Neues Gastro-Angebot am Tegernsee
Ein Schmankerl für Bad Wiessee

von Sabiene Hemkes

Am nördlichen Ortseingang von Bad Wiessee gibt es ein neues Lokal. Die Schmanklerei. Nicht nur der Name ist ungewöhnlich. Auch sonst ist hier einiges anders, als man es im Tal kennt.

So glücklich sieht man aus, wenn man sich gerade seinen großen Traum verwirklicht hat: Die beiden Wiesseer Gastro-Unternehmer Caro und Slave Savic vor ihrer Schmanklerei in der Münchener Strasse

Ganz früher stand hier in der Münchner Straße einmal eine Shell-Tankstelle. Die Älteren werden sich wahrscheinlich noch erinnern. Irgendwann wurde daneben ein Neubau gesetzt. Im Erdgeschoss dieses Hauses sitzen wir heute mit Caro und Slave Savic. Einheimischen Wiesseern im besten Sinne. Slave, dem ein bekanntes Sportcenter in München gehört, wurde am Tegernsee geboren. Caros Eltern, die in der ehemaligen Tankstelle nebenan wohnen, stammen aus Wangen im Allgäu. Doch sind am Tegernsee heimisch.

Selbstbedienung und To-Go – nicht immer

Das Ehepaar lebt seit sechs Jahren am Westufer des Tegernsees. Direkt über ihrem neuen Restaurant, der Schmanklerei. Familie, arbeiten und wohnen – alles unter einem Dach. Sowohl die eigene Wohnung, wie das Restaurant haben die beiden von Grund auf saniert. “Wir haben alles bis auf die Grundmauern herausgerissen”, berichtet Caro und Slave zückt sein Handy. Er zeigt uns beeindruckende “Vorher/ Nachher”-Bilder. Das habe ihr Mann fast alles im Alleingang renoviert, berichte Caro stolz. Ihr Mann ergänzt: “Ich hatte schon Hilfe. Allein hätte ich das nicht geschafft”

Anfang des Jahres haben die beiden Wiesseer dann endlich ihr neues Restaurant die Schmanklerei eröffnet können. Kein klassisches bayerisches Wirtshaus. Der Tresen mit Ausschank fehlt, und die Wirtsstube, die rund 25 Personen Platz bietet, ist eher klein und gemütlich. Fünf Holztische und Stühle. Kein Tamtam.

Anzeige

Schlicht, mit einer großen Schiefertafel an der Wand, auf der die Gäste von einer schönen Handschrift herzlich “Willkommen” geheißen werden. Darunter findet sich eine Empfehlung mit dem Tagesgericht: “Cordon bleu vom Strohschwein mit Pommes für 12,50 Euro.” Dem gegenüber stehen auf der anderen Seite des Raumes zwei große Kühlschränke. Der eine ist mit Getränkeflaschen gefühlt. Alles vom Tal-Bier hin zur Bio-Limo findet hier seinen Platz.

Hinter dem Kassenbereich bietet sich dem Gast der Blick in die vollausgestattete Küche. Alles ist offen, freundlich und bayerisch gestaltet. Aber eben weder klassisches Restaurant noch Imbissbude. Darauf angesprochen erklärt uns Slave grinsend:

Gedacht war, dass wir unseren Gästen nur Selbstbedienung anbieten. Beste frisch zubereitete regionale Küche – auch zum Mitnehmen für daheim. Slave Savic, Besitzer der Schmanklerei

Dazu bieten die beiden über ihre Internetseite die Schmanklerei-Kochbox an. Ganze Essen für vier bis zwanzig Personen inklusive beiliegender Zubereitungserklärung für die Küche daheim. “Wir sind nur zu zweit, da können wir eigentlich keinen Restaurant-Service bieten. Doch zum Glück haben wir ein tolles Team von Aushilfen, die uns auch unterstützen”, erklärt Caro, die für das Organisatorische im Unternehmen zuständig ist. Slave hingegen steht in der Küche. Seit über 20 Jahren schon. Er hat am Nockerberg gelernt und in vielen Restaurants gearbeitet, bevor er sich mit der Trainer A-Lizenz als erfolgreicher Boxtrainer in München selbstständig machte. Jetzt kehrt er in seiner eigenen Küche zu seinen Wurzeln zurück.

Das Ehepaar Savics von ihrer neuen offenen Küche in der Slave jetzt auch Gerichte aus dem Balkan kocht / Redaktion

Übrigens liegt die Betonung bei der Selbstbedienung auf eigenlich. Denn wie jedes gute Konzept ist auch das der Savics flexibel. “Es hat sich schnell gezeigt, dass unsere Gäste doch sehr gern einen gewissen Service am Tisch bei uns genießen wollen”, berichtet Caro von den hinter ihnen liegenden Wochenenden. Kein Problem für die Neugastronomen: Am Samstagabend wird die Mutter von zwei Kindern ihren Gästen die geschmorten Ochsenbäckchen, das Sellerieschnitzel oder den Kaiserschmarrn samt Getränken am Tisch servieren.

Gäste gestalten Speisekarte mit

Auch Slavven, der sich in seiner neuen Küche eigentlich auf die absolut zusatzfreie, immer frisch produzierte, reine bayerische Kochkunst konzentrieren wollte, hat umgedacht.

Die Gäste kamen rein und wollten von meinem Mann wissen: “Du Slave, warum kochst du denn nichts aus der Heimat deiner Eltern? Caro Savic, Besitzerin der Schmanklerei

Also stehen jetzt auch Cevapcici und Raznjici auf der kleinen Karte der Schmanklerei. Direkt oberhalb neben dem vegetarischen Angebot. Während ihr Mann das Schmoren von Gulasch und Rouladen als seine Lieblingstätigkeiten am Herd outet, kann Caro auch mal gut ohne Fleisch auskommen: “Leider tue ich mir in vielen Restaurants am See immer noch schwer mit der Auswahl. Das Fleischige dominiert ja doch meistens auf den Karten”. Das sollte jetzt im eigenen Wirtshaus kein Problem mehr sein. Auf der Karte finden sich viele vegetarische Leckereien

Zum Mitnehmen und für später

Normalerweise kann man alle Speisen auch mitnehmen. Ob in der von den Wirtsleuten bereitgestellten plastikfreien Verpackung oder im eigenen Behältnis. “Dort in dem Kühlschrank werden auch bald unsere Schmankerl zum Mitnehmen zu finden sein”. Wir haben gerade die Einweggläser geliefert bekommen”, erklärt uns Caro begeistert.

Ab der nächsten Woche wird es in der Schmanklerei auch neue Öffnungszeiten geben. Dann sperren die Wirtsleute auch am Donnerstag und Freitag von 11:00 bis 14:00 Uhr ihre Frischeküche auf. Alles Weitere zum neuen Gastro-Angebot in Bad Wiessee findet ihr hier.

SOCIAL MEDIA SEITEN

Anzeige
Aktuelles Gastronomie & Hotellerie

Diskutieren Sie mit uns
Melden Sie sich an und teilen Sie
Ihre Meinung.
Wählen Sie dazu unten den Button
„Kommentare anzeigen“ aus