Ein neues Thun-Projekt für den Tegernsee

Die Alpenpark Klinik am Ringsee wird rundum erneuert – ganz unter dem Motto “heilende Architektur und Natur”. Dafür wurde ein Architekt ins Boot geholt, der in Wiessee wahrlich kein Unbekannter ist.

Ursula und Ludwig Klitzsch mit Matteo Thun bei der Vorstellung des Modells gestern Nachmittag

Die KIRINUS Alpenpark Klinik am Ringsee bekommt ein Make-Over. Das neue Projekt Alp X ist eine Herzensangelegenheit der Familie Klitzsch, in deren Besitz die Klinik seit nun 60 Jahren und drei Generationen ist. Man will mit einer durchdachten und detaillierten Neugestaltung das Qualitätsniveau auf eine neue Dimension heben und die Zukunft des Standorts für die nächsten Jahrzehnte sichern. Das genaue Konzept stellten Ursula und Ludwig Klitzsch gestern gemeinsam mit den verantwortlichen Planern der Presse vor. Baubeginn soll bereits 2022 sein – Fertigstellung dann 2024.

Ziel: Eine in jeder Hinsicht heilenden Umgebung

Die These der heilenden Architektur besagt, dass sich die passende Umgebung positiv auf den Heilungsprozess von Patienten und Mitarbeitern auswirkt. Dazu gehören die passende Akustik, Lichteinfälle, Farbe und Mobiliar sowie kurze Wege und der Zugang zur Natur. Der Kopf hinter der Gesamtplanung ist der Südtiroler Architekt Matteo Thun, zur Seite steht ihm, mit der Neugestaltung der weitläufigen Außenbereiche betraut, der Schweizer Landschaftsarchitekt Enzo Enea.

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Eine zentrale Rolle spielt beim Bau natürlich die medizinische Funktionalität. Als Zentrum der Anlage ist ein kreisrundes Therapiezentrum geplant, das durch seine Lage mit kurzen Wegen unterirdisch, von überall aus zu erreichen sein wird. “Wir haben hier hochbetagte Patienten, die komplexe Therapien brauchen,” erklärt der ärztliche Direktor der Klinik Dr. Dirk Hamann. “Diese Tatsache muss Eingang in die Architektur finden.”

Das Therapiezentrum mit Biotop / Quelle: KIRINUS Health

Die übrigen Gebäude werden durch Um- und Neubauten oder Ergänzungen zu einem sinnvollen und harmonischen Ganzen werden. Alte Funktionalgebäude müssen weichen, darunter auch das Wallberghaus, das Klitzschs Großeltern damals als erstes gebaut hatten. Gebaut wird maximal dreigeschossig, sodass man auf Höhe des 2016 realisierten Ringberghauses bleibe.

Holz ist als zentraler Werkstoff sowohl innen als auch außen vorgesehen. Ein Anliegen, das Thun unterstreicht: Für ihn ist ein Teil von nachhaltigem Bauen, Veränderung einzuplanen. Man soll das Geschäftsmodell anpassen können, Teile wegnehmen oder hinzufügen. “Wenn hier alles mit Stahlbeton gebaut wird, geht Veränderung nur mit Dynamit“. Zudem tue man alles, um einen möglichst geringen CO2 Abdruck zu hinterlassen.

Die bebauten Flächen werden minimiert, sodass ein zusammenhängender Park mit Paradiesgarten entstehen kann, der heilende Elemente enthält. Geplant ist beispielsweise ein Biotop mit Seerosen, ein Waldbach, ein Hortensiengarten und ein Obsthain mit Broderie. „Der Blick in den Garten soll für die Gäste möglichst lang interessant bleiben“. Das so entstehende Klima wäre nicht nur für Patienten heilend, sondern ist dem gesamten Arbeitsklima für Mitarbeiter zuträglich.

Der neue Ostflügel schafft Platz für die zusätzlichen Betten / Quelle: KIRINUS Health

Trotzdem wird Platz geschaffen in den unterschiedlichen Flügeln. Die Bettenanzahl wird von 120 Betten auf 170 erhöht. Hierfür braucht es Parkplätze, das einzige Thema das etwas Sorge macht.

Hierfür soll eine zweigeschossige Tiefgarage entstehen. Um den Verkehr direkt zu minimieren und abzuleiten, werden die oberirdischen Parkplätze, um die die Hälfte auf 38 Plätze reduziert. Diese geplanten Parkplätze befinden sich allerdings im Gegensatz zum restlichen Alpenpark auf Bad Wiesseer Flur, müssen also noch vom Wiesseer Bauausschuss und Gemeinderat besprochen werden.

Auf der Gemeinderatssitzung in Kreuth gestern Abend zeigte man sich durchweg positiv den Planungen gegenüber. Markus Wrba (FWG) lobt die Transparenz und Offenheit, mit der die Planung an den Gemeinderat herangetragen wurde. Dasselbe wünsche er sich nun auch in Bezug auf den Stellplatznachweis. Er hätte potenzielle Konfliktfelder durch Nachbarbelange mit Bad Wiessee gerne genauso schnell gelöst, um spätere Problematiken zu vermeiden. Der Gemeinderat stimmte der vorgestellten Änderung einstimmig zu. Somit heißt es für die Verantwortlichen nun zunächst ein Bebauungsplan auszuarbeiten.

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