Gemeinderat stimmt gegen Fortführung des Bergsteigerbusses

Ein Bus weniger für Kreuth

Von Laetitia Schwende

Der Bergsteigerbus wurde 2017 in Kreuth eingeführt. 3,5 Jahre später die Ernüchterung – der Bus erfüllt nicht seinen Zweck. Das war nicht die einzige Kritik.

2017 eingeführt – jetzt wieder abgeschafft / Archivbild

Der Fachbereichsleiter für Mobilität im Landratsamt Peter Schiffmann informierte auf der Kreuther Gemeinderatssitzung über zahlreiche Themen, den Verkehr und Ausbau der Infrastruktur im Tal betreffend. Einer davon: der ÖPNV und RVO. Die Linie 56, der Bergsteigerbus, sollte ursprünglich eine gute Anbindung für Wanderer sein, die direkt in Kreuth starten wollen. Auch für Einheimische gab es dadurch eine zeitlich enger getaktete Anbindung, um das etwas abgeschottete Kreuth zu erreichen.

Hohe Bezuschussung für den Bergsteigerbus

Jetzt, 3,5 Jahre später, wird die Linie eingestellt. Denn der Preis für den Bus ist hoch und hat schon öfter für Skepsis gesorgt. Rund 70.000 Euro kostet der Bus die Gemeinde, das entspricht nach einer Hochrechnung des Gemeinderats einem Preis von 6,50 Euro pro Person. Gerade „angesichts der Haushaltskasse einfach schwierig“ , so Sebastian Marschall (FWG).

Ein weiteres Manko: Der Rat befürchtet, dass der Bergsteigerbus weniger von Wanderern vor Ort genutzt wird, als von Ausflüglern, die vom Tegernseer Bahnhof weiterreisen, also im Grunde genommen seinen Zweck verfehlt.

Scharf kritisiert hat Marcus Wrba (FWG) das gesamte Konzept RVO. Für ihn sei das Angebot mit teils langen Wartezeiten oder Verspätungen in keiner Weise nutzbar. Er sieht die RVO als:

Organisation, die nichts tut für ihr Geld.

Als Beispiel führt Wrba das Rufbussystem in Murnau auf. Es stellt sich die Frage wie ein Rufbuskonzept zirka 70.000 Euro kosten kann, während uns ein einzelner Bergsteigerbus schon ebenso viel kostet.

On-Demand Busse als Alternative

Schiffmann gesteht zu, dass hier noch nicht alles ideal laufe, sieht aber gute Alternativen in sogenannten On-Demand Bussen. Also Sammelbusse, die keinem festen Fahrplan folgen, sondern flexibel nach Bedarf Passagiere aufnehmen. Als “innovativ” bezeichnet er den ehemaligen AST-Dienst, und kam nach eingehender Prüfung auf Konzepte, die denen ähneln sollen, wie es sie bereits in Murnau oder in Tirschenreuth gibt.

In Anbetracht der knappen Haushaltskasse und der Tatsache, dass der Landkreis Miesbach wohl in naher Zukunft dem MVV beitreten soll, stimmten schlussendlich nur noch vier Gemeinderatsmitglieder für die Weiterführung des Buskonzepts. Kreuth fällt so eine sehr deutliche Entscheidung.


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