Leberkas-Gala-Dinner mit viel “Stinkparfeng”

Sich vor Lachen den Bauch zu halten – ein schöner Wunsch für einen Freitagnachmittag. Bei den Rottacher Kunst- und Kulturtagen ging er für rund 120 kleine – und große – Zuschauer in Erfüllung. Bereits vor dem Einlass um 14 Uhr warteten sie ungeduldig im Foyer des Seeforums.

Es folgte ein packendes Geruchs-Abenteuer rund um die Geburtstagssause der lieblichen Prinzessin Heike. Inszeniert von Doctor Döblingers geschmackvollem Kasperltheater. Die Puppenspieler Richard Oehmann und Josef Parzefall haben es aus München mitgebracht.

Veronika, Elisabeth und Quirin haben es geschafft, in die erste Reihe zu kommen. Die beiden Mädchen sind drei und vier Jahre alt und da ist es ein absolutes Muss, ganz vorne zu sein. „Sonst seh’ ma ja nix“, erklärt Elisabeth. Eine Viertelstunde später ist der komplette Raum im Seeforum voll. „Die Vorstellung ist ausverkauft“, freut sich Josef Parzefall, der heute – wie fast immer bei den Vorführungen seines Kasperltheaters – höchstpersönlich Platzanweiser ist.

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Er passt auf, dass die Kleinen nach vorne kommen und dass sich „die Großen“ – also Mütter, Großmütter und Väter – an den Rand der Bestuhlung setzen. „Wann geht’s denn los?“ Da das Zeitgefühl bei Kindergartenkindern noch nicht allzu ausgeprägt ist, zählt jetzt jede Minute. Doch mit Schlag Halbdrei fällt die Tür zu, das Licht geht aus und der Vorhang wird nach oben gezogen.

Sagenumwobenes Stinkparfeng

Bevor das eigentliche Stück starten kann, kommt das, was Doctor Döblinger für viele ausmacht: das Publikum wird mit einbezogen. Polizist Wirsching erscheint auf der Bühne und fragt, was es denn jetzt eigentlich zum Essen geben könnt’. „Leberkassemmel“, ruft es aus dem Publikum.

Dann erscheint nach und nach die heitere Dreifaltigkeit aus anarchischem Kasperl, dem etwas bedepperten Seppl und der glupschäugigen Hexe. Das vielstimmige, unsichtbare Zweimannunternehmen als Schauspieler-, Autoren- und Musikantenduo lenkt die Geschicke um Prinzessin Heike und ihre Geburtstagsfreunde.

Kasperl und Seppl sind gerade noch eingeladen, Zauberer Gottlieb Wurst und Hexe Annegeer Strudlhofer allerdings nicht. Deshalb kommt es zu heilloser Verwirrung, als nach und nach die Geschenke auf den Tisch – respektive Bühne – kommen: eine rosa Wäscheklammer und ein sagenumwobenes “Stinkparfeng”.

Verschiedene böse Zauberereien bedrohen die Geburtstagsfreude der Prinzessin. Doch für Kasperl und Seppl kommt es noch schlimmer: Auch das fürstliche Leberkas-Gala-Dinner ist in Gefahr. Natürlich gibt es am Ende der Dreiviertelstunde ein Happy End. Das Erstaunen nimmt man mit nach Hause, wie die Stimmakrobaten Oehmann und Parzefall all die Personen so charakteristisch darstellen, dass man sofort erkennt, wer da jeweils gerade spricht.

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