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Nasswetter und Tomaschek punkten mit Album „boundless“

Klassik-Echo geht nach Rottach

Von Rose Beyer

„Ja, wir sind stolz!“ Michael Nasswetter vom gleichnamigen Rottacher Plattenlabel berichtet voller Leidenschaft von der guten Nachricht, die ihn heute erreicht hat.

Nasswetter und Geschäftskollege Thomas Tomaschek haben sich für ihre Albumproduktion „boundless“ für das international bekannte Kontrabass-Ensemble „Bassiona Amorosa“ den „ECHO-Klassik 2014“ geholt.

Die Klassikwelt schaut nach Rottach-Egern: „Bassiona Amorosa“ haben ihr ECHO-Album „boundless“
bei Michael Nasswetter (li.) und Thomas Tomaschek aufgenommen.

Der deutsche Musikpreis ECHO gehört zu den etablierten und bekanntesten Musikawards der Welt. Seit 1992 markiert er den Höhepunkt des Musikjahres in Deutschland. 1994 wurde der „kleine Bruder“ – der ECHO-Klassik – als eigene Veranstaltung ins Leben gerufen.

Allererste Einreichung wird ein Erfolg

Die Deutsche Phono-Akademie ehrt damit jedes Jahr erfolgreiche Leistungen nationaler und internationaler Künstler. Den ECHO-Klassik in 22 Kategorien vergibt dabei eine elfköpfige Jury, die ihr Urteil sowohl nach künstlerischer Qualität als auch nach Publikumserfolg fällt. Die Vergabe des Preises spiegelt damit nicht nur die Meinung von Kritikern wider, sondern auch die Wertschätzung durch Musikkäufer.

Ein wesentliches Ziel der Vergabe ist es, nicht nur Weltstars für ihre musikalischen Leistungen auszuzeichnen, sondern auch junge Talente über den Preis zu fördern. Zwar ist mit der Übergabe der Edelstahlskulptur kein Preisgeld verbunden. „Indirekt spürt man die Auszeichnung aber später bei den CD-Erlösen“, verrät Musikproduzent Nasswetter.

Für die Rottacher Musikproduzenten war das Album „boundless“ (heißt: grenzenlos) die allererste Einreichung beim ECHO-Klassik. Bewusst wählten Nasswetter und Tomaschek – beide selbst erfahrene Musiker – den Albumtitel in Synergie zur Einreichungs-Kategorie: „Klassik-ohne-Grenzen“. Der erste Kontakt zwischen Produktionsfirma und dem Ensemble „Bassiona Amorosa“ kam vor etwa 18 Monaten zustande, wie Nasswetter schildert:

Eine Bekannte hatte sie gehört und hat den Kontakt hergestellt!

Bis man sich dann persönlich in Rottach-Egern traf, vergingen weitere Wochen. Die sechs Musiker, die das Grundensemble der Kontrabassisten bilden, wohnen auf der ganzen Welt verstreut: von der Slowakei, Georgien und Russland bis nach Südkorea.

Ein Loblieb auf den Kontrabass

Gegründet 1996, spielt die von Professor Klaus Trumpf ins Leben gerufene Formation in unterschiedlicher Stärke. Manchmal zu sechst, aber auch bis zu 14 Mann stark, mal mit Piano, mal ohne. In bisherigen Konzerten – bis zu 600 waren es in den vergangenen 18 Jahren – faszinierten die Vollblutbassisten das Publikum. Und das mit einem Instrument, das für Nasswetter eigentlich in seiner Wirkung unterschätzt wird:

Musik ist, wenn der Bass einsetzt. Er ist das Fundament, ohne das man nichts stellen kann!

Michael Nasswetter ist sich des Knalleffekts des Basses bewusst. Spielt er ihn doch selbst in zwei Formationen. Deshalb war es ihm auch ein persönliches Anliegen, ein Album mit dem internationalen Ensemble zu machen. Dass die allererste Einreichung der Rottacher Produktionsfirma gleich erfolgreich sein würde, ahnte er nicht im geringsten: „Ja, wir sind stolz!“ So beschreibt er seine Glücksgefühle.

Fünf CDs hatte „Bassiona Amorosa“ bereits veröffentlicht. Jetzt war das Ensemble auf der Suche nach einem „richtigen Label“. Der Zeitpunkt passte. Auch die Rottacher Produzenten waren bereit für diese Profi-Produktion.

Man spricht sich ab: Was macht man, wo will man hin, was können wir als Label leisten?

Was so einfach in einen Satz zu packen ist, zog sich in Wirklichkeit etliche Wochen hin.
Eine Woche reine Aufnahmezeit in einem Studio bei Freising. Drei Wochen Postproduktion, Artworks und Bookletproduktion in Rottach. Alles in allem vergingen rund zwei Monate, bis das Album in einer Auflage von 1.500 Exemplaren zum 5. März 2014 veröffentlicht werden konnte.

„Was half, war, dass die Kommunikation über Musiker Giorgi Makhoshvili komplett in Deutsch laufen konnte.“ Nasswetter ist froh, dass alles so gut funktioniert hat. Der Einreichungsvorgang selbst wurde relativ sachlich über ein Online-Einreichungsformular abgewickelt. Dann noch eine bestimmte Anzahl CDs dazu per Post schicken, zwei Rezensionen, und alles in eine bestimmte Form gepackt. „Du musst nur aufpassen, dass du keinen Formfehler machst“, so der Produzent.

Einen Teil der Postproduktion, das Artwork und die Bookletgestaltung erledigt Michael Nasswetter
in seinem Rottacher Ladenbüro.

Dass man während der Produktionszeit mit den Künstlern zusammenwächst und auch persönliche Beziehungen aufbaut, ist klar, so Nasswetter. „Wir waren über die ganze Produktionszeit sehr eng zusammen“, erinnert er sich.

Trotzdem vergisst er über der Wichtigkeit des Künstlers nicht die Freiheit. Die Rottacher Produzenten machen keine Künstlerverträge, sondern nur solche über diese eine Veröffentlichung. „Es soll eine Win-Win-Situation sein. Wir wollen sie nicht an unsere Plattenfirma binden.“ Schließlich gäbe es ohne Künstler auch keine Plattenfirma.

Heute startet der Vorverkauf für den ECHO-Klassik 2014, der in diesem Jahr am 26. Oktober in der Münchner Philharmonie im Gasteig stattfindet. Michael Nasswetter wird natürlich unter den Gästen sein, sagt er.

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