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Schutzgemeinschaft zeichnet Tal-Gemeinden aus

Ein Lichtblick im Bauboom

Von Nina Häußinger

Der Bauboom ist am Tegernseer Tal nicht vorbeigegangen. Immer mehr freie Flächen werden bebaut. Umso wichtiger findet die Schutzgemeinschaft, dass es Menschen gibt, die den Tegernsee und seine Landschaft schützen. Einen Preis dafür haben heuer zwei Gemeinden bekommen.

Helmut Köckeis und Christian Köck erhielten heuer die  Lichtblick-Laterne
Wiessees Bauamtsleiter Helmut Köckeis und Rottachs Bürgermeister Christian Köck erhielten heuer die Lichtblick-Laterne, stellvertretend für die jeweiligen Gemeinderäte.

Der Abend der Jahreshauptversammlung begann mit einem wiederkehrenden Ereignis. Wie jedes Jahr zeichnete die Schutzgemeinschaft Personen aus dem Tal mit dem Ehrenpreis „Lichtblick“ aus. Mit dem Preis würdigt die SGT Menschen, die „durch Mut und Engagement sich für den Erhalt der Schönheit des Tegernseer Tales“ eingesetzt haben.

Gewonnen haben dieses Mal der Gemeinderat von Rottach-Egern und Bad Wiessee. Rottachs Bürgermeister Christian Köck sowie Wiessees Bauamtsleiter Helmut Köckeis nahmen den Preis stellvertretend entgegen. Den Grund erklärte die Vorsitzende Angela Brogsitter-Fink in ihrer Rede. So sei es sehr erfreulich, „dass die Gemeinde Rottach-Egern sich eindeutige städteplanerische Ziele gesetzt“ habe und im Gemeinderat beschlossen hat, sich zur Wehr zu setzen.

Der Bauwut gieriger Unternehmer den Riegel vorzuschieben und sich auch nicht mit der Androhung einer Millionenklage erpressen zu lassen. Ansonsten, so Bürgermeister Christian Köck, „drohe nicht nur der Ausverkauf von Rottach-Egern, wir sind bereits im Ausverkauf begriffen“.

Brogsitter spricht damit auf die Klage eines Anwohners an, gegen die sich die Gemeinde erfolgreich gewehrt hatte. Köck hatte vor Gericht erklärt: Der Erhalt des Ortsbildes ist für die Gemeinde aber überlebenswichtig. Anders als andere Gemeinden im Norden könnte Rottach keine neuen Gewerbegebiete ausweisen. Daher muss der Tourismus erhalten bleiben. „Wir haben den Druck, für die Touristen attraktiv zu bleiben“.

Für Brogsitter ist die Sache klar. „Wo ehemals eine stattliche Villa mit Park oder Garten dem Ort seinen Reiz verlieh, entstehen „Ensembles, Chalets, Residenzen“ – drei bis fünf Häuser wie aus der Schablone, ohne Individualität und Charakter.“ So hat die Gemeinde im speziellen Fall zunächst eine Veränderungssperre, dann einen Bebauungsplan für das Gebiet Karl-Theodor-Straße, Kreuz- und Hubertusweg erlassen. Damit würde laut Brogsitter verhindert, „dass diese maximale, rein renditenorientierte Bebauung in diesem Ortsteil Schule“ macht.

„Bauverdichtung meiden“

Da auch die Wiesseer mit ihren Mitteln gegen die laut Schutzgemeinschaft unnötige Verdichtung kämpfen, gebührt ihnen ebenfalls die Auszeichnung. So versuche Bauamtsleiter Helmut Köckeis wie in Rottach-Egern, das Gesicht des Kurortes in einigen Ortsteilen durch Bebauungspläne zu wahren. Gegenwärtig sei das, so Brogsitter, zwischen Söllbach, Ringberg- und der Bundesstraße der Fall.

So sollen nach der Vorstellung der Schutzgemeinschaft und der beiden Gemeinden auch weiter innerörtliche Flächen unbebaut bleiben. Dafür gibt es den Lichtblick.


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