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In Rumänien leben noch heute Menschen unter ärmlichsten Bedingungen

Dunkel, schlecht gelüftet und feucht…

Von Niklas Weber

Mittelalterlich und menschenunwürdig: Die Zustände in manchen Teilen von Rumänien sind für viele Menschen im Tegernseer Tal kaum vorstellbar. Deshalb engagieren sich Organisationen wie der Lions Club oder die „Thoma-Stiftung“, um den Menschen dort ein besseres Leben zu ermöglichen. Dabei werden die Helfer immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. In Holzkirchen suchen sie nun nach einem weiteren Standort.

Eine heruntergekommene Hütte in Rumänien
Eine heruntergekommene Hütte in Rumänien

Der „Lions Club Am Tegernsee“ und die Thoma-Stiftung sind zwei gemeinnützige Organisationen, die lokale und internationale Projekte unterstützen, so auch in Rumänien. Dort wird diese Hilfe dringend benötigt, denn die Menschen leben noch heute unter ärmlichsten Bedingungen. Um sich vom Erfolg der Projekte zu überzeugen, reisen Freiwillige der Organisationen regelmäßig zu den Hilfsbedürftigen.

Plumpsklo in der Schule

Konkret werden drei Schulen (eine Grundschule, zwei weiterführende Schulen) in Sighisoara (ehemals Schäßburg) unterstützt. In der Grundschule werden 21 Zigeunerkinder unterrichtet.Von der ersten bis zur vierten Klasse, alle zusammen in nur einem Raum. Ein eigentlich schon pensionierter Lehrer leitet den Unterricht, „weil andere Lehrer keine Zigeunerkinder unterrichten wollen“, berichtet Frauenärztin Alexa Kaiser, die vor Ort war. Ein Grunde hierfür ist ihrer Meinung nach nicht ersichtlich, denn die Kinder sind „ordentlich und sauber gekleidet“. Der Klassenraum ist nur mit dem Notwendigsten ausgestattet, aber immerhin gibt es schon einen Holzofen für den Winter. Als Toilette dient ein Plumpsklo außerhalb des Gebäudes.

Doch nicht nur Schulen werden vom Lions Club und der Thoma-Stiftung unterstützt, sondern auch Bedürftige. Hierbei handelt es sich meist um ältere alleine lebende Menschen, die mit einer Rente von 80 Euro im Monat auskommen müssen. Ihre Wohnbedingungen sind trist, so Kaiser: „Die Menschen wohnen in Zimmern, dunkel, schlecht gelüftet, feucht.“ Hilfe empfangen sie in Form von Grundnahrungsmitteln, Waschmittel, Zahnpasta und Seife. Viele der Betroffenen sind auch überglücklich, dass sie Gehör und Ansprache finden, denn ihr Leben ist meist einsam und isoliert.

Ebenfalls isoliert, zumindest räumlich, sind auch heute noch die Zigeunerfamilien. Ihre Barackenreihen befinden sich am Rande der Stadt, wobei sogar noch zwei Hütten im Wald stehen, ohne Wasser, Strom, WC und Heizung. Laut Kaiser bekommen sie schon früh, viele Kinder, „so dass aus den 3 Familien jetzt 16 Familien geworden sind.“ Innerhalb der Baracken sind die Verhältnisse sehr unterschiedlich. Man findet alles von schimmelnde Holzböden bis zu renoviertem Laminat. Im Extremfall teilen sich hier 15 Personen einen Raum. „Wir erstatten neben Nahrungsmitteln und Kleidung vor allem Renovierungskosten gegen Quittung, damit das Geld auch zweckentsprechend eingesetzt wird“, berichtet Kaiser.

Die Kinder wollen nicht mehr nach Hause

Vorstand Ralf Thoma berichtet zudem noch von einem weiteren Projekt, genannt „Das Kinderzimmer“. Es ist eine staatliche und damit für Arme finanzierbare Kinderkrippe in Schäßburg. „Es werden 27 Kinder im Alter von ein bis drei Jahren betreut“, berichtet Thoma. Ingrid Thoma und Alexa Kaiser konnten bei ihrem Besuch im April die sanierten Räumlichkeiten in Augenschein nehmen. Dabei wurde ihnen von einem bis dato völlig unbekanntem Problem berichtet: „Die Kinder fühlen sich im „Kinderzimmer“ so wohl, dass sie gar nicht mehr nach Hause gehen möchten.“

Um den Leuten auch weiterhin zu helfen, gibt es seit einigen Jahren eine fast schon traditionelle Hilfsfahrt. Demnächst wird wieder ein Sattelschlepper mit Hilfsgütern für Erwachsene, Kinder und Babys nach Schäßburg starten. Doch um die zukünftigen Transporte sicherzustellen, benötigt man noch Ersatzflächen im Tegernseer Tal, sowie ein trockenes Zwischenlager in Holzkirchen. Grund ist, dass der bisherige Unterstützer, das „Jod-Schwefelbad Bad Wiessee“, demnächst einem Neubau weichen soll.
Auch der Lions Club Miesbach-Holzkirchen engagiert sich regelmäßig mit einem Büchermarkt im Atrium.

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