für uns“, lacht die Friseurmeisterin, während sie ihrer Kundin mit den bunten Lockenwicklern auf dem Kopf noch eben unter die Haube verabschiedet. 20 Minuten wird die sich nun ihren Zeitungen und der Tasse Kaffee widmen können.

Die Kunden sind anspruchsvoller geworden

Das oberste Ziel ist es, dem Kunden ein paar Stunden Entspannung zu gönnen. „Unsere Kunden sollen sich wohl fühlen und relaxen“, wünscht sich Isabella. Vom Stress den sie manchmal als Friseurin hat, um das Zeitmanagement genau auf ihre Kunden abzustimmen und nicht unter Druck zu geraten, sollen die Friseurbesucher nichts mitkriegen.

Kunden hat Isabella die Unterschiedlichsten. Da gibt es die, die einem die gesamte Lebensgeschichte erzählen, die, die einfach in Ruhe eine Zeitung lesen wollen und die, die jeden Handgriff überwachen, damit auch ja nichts schiefläuft. „Bei Stammkunden weiß man natürlich genau, wie der Einzelne tickt. Bei den anderen lernt man mit der Zeit, sich auf das Gegenüber einzustellen“, erklärt die Wiesseerin.

Seit zehn Jahren betreibt sie zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Hermine Baumhackl zwei Läden in Bad Wiessee. Dass die Leute anstrengender geworden sind, kann Isabella nicht bestätigen. „Eher anspruchsvoller, weil viele schon ganz genaue Vorstellungen von dem haben, was sie wollen.“ Junge Frauen wollen die neusten Farbtrends aus dem Internet und Bräute kommen schon mit einem genau Bild im Kopf, wie ihre Frisur aussehen soll. Dass aber jedes Haar anders ist und nicht jede Frisur zu jedem Typ passt, ist vielen häufig egal.

Glücklich rein, glücklicher raus

Trotzdem liebt die Friseurin die Herausforderung. „Vor allem den Kunden zu verändern und ihm Tipps zu geben, macht richtig Spaß.“ Und vor allem, dass die Kunden am Ende glücklicher als vorher rausgehen. Dass dann auch mal die ein oder andere dabei ist, die Sonderwünsche hat oder besonders kritisch ist, lasse sich nicht vermeiden.

Gerade hier im Tal haben manche schon ganz spezielle Vorstellung. Arabische Frauen fragen beispielsweise regelmäßig an, ob sie während ihres Besuchs den Laden schließen und alle Fenster abhängen können, damit sie ungestört ihr Kopftuch abnehmen können. „Das geht natürlich nicht“, so Isabella.

Weniger Gäste, weniger Kunden

Verändert habe sich außerdem, dass die Leute nicht mehr so häufig zum Friseur gehen. „Früher sind Frauen sehr viel regelmäßiger gekommen.“ Im Moment merke man vor allem in Wiessee, dass wenige Hotels da sind. „Gäste kommen in den letzten Jahren verhältnismäßig wenige, das bekommen wir schon zu spüren“, gibt Isabella zu.

Auf die Frage, ob bei ihr schonmal was richtig schiefgelaufen sei, muss die Friseurin lachen. „Einmal habe ich meiner besten Freundin ins Ohr geschnitten. Das hat ganz schön geblutet.“ Trotzdem überwiegen die positiven Momente – „denn am Ende macht man die Menschen ein bisschen glücklicher und die Kunden gehen mit einem Lächeln aus dem Laden.“


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