Drei Faustschläge und eine Platzwunde – Tegernseerstimme

Schlägerei im Quantum in Rottach

Drei Faustschläge und eine Platzwunde

Es sollte ein launiger Partyabend unter Jungs werden und endete mit drei Faustschlägen und einer Platzwunde. Der Rottacher erstattete Anzeige. Der Angeklagte war kein Unbekannter.

Im Quantum in Rottach ist es letzten Sommer zu einer Schlägerei gekommen

In den Sommerferien 2018 kam es in der Bar Quantum in Rottach-Egern zu einer Schlägerei. Weil einer der Beteiligten verletzt wurde und Anzeige erstattete, musst das ganze nun vor dem Miesbacher Amtsgericht ausgetragen werden.

Worum ging es? Dem Angeklagten Thomas H. (Name von der Redaktion geändert) aus Bad Wiessee wurde vorgeworfen eines nachts in den Sommerferien gegen halb fünf Uhr morgens mehrere Faustschläge verteilt zu haben. Laut dem Geschädigten Lukas G. (Name von der Redaktion geändert) ging alles schon im Moschner los. Dort habe er aus Versehen statt seiner die Wodkaflasche von Thomas H. genommen. Dort habe man aber noch alles friedlich klären können.

Im Quantum eskaliert dann die Situation

Erst im Quantum sei die Situation dann eskaliert. Der Freund des Geschädigten Leonhard K. (Name von der Redaktion geändert) sei nach eigenen Angaben schon sehr betrunken gewesen und konnte sich nicht mehr an die Details erinnern. Nach Angaben des Barkeepers sei er aber umhergelaufen und habe den Leuten auf die Schulter geklopft. Der Angeklagte habe das wohl falsch aufgefasst. Lukas G. wollte seinem Freund Leonhard K. dann zu Hilfe eilen, als dieser mit dem Angeklagten Thomas H. in Streit geriet. Daraufhin habe er die erste Faust auf die linke Schläfe kassiert, so Lukas G.

Er sei dann nach draußen gegangen, um frische Luft zu schnappen. Als er wieder nach unten in die Bar gehen wollte, traf er seinen Freund und den Angeklagten an der Garderobe an. Beide sollen wieder in ein Streitgespräch verwickelt gewesen sein. Der Angeklagt soll dann erst Leonhard K. die Brille aus dem Gesicht geschlagen haben und dann erneut zwei Faustschläge an Lukas G. verteilt haben. Der sei dann mit einer Platzwunde zu Boden gegangen.

Polizei trifft niemanden mehr an

Im Anschluss sei er dann erneut nach draußen gegangen und habe sich dort auf den Boden gelegt. Er sei zunächst von Freunden mit Wasser und Lappen versorgt worden. Dann allarmierte man den Krankenwagen und die Polizei. Lukas G. wurde ins Krankenhaus gebracht. Seine Wunde musste laut Arztbericht genäht werden. Er selbst beklagt einen Monat lang unter Schmerzen gelitten zu haben.

Am nächsten Tag ist Lukas G. dann zur Polizei Bad Wiessee gegangen, um Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. Den Täter gekannt hatte er nämlich nicht und als die Polizei an besagtem Abend eintraf, war keine Spur mehr von den Beteiligten, das berichtet eine Polizistin vor Gericht.

Später habe Lukas G. dann aber über Facebook herausgefunden, wer der Angreifer war. Die Polizei hatte ihm dann mehrere Bilder vorgelegt und er sollte den „richtigen“ Mann aussuchen. So konnte Thomas H., der den Beamten sehr gut bekannt war, identifiziert werden. Der Angeklagte machte vor Gericht keinerlei Angaben zum Vorfall. Sein Anwalt gab zu bedenken, dass nicht geklärt sei, ob sein Mandant der Täter sei.

Angeklagter gleich für zwei Taten verurteilt

Das sah das Gericht anders. Mit elf Vorstrafen und mehreren Gefängnissaufenthalten, hatte der Angeklagte zahlreiche Delikte vorzuweisen. Zuletzt war er im Frühjahr 2018 auffällig geworden. Damals wurde er mit einer größeren Menge Kokain erwischt. Im Anschluss lieferte sich Thomas H. eine Verfolgungsjagd mit den Beamten, ging auf eine Polizistin los, beschädigte das Dienstfahrzeug und musste am Ende mit Pfefferspray unter Kontrolle gebracht werden.

Der Staatsanwalt forderte daher ein Jahr und acht Monate für beide Vergehen. Der Verteidiger ein Jahr und vier Monate. Richter Klaus-Jürgen Schmid entschied für ein Jahr und sieben Monate auf Bewährung. Außerdem muss der Angeklagte dem Geschädigten 400 Euro Schmerzensgeld zahlen.


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