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Zöliakie im Alltag

Glutenfrei leben im Tal

Von Rose Beyer

Jeder 250. Deutsche leidet unter einer Glutenunverträglichkeit. Auch die Familie von Christa Porer ist betroffen. Um sich gegenseitig im Umgang mit Schwierigkeiten dieser Störung zu unterstützen, hat die Wiesseerin Möglichkeiten für Betroffene gesucht, sich regional auszutauschen.

Porer arbeitet in der Anästhesie und ist zudem als Zöliakieberaterin zuständig für ein großes Gebiet – von Tegernsee über den Landkreis Miesbach bis nach Geretsried und München. Und Sie hat einen Stammtisch im Tegernseer Seehotel Post initiiert, der sich jeden zweiten Dienstag im Monat trifft.

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Christa Porer im orangenen T-Shirt beim mehrmals im Jahr stattfindenden glutenfreien Backkurs

Auch im Haushamer Café Huberalm ist ein glutenfrei-Stammtisch in Planung: Die Wirtinnen Annelies Bolz und Barbara Reisberger haben sich zum Ziel gesetzt, wieder zu kochen, wie zu „Großmutters Zeiten“. Das heißt, ohne Zusatzstoffe und mit dem vollen Wissen, was „drin ist“. Neben diversen Spezialitäten wie hausgemachten Knödeln in allen Variationen bietet die Alm auch glutenfreie Kuchen und Brotzeiten an.

Doch woran merkt man eigentlich, dass man an Zöliakie erkrankt ist. Das konventionellste Symptom ist Durchfall, wobei Gewichtsverlust, Wachstumsstillstand, Blähbauch und Wesensveränderungen wie Weinerlichkeit im Kindesalter typische Anzeichen sind. Im Erwachsenenalter spielen Krankheitszeichen wie Zahnschmelzdefekte und Osteoporose eine Rolle.

Gluten – auch Klebereiweiß genannt – findet man vor allem in Getreidearten, folglich ist es im Mehl vorhanden. Lebensmittel wie Brot, Nudeln, Bier und Pizza sind demnach für die Zöliakie-Betroffenen tabu, es sei denn, sie sind speziell ohne Gluten hergestellt. Dabei muss man sehr auf Hygiene achten. Denn hat man vorher „normales Brot“ gebacken, reicht bereits eine Messerspitze Mehl aus, um das „glutenfreie“ Produkt zu verunreinigen. Und dann wirds problematisch.

Bei der Einnahme von Gluten entzündet sich die Darmschleimhaut, wobei sich die Ausstülpungen im Darm, zurückbilden und sich die Oberfläche des Dünndarms verkleinert. Aufgrund dessen kann der Körper nicht mehr ausreichend Nährstoffe aufnehmen und Mangelerscheinungen treten auf. Porer, Mutter eines mit Zöliakie diagnostizierten Jungen, hat einen treffenden Vergleich für die Krankheit: Der gesamte Dünndarm stellt ein Fußballfeld dar. Die Größe des Bereiches, der bei Zöliakiepatienten funktioniert, entspricht legilich dem Torraum.

Was der Anästhesieschwester auffiel, waren die teils langen Wege zur glutenfreien Nahrung. Manche Läden führten zwar Waren, jedoch wenn dann nur in ganz kleinem Umfang. Die Zöliakieberaterin nennt Bezugsquellen um glutenfreie Produkte zu besorgen: das Vitalia- Reformhaus in Tegernsee, den dm-Drogeriemarkt in Rottach-Egern oder auch das Kaufland in Bad Tölz. Darüber hinaus bietet www.querfood.de ein Sortiment. Wer gerne selber kocht, wem es aber an Ideen mangelt, findet dort auch zahlreiche Rezepte ohne Klebereiweiß.

Wer gerne glutenfrei backen lernen möchte, meldet sich telefonisch zum mehrmals im Jahr stattfindenden Backkurs an. Christa Porer ist unter der Telefonnummer 08022/ 83175 erreichbar. Weitere aktuelle Veranstaltungen findet man unter www.zoeliakie-suedbayern.de.


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