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Die Tradition des Glücksspiels in Bayern

Von Redaktion

Das Wort Glücksspiel ruft bei den meisten die unterschiedlichsten Assoziationen hervor. Während die einen in Erinnerung an gemütliche Pokerabende unter Freunden schwelgen, denken die anderen sofort an moderne Online Casinos. Wieder andere können mit diesem Begriff nur wenig anfangen, dabei hat das Glücksspiel in Bayern eine sehr lange Tradition. Und Tradition ist etwas, das wir in unserem schönen Bundesland stets sehr zu schätzen wussten. Also wie kam es nun dazu, dass wir uns dem Glücksspiel hingaben und wie wird es heute bei uns gelebt?

Aus China ins bayerische Wirtshaus

Die Weißwurst sowie das Reinheitsgebot mögen zwar Erfindungen der Bayern sein und auch wenn wir es uns noch sehr wünschen, sieht es beim Glücksspiel leider anders aus. Vermutlich hüpften wir noch mit den Wolpertingern von Baum zu Baum, als die Chinesen bereits die ersten Kartenspiele erfanden. Um Geld sowie die Ehre wird dort nämlich bereits seit vielen Jahrhunderten gespielt. Auch die erste Lotterie soll auf unsere Freunde aus dem fernen Osten zurückgehen. Zwischen 205 und 187 v.Chr. verhalf die erste staatliche Lotterie der Welt zum Bau der Chinesischen Mauer.

Im Bayern wurde 1735 von Kurfürst Karl Albrecht die erste Zahlenlotterie hierzulande eingeführt. Auch hierbei ging es darum, die Staatskasse ein wenig aufzubessern. Mauern bauten die Bayern hingegen nie, ganz gleich ihres Rufes als eigensinniges Bergvolk. Bei uns geht es gerade beim Thema Glücksspiel eher gesellig zu. Kartenspiele sind in Bayern vor allem in Wirtshäusern und am Stammtisch vorzufinden, doch gelten typisch bayerische Spiele mittlerweile als vom Aussterben bedroht.

Die beliebtesten Kartenspiele und ihr Ursprung

Kaum ein Kind, das am Tegernsee groß geworden ist, kennt sie nicht, die typischen bayerischen Kartenspiele. Schafkopf ist unter diesen als die Königsdisziplin bekannt, schließlich gelten die Spielregeln als teuflisch schwer. Dabei wird dieses Kartenspiel bereits seit dem 16. Jahrhundert gespielt, weshalb schon viele Menschen es geschafft haben diese zu meistern. Es besteht somit Hoffnung, dass auch in Zukunft die Tradition fortleben kann. So sieht es auch mit dem Watten aus, schließlich wurde dessen Spiel nun legalisiert.

Während vor allem in Gaststätten gewattet wird, gibt es beim Schafkopf häufig auch privat veranstaltete Spieleabende bei Freunden. Zudem unterscheiden sich die beiden Spiele in ihrer Herkunft. Schafkopf stammt aus der Oberpfalz, während Watten seinen Ursprung wohl in Südtirol fand. Das Kartenspiel Grasoberln hingegen kommt aus Altbayern, während Wallachen vermutlich aus Böhmen stammt. Und das sind sie auch schon, die vier bekanntesten bayerischen Kartenspiele: Schafkopf, Watten, Grasoberln und Wallachen. Was sie alle vereint ist, dass sie um Geld gespielt werden.

Der richtige Ort für das glücklichste Spiel

Natürlich ist nicht jeder Ort für jede Art von Glücksspiel gleich gut geeignet. Zur Tradition gehört nämlich weitaus mehr als nur die Spielregeln zu beherrschen und zwar auch die passende Lokalität zu wählen. Deshalb stellt sich die Frage: Wo spielen die Bayern am liebsten und was spielen sie dort? In den bayerischen Wirtshäusern das Rouletterad hervorzuholen wird mit entsetzten Blicken sowie entsprechenden Kommentaren erwidert. Diese Orte des Zusammenkommens sind schließlich ausschließlich für das Kartenspiel reserviert. Poker und weitere fremdländische Erfindungen sollten jedoch besser nicht eingeführt werden. Das Wirtshaus ist und bleibt eine Stätte des traditionellen bayerischen Kartenspiels.

So verhält es sich auch in den eigenen vier Wänden der Urbayern. Die jüngeren Generationen, die internationaler beeinflusst sind, lassen hingegen entsprechende Spiele auch in ihrem Zuhause zu. Wer sich wiederum seltsamen Spielen wie zum Beispiel dem Blackjack hingegeben möchte, der sollte dies besser nach Einbruch der Dunkelheit in der Spielbank oder möglichst unbemerkt in einem seriösen Online Casino tun. Der Vorteil des Online Casinos ist, dass dieses zumeist auch ein Mobile Casino besitzt. Auf dem stillen Örtchen bekommt von diesem Spiel nun wirklich keiner etwas mit, auch wenn dieser Ort unter vielen Bayern ebenfalls als heilig angesehen wird.

Der Bruch mit der Tradition

Doch woher kommt es, dass nicht bayerischen Glücksspielen eher Verachtung als Lob geschenkt wird? Nun, wir Bayern sind eben stolz auf unsere Traditionen. Natürlich würde niemand jemand anderem das Spielen von Roulette und Spielautomaten verbieten, wir leben schließlich nach dem Motto: leben und leben lassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir unsere lang gehegten und gepflegten Traditionen nicht in Gefahr sehen, wenn entsprechende neumodische Glücksspielerfindungen zu sehr überhandnehmen. Einem alt eingesessenem Bayern ist es schwer vermittelbar, warum die jungen Leute Poker spielen, aber auf das Wattenlernen keine Lust haben.

Um an der Tradition festzuhalten und ihr Überleben zu garantieren, wird eben darauf geachtet, dass an bestimmten Orten bayerische Glücksspiele vorherrschen. Gäbe es hingegen ein Online Casino mit einem entsprechenden bayerischen Spielangebot, dann hätte auch der traditionellste unter den urigsten Bayern nichts dagegen dieses Medium zu nutzen. Solang dem jedoch nicht so ist, wird eben im Gasthof Schafkopf und in der Spielbank Bad Wiessee Baccarat gespielt. Wenn wir unsere geliebten bayerischen Glücksspiele vorm Aussterben bewahren möchten, dann bedarf es jedoch weitaus mehr. Was können wir tun, um die Begeisterung für diese Spiele erneut zu wecken?


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