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Eine Glosse zu (un)verschuldeten Gemeinden

Dolce Vita im Norden – oder haben Sie vielleicht noch einen Euro?

Von Florian Eiler

Es gibt Gemeinden, die haben ihre ganz spezielle Art, den Finanzsäckel aufzufüllen. Doch was haben Valley und das italienischen Städtchen Anguillara an monetären Reizen gemeinsam?

Und was hat das alles am Ende mit Marlon Brando zu tun? Lesen Sie alles dazu in unserer wöchentlichen Glosse.

kaemmerer kasse

Eine Glosse von Florian Eiler:
Wissen Sie, warum Wolfgang Schäuble seine Sommerferien niemals im italienischen Örtchens Anguillara verbringen wird? Nein?! Am Ambiente des mittelalterlichen Städtchens südlich vom Rom liegt es sicherlich nicht, weshalb unser oberster Finanzkontrolleur sein zahlengebeuteltes Gehirn dort nicht mal in die Sommerfrische schickt. Grund ist der raffinierte Bürgermeister Antonio Pizzigallo.

Regelmäßig spielt er mit seinen devoten Stadträten Lotto, und zwar deshalb, um im Falle eines Gewinns, die leeren Kassen von Anguillara aufzufüllen. Faktisch, ein „Gemeindekassen-Auffüllen“ auf italienisch: Schäuble kriegt bei dieser Zockerei Kopfschmerzen, und das kann er im Urlaub schon gleich gar nicht brauchen. Also doch wieder auf Sylt. Sich die steife Brise um die Nase wehen lassen.

Valley – das monetäre Neuschwanstein

Kleiner Tipp aus der Redaktion: Herr Finanzminister, versuchen Sie es doch dieses Jahr einmal mit der oberbayerischen Gemeinde Valley. Da ist aus finanztechnischer Sicht nicht nur alles in Ordnung, sondern hier handelt es sich eindeutig um das „monetäre Neuschwanstein“.

In Valley agieren Kämmerer, Gemeinderäte und ein Bürgermeister, die noch schuldenfrei wirtschaften. Dieses Jahr erneuern sie sogar alte Straßen, bauen beim Felicitas Kindergarten einen imposanten Essensraum, und in Oberlaindern entsteht gleich noch eine neue Kita. In Anguillara würde Pizzigallo dazu sagen:

Scusa, ich muss erst mal Lotto spielen, und dann schauen, ob richtige Zahl kommt.

O.k., soweit so gut. Doch was ist, wenn Schäuble wirklich im Darchinger Hof für ein paar Tage eincheckt? Im „Euro-Erlebnispark-Valley“ ist ja alles bestens. Aber das Umland? Wenn er nach Holzkirchen rauffährt… Wer mag es ihm denn verdenken, wenn er doch lieber über den Brenner fährt und seinen Teint im Süden auffrischt?

Ob ich jetzt Lotto spiele, um meine Finanzkasse aufzufüllen oder ein japanisches Harakiri betreibe, wie die Holzkirchner, bleibt fast gleich. Bei Zweitgenannten ist man sich ja nicht so sicher, wie und wo die gemeindlichen Zahlen wirklich stehen. Auf alle Fälle hat man als Steuerzahler den Eindruck, als würde in der Kommune im Norden das Wachsen und Blühen hundert Jahre so weitergehen.

Marlon Brando, der Adoptivitaliener, würde in „Der Pate“ dazu sagen: „Geld ist eine Waffe. Politik ist zu wissen, wann man abdrückt.“ Na, dann gute Nacht. Für Schäuble dürfte Sylt dann doch die bessere Lösung sein.

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