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Anwohnerklagen gegen Westerhof-Ausbau abgelehnt

„Ein Riesenschritt nach vorn“

Von Michael Dalock

Gestern fand auf dem Grundstück des Westerhofs eine Gerichtsverhandlung statt. Nachbarn hatten gegen den Ausbau des Tegernseer Hotels geklagt. Und nun verloren, wie Hotelier Dr. Andreas Greither erklärt.

Dr. Andreas Greither (Mitte), Eigentümer des Westerhof, erklärt vor der Ost-Terrasse des alten Hotelgebäudes wie weit seine Liegewiese reichen wird.
Dr. Andreas Greither (Mitte), Eigentümer des Hotel Der Westerhof, erklärt bei der Gerichtsverhandlung am Mittwoch wie weit die Liegewiese des Hotels reichen wird.

Mit enormer juristischer Präsenz, die von drei Schallschutzexperten und Architekten unterstützt wurde, trafen gestern Nachbarn und Westerhof-Eigentümer Dr. Andreas Greither mit Richterin Cornelia Dürig-Friedl zusammen. Es ging in der Sache um die Lärmbelästigung, die durch die Gäste, mögliche Veranstaltungen und Fahrzeugbewegungen auf dem Parkplatz des Tegernseer Hotels entstehen könnte. Entschieden wurde vor Ort noch nicht. Die Urteile gab es dann gestern und einen Grund zu feiern für den Eigentümer.

Tegernseer Stimme: Wie ist es denn nun ausgegangen, Dr. Greither?

Dr. Andreas Greither: Wie war denn Ihr Eindruck?

Tegernseer Stimme: Wir würden schon sagen, dass die Richterin Ihnen eher wohl gesonnen war.

Greither: (Lacht) Ja, das Gefühl hatte ich auch. Sie hat ja schon gleich am Anfang klar gemacht, dass sie nicht recht versteht, warum sie wieder kommen musste. Es wurde ja alles bereits 2009 entschieden. Jetzt wurden alle Klagen vollumfänglich abgelehnt.

Tegernseer Stimme: Wie geht es jetzt mit Ihren Plänen weiter?

Greither: So werden unsere Vorhaben deutlich realisierbarer. Es war einfach schwierig mit den Nachbarn. Aber wenn die sich jetzt nicht etwas Sensationelles einfallen lassen, ist erstmal Ende mit den Klagen.

Tegernseer Stimme: Absolute Stille hat man ja nun am Tegernsee auch nicht. Konnte man schon während der Verhandlung hören.

Greither: Nein, da war eine Sirene unten im Tal, die Glocken läuten, dann kommt der Lastwagen von der Müllabfuhr. Ein paar Häuser weiter hat einer mit dem Presslufthammer gearbeitet. Das ist das Leben, das gehört dazu. Wissen Sie, das ist der Egoismus einiger weniger Nachbarn. Unser Betrieb war lange vor denen da. Aber ich habe da auch schon Verständnis für: da haben sich einige ihren Lebenstraum erfüllt und sehen ihn nun zerstört.

Tegernseer Stimme: Sie hatten ja gestern in der Verhandlung auch ihre Kooperation angeboten.

Greither: Ja, und das stört mich eigentlich am meisten: Wir haben so viele Kompromisse angeboten. Auf keinen sind die Nachbarn eingegangen. Auch während der Verhandlung gestern. Wir haben uns auf alle Vorschläge der Richterin eingelassen. Aber die Anwälte der Nachbarn haben sie wieder abgelehnt. Das sieht natürlich kein Richter gern. Aber ich werde noch einmal auf unsere direkten Nachbarn zugehen. Vielleicht den einen oder anderen Baum wieder wegnehmen. Dann hat er eine noch schönere Aussicht.

Tegernseer Stimme: Wie sieht es denn aus mit den Plänen zum Ausbau der öffentlichen Straße aus?

Greither: Das kann jetzt losgehen. Die Unterstützung der Stadt Tegernsee ist da. Wir haben das vollste Einverständnis. Tegernsee will ja auch ein Spitzenhotel. Die wollen auch einen gewissen Fortschritt. Was viele nicht wissen: von den Hotels hier haben wir die Gäste mit dem niedrigsten Durchschnittsalter. Wir sprechen die nächste Generation an. Und die Stadt sieht ja auch: Der tut ja was.

Tegernseer Stimme: Ein wichtiger Tag für das Projekt?

Greither: Ja, das war ein gewaltiger Schritt für uns. Jetzt kann es losgehen und – man soll sich ja nicht zu weit herauslehnen – aber wir hoffen auf die Eröffnung 2020.

Herr Greither, wir danken für das Gespräch.


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