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Serie: Wir hier in Holzkirchen - Zehn Fragen an Buchhändlerin Cornelia Engl

Ein Frei-Raum für Bücher

Holzkirchen, zwischen München und dem Tegernseer Tal angesiedelt, steht für Handwerk und Handel, für moderne Wirtschaftsunternehmen und Landwirtschaft, für Tradition und Moderne. Aber wie sieht der Blick jedes Einzelnen aus? Wir interviewen in unserer Reihe „Zehn Fragen an …“ Bürger aus der Marktgemeinde. Heute: Buchhändlerin Cornelia Engl.

Als Buchhändlerin legt Cornelia Engl viel Wert auf guten Kundenservie.
Als Buchhändlerin legt Cornelia Engl viel Wert auf guten Kundenservie.

Beim einem der letzten Male wünschte sich die Schauspielerin und Regisseurin Lydia Starkulla die Buchhändlerin Cornelia Engl als nächsten Interviewpartner. Die Wahl-Holzkirchnerin erzählt uns heute, was Holzkirchen für sie so besonders macht.

Zur Person:
Als Cornelia Engl 1981 hochschwanger nach Holzkirchen zog, vermissten sie und Edith Wüster, eine Mitstreiterin in ihrem Literaturkreis, nichts so sehr wie einen Bücherladen. Gemeinsam beschlossen die beiden Damen, einen Buchladen zu eröffnen und belegen einen Crashkurs in der Frankfurter Buchhändlerschule – mit Erfolg, denn die Holzkirchner Bücherecke in der Münchner Straße gibt es seit mittlerweile 32 Jahren.

Guten Morgen, Frau Engl, was bedeutet Holzkirchen für Sie?
Mittlerweile ist es meine Heimat geworden, besonders weil meine drei Kinder, die Enkel und Freunde hier leben. Aber ich stamme aus dem Norden, aus Kiel, und werde schon mal sentimental, wenn ein Kunde mit norddeutschem Akzent kommt. Ich bin sozusagen eine „ältere Zuagroaste“.

Was gefällt Ihnen hier besonders gut?
Auch wenn Holzkirchen Anfang der 80-er Jahre etwas düster war, hat es sich doch sehr gemausert. Ich mag die bunte Mischung von Einheimischen und Hinzugezogenen, vor allem jungen Familien. Für mich sind die Menschen hier aufgeschlossen und offen für Neues – beruflich und kulturell. Außerdem ist der Ort schön übersichtlich, alles ist mit dem Fahrrad zu erreichen.

Was würden Sie am liebsten sofort ändern?
Gerne würde ich das Geschäftesterben aufhalten. Aber das liegt an den Kunden, die zum Teil lieber in München oder im Internet kaufen. Ich ziehe ‚buy local‘ vor. Aber: Wer zahlt hier die Gewerbesteuer, wer stellt den Schülern Praktikumsplätze zur Verfügung? Schön wären mehr Initiativen der lokalen Geschäftswelt, um den Kunden zu zeigen, was wir alles zu bieten haben. Außerdem wünsche ich mir einen autofreien Marktplatz, am besten mit einem Café.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?
Mein Favorit ist Sonntraten bei Gaißach zum Sonnenauf- oder untergang. Im Sommer starte ich oft um 5 Uhr früh, wen noch keiner da ist. Abends natürlich ist der Blick auf den Blomberg und ins Isartal sehr eindrucksvoll.

Was ist Ihr persönlicher Freizeittipp?
Da ich das Wandern und die Berge liebe, empfehle ich den Geierstein bei Lenggries und die Aiplspitz am Spitzingsee. Und für einen leckeren Kuchen gehe ich in die Mangfalltal-Alm in Kleinhöhenkirchen.

Welchen Ort möchten Sie unbedingt einmal besuchen?
Ich bin auf vieles neugierig. Ein Wunsch ist die Insel Hiddensee, wo viele Autoren herkommen. Unheimlich gerne würde ich auf Madeira wandern. Einer meiner Träume ist es, eine Zeitlang in einem buddhistischen Kloster in Nepal zu verbringen. Mich fasziniert, wie die Mönche die meditative Ruhe und Lebensfreude verbinden.

Bei welcher Veranstaltung kann man Sie als nächstes antreffen?
Natürlich auf unserer nächsten Lesung in der Holzkirchner Bücherecke. Der Münchner Dozent Thomas Montasser wird am Dienstag, 24. November um 20 Uhr aus seinem Buch „Monsieur Jean und das Gespür für Glück“ lesen. Es ist sein zweites Buch und handelt von einem Concierge, der Hotelgästen zu mehr Glück verhelfen will.

Durch die Bücherecke hat sich in Holzkirchen ein kleiner Kultur-Treffpunkt entwickelt. Was hat Sie persönlich angetrieben?
Ich möchte die großen und die kleinen Menschen für die Welt begeistern. Es gibt so wundervolle Geschichten, dramatische, die aufrütteln, und sachliche, die uns die Augen öffnen. Ja, diesen Blick über den Horizont finde ich extrem wichtig. Für Kinder, aber auch für Erwachsene. Gerade jetzt, in einer Zeit, wo mit den Asylbewerbern gerade so viele fremde Menschen zu uns kommen. Wir haben alle eine Aufgabe im Leben, Bücher können uns helfen, das zu erkennen.

Wo sehen Sie als Geschäftsfrau hier in Holzkirchen Entwicklungsmöglichkeiten?
Gut finde ich, dass kulturell dank Ingrid Huber wirklich viel geboten wird. Und dass dieses Angebot auch gut von den Menschen angenommen wird. Eine Anregung wäre, dass sich die Läden öfters zu Aktionen zusammenschließen – zum Beispiel Rosen zum Muttertag. Für unser Geschäft wünsche ich mir einen Parkplatz und eine Begrünung vor den Schaufenstern – so wie am Marktplatz.

Wem sollen wir die zehn Fragen als nächstes stellen?
Das Musiker-Ehepaar Katja Lämmermann und Freddy Kempf schätze ich sehr. Die Geigerin und der Pianist spielen mit Herzblut. Sie sind großartige, international renommierte Künstler und leben hier in Holzkirchen.

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